Roskilde 2010

Beeidruckende Bilder vom Roskilde Festival. Ich bin mir ja immer nicht sicher bei solchen emotionalen Bildern, ob ich nochmal 17 und abgebildet sein möchte oder so alt wie jetzt und der Fotograf sein möchte.

Bisschen von beidem denke ich.

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Deutschland – Spanien 0:1

Uruguay – Niederlande 2:3

Gäbe es das Konzept “Gerechtigkeit” im Fußball, es würde durch dieses Spiel symbolisiert. Uruguay, mit der Verlängerung gegen Ghana in den Knochen, spielte träger, doppelte aber tapfer Robben und Sneijder und versuchte zu verheimlichen, dass ihnen nach vorne nicht viel einfiel. Die Niederlande, den Sieg gegen Brasilien im Rücken, spielte mit Selbstbewußtsein auf und tat so als seien die furchtbaren Spiele vor Brasilien nie passiert. Das Konzept ging für beide auf, die Niederlande ging in Führung, Uruguay glich aus – beide Tore fielen durch wunderschön getretene Schüsse – zur Halbzeit ein gerechtes Unentschieden.

Nach dem Wechsel öffneten beide Mannschaften ihr Spiel – ein Satz, für den ich mir auch heute wieder die goldene Beckmann-Nadel am Band verdiene. Im Endeffekt reichten den Niederlanden vier Minuten aufmerksamer Fußball, in denen sie zunächst ein Billardtor erzielten ehe Robben mit einem schulmäßig abgeschlossenem Flankenangriff per Kopf das 3:1 erzielte. Das sah in dieser Phase alles schon ganz so aus, als wollten sie wirklich in dieses Finale während Uruguay in dieser Phase mehr “auch auf dem Platz war”. Oscar Tabarez, der Trainer Uruguays, bewies Sinn für Humor als er als Reaktion auf die plötzlich so klare Führung der Niederlande Forlan vom Platz nahm.

In den letzten fünf Minuten des Spiels wurden sowohl Forlan als auch Suarez, der dank der Roten Karte gegen Ghana dieses Spiel von der Tribüne sah, im Sturm Urugays vermisst, denn nach dem Anschlußtreffer durch Pereira, legte Schiedsrichter Ravshan Irmatov die Empfehlung von “3 Minuten Nachspielzeit” des vierten Offiziellen, sehr großzügig aus, was Uruguay zu einem fünfminütigem Sturmlauf nutzte. Doch beide Topstürmer waren nicht mehr da: Gerechterweise verloren. Der Wechsel von Forlan war in meinen Augen ein klarer Fehler, die Rote Karte im Spiel zuvor eine Unsportlichkeit – auch hier die verspätete Gerechtigkeit.

Geht schon in Ordnung so.

Morgen hat dann Deutschland die freie Wahl ob ihnen ein Gegner angenehmer ist, der bisher keinen überzeugenden Fußball gespielt hat und doch immer irgendwie das bessere Ergebnis auf seiner Seite hatte oder eine frustrierte Mannschaft aus Uruguay, die wohl für ihren Stolz nochmal ordentlich rennen werden im Spiel um Platz drei. Beides unbequeme Gegner. Eins, zwei oder drei… Und dann ist da ja noch Spanien. Ob Ihr wirklich richtig steht…

Hach, so ein bisschen bin ich ja aufgeregt.

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Flattr

Wie bereits angekündigt hier ein paar Gedanken zum Thema flattr. Wer nicht ganz unter einem Stein gelebt hat in den letzten drei Internetmonaten, der hat mitgekriegt, dass Peter Sunde und Linus Olsson vor einiger Zeit flattr aus dem Boden gestampft haben. Ein Mikrobezahldienst, mit dem man Inhalte, die einem im Netz gefallen haben, auch finanziell belohnen kann (Erklärvideo in 1:44).

Nicht nur, dass flattr momentan vor allem in Deutschland rumgereicht wird, was sich an der eklatanten Häufung oft schlechter Wortspiele in deutschen Blogüberschriften bemerkbar macht, es hat sich, laut den Einnahmeberichten, auch durchaus gelohnt für einige Projekte. Unabhängig von den Verbandelungen mit Pirate Bay, was Peter Sunde ja dereinst mitgründete, habe ich noch ein paar andere Bauchschmerzen beim Thema flattr, die ich einmal festgehalten wissen will bevor ich erkläre, warum es vorerst doch einen flattr Button hier geben wird.

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Argentinien – Deutschland – 0:4

Ich so: Na wollen wir doch mal sehen – Argentinien stark, Deutschland stark. Das wird bestimmt ein gutes Spiel.

Alle anderen so: Schlaaaaaaaaaaaaaaand.

Ich so: 1:0 nach einem Standard? Nach einem Standard??

Alle anderen so: OMFGYeahGeil!

Ich so: Lässt sich gut an. Argentinien spielt nicht gut, Deutschland macht ihr Spiel kaputt. Im Mittelfeld sind Maradonas Mannen vollkommen abgemeldet.

Alle anderen so: Yeeeeahhhh. Schlaaaaaaand – Noch ein Bier bitte.

Ich so: Sehr gut – hinten aufpassen – Neuer sieht gut aus. Sicher auf und abseits der Linie. Das könnte klappen heute. Jetzt nur nicht noch vor der Halbzeit den Ausgleich fangen.

Alle anderen so: Proooooost!!!

Ich so: Wow, die spielen ja sogar in der zweiten Hälfte so weiter. Toller Fußball.

Alle anderen so: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!

Ich so: Klose dankt es Löw, dass dieser ihn nach seinem dummen Platzverweis in der Vorrunde nicht aus der Startelf verbannt hat. 2:0. Sehr schön!

Alle anderen so: Noch ein Bier – Schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaand!! JAAAAA!

Ich so: WTF? Hat Arne Friedrich gerade ein Tor geschossen?? Heute ist alles möglich.

Alle anderen so: OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf

Ich so: …ok, jetzt wirds albern. 4:0? Gegen Argentinien? Was spielen denn Maradonas Jungs da heute? Scheiße, schon wieder eine Prognose vollkommen daneben gelangt.

Alle andern so: OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf

Ich so: Und vorbei. Da lacht selbst Merkel auf der Tribüne mal nach all den Wochen. Sehr gut gespielt Deutschland – Chapeaux! Weltmeisterlich gar – aber soll ich wirklich nochmal irgendetwas prognostizieren?

Alle anderen so: Huuuuuuuuup!

Ich glaube ich bin innerlich tot.

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Endlich WM Fußball – Die ersten Viertelfinals

Sieht man es positiv, dann ist genau eine meiner zuletzt geäußerten Prognosen eingetroffen: Die, dass wahrscheinlich alle meine zuletzt geäußerten Prognosen sich nach den Viertelfinals als falsch herausstellen würden. Sieht man es negativ, dann muss man heute wohl festhalten, dass ich als Tippgeber für Fußballspiele in etwa soviel tauge wie Reinhold Beckmann als Moderator eben dieser (kein Text ohne Beckmann-Seitenhieb).

Brasilien : Niederlande – 1:2

Was für ein Spiel. Noch nie war ich so froh, mich bei der Einschätzung einer Mannschaft so gründlich vertan zu haben, wie heute bei den Niederländern. Nachdem diese ähnlich schlafmützig begannen wie in der kompletten Vorrunde, wurde in diesem Spiel spätestens ab der 46. Minute endlich mal richtig Fußball gespielt.

Das 1:0 für Brasilien durch Robinho in der 10. Minute ließ mich eigentlich vermuten, dass auch in diesem Spiel Brasilien seinen erfolgreichen Stil weiter durchziehen würde: Hinten dicht und vorne gut. Der Pass von Melo durch die gesamte Hintermannschaft der Niederlande war ein Lehrstück in Sachen Spielübersicht aus dem Mittelfeld. Dazu ein grandioser Abschluss und Brasilien hatte das Spiel im Griff. Kakas Kunstschuss in der 31. Minute war ebenso zum Zunge-Schnalzen wie die Parade, mit der Stekelenburg ihn in höchster Not über das Tor beförderte.
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Die WM Achtelfinals Teil 2

Wie versprochen heute der zweite Teil der Achtelfinalnachlese, die aber deutlich kürzer ausfallen wird. Zum einen, weil ich eines der vier Spiele gar nicht gesehen habe, zum anderen, weil die drei, die ich sah, mich derart gelangweilt haben, dass ich eigentlich schon aus Rache über sie nichts schreiben dürfte. Doch der Reihe nach.

Niederlande : Slowakei – 2:1

Bei Tippspielen ist das ja immer der “Ich habe keine Ahnung”-Tipp, da alle Spiele immer irgendwie 2:1 ausgehen. Natürlich bis auf die, die nicht 2:1 ausgehen. Das gehört ebenso zu den unverrückbaren Fußballweisheiten wie die Tatsache, dass die Niederlande bei dieser WM anscheinend den schrecklichsten Fußball der Welt spielen dürfen und trotzdem immer gewinnen. Eine Qualität, die jahrelang Deutschland nachgesagt wurde. Nun ist die niederländische Mannschaft nicht schlecht besetzt und Robben und van Bommel machten in dem Spiel auch einen leidlich guten Job; aber war ich der Einzige, der das Gefühl hatte, dass sie schon nach dem 1:0 durch Robben in der 18. Minute keine rechte Lust mehr hatten?

Die Slowakei schien noch müde von ihrem rauschenden Fest gegen Italien und gerade Vittek vergab Chancen, die er gegen Italien reihenweise gemacht hätte. Echte Fußballmagazine schreiben über das Spiel, was die Niederländer spielten, gerne, dass “sie Ball und Gegner laufen ließen” und genau das trifft es auch. Gemütlich im 1:0 zurückgezogen, ließen sie müde Slowaken rennen. Das tat dem Spiel nicht gut, es wurde langsam und zerfahren. In der 84. Minute hatte Snejder ein Einsehen und schob einen quergelegten Ball ins freie Tor nachdem Mucha im Tor der Slowaken nach einem Freistoß schon überwunden war. Selten ein so gelangweiltes Tor gesehen. Dass die Slowakei in der Nachspielzeit dann noch den Anschluß per Elfmeter erzielte, interessierte Robben dann schon nicht mehr. Furchtbarer Fußball.

Prognose Niederlande: Viertelfinalaus gegen Brasilien.

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