Argentinien – Deutschland – 0:4

Ich so: Na wollen wir doch mal sehen – Argentinien stark, Deutschland stark. Das wird bestimmt ein gutes Spiel.

Alle anderen so: Schlaaaaaaaaaaaaaaand.

Ich so: 1:0 nach einem Standard? Nach einem Standard??

Alle anderen so: OMFGYeahGeil!

Ich so: Lässt sich gut an. Argentinien spielt nicht gut, Deutschland macht ihr Spiel kaputt. Im Mittelfeld sind Maradonas Mannen vollkommen abgemeldet.

Alle anderen so: Yeeeeahhhh. Schlaaaaaaand – Noch ein Bier bitte.

Ich so: Sehr gut – hinten aufpassen – Neuer sieht gut aus. Sicher auf und abseits der Linie. Das könnte klappen heute. Jetzt nur nicht noch vor der Halbzeit den Ausgleich fangen.

Alle anderen so: Proooooost!!!

Ich so: Wow, die spielen ja sogar in der zweiten Hälfte so weiter. Toller Fußball.

Alle anderen so: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!

Ich so: Klose dankt es Löw, dass dieser ihn nach seinem dummen Platzverweis in der Vorrunde nicht aus der Startelf verbannt hat. 2:0. Sehr schön!

Alle anderen so: Noch ein Bier – Schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaand!! JAAAAA!

Ich so: WTF? Hat Arne Friedrich gerade ein Tor geschossen?? Heute ist alles möglich.

Alle anderen so: OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf

Ich so: …ok, jetzt wirds albern. 4:0? Gegen Argentinien? Was spielen denn Maradonas Jungs da heute? Scheiße, schon wieder eine Prognose vollkommen daneben gelangt.

Alle andern so: OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf

Ich so: Und vorbei. Da lacht selbst Merkel auf der Tribüne mal nach all den Wochen. Sehr gut gespielt Deutschland – Chapeaux! Weltmeisterlich gar – aber soll ich wirklich nochmal irgendetwas prognostizieren?

Alle anderen so: Huuuuuuuuup!

Ich glaube ich bin innerlich tot.

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Endlich WM Fußball – Die ersten Viertelfinals

Sieht man es positiv, dann ist genau eine meiner zuletzt geäußerten Prognosen eingetroffen: Die, dass wahrscheinlich alle meine zuletzt geäußerten Prognosen sich nach den Viertelfinals als falsch herausstellen würden. Sieht man es negativ, dann muss man heute wohl festhalten, dass ich als Tippgeber für Fußballspiele in etwa soviel tauge wie Reinhold Beckmann als Moderator eben dieser (kein Text ohne Beckmann-Seitenhieb).

Brasilien : Niederlande – 1:2

Was für ein Spiel. Noch nie war ich so froh, mich bei der Einschätzung einer Mannschaft so gründlich vertan zu haben, wie heute bei den Niederländern. Nachdem diese ähnlich schlafmützig begannen wie in der kompletten Vorrunde, wurde in diesem Spiel spätestens ab der 46. Minute endlich mal richtig Fußball gespielt.

Das 1:0 für Brasilien durch Robinho in der 10. Minute ließ mich eigentlich vermuten, dass auch in diesem Spiel Brasilien seinen erfolgreichen Stil weiter durchziehen würde: Hinten dicht und vorne gut. Der Pass von Melo durch die gesamte Hintermannschaft der Niederlande war ein Lehrstück in Sachen Spielübersicht aus dem Mittelfeld. Dazu ein grandioser Abschluss und Brasilien hatte das Spiel im Griff. Kakas Kunstschuss in der 31. Minute war ebenso zum Zunge-Schnalzen wie die Parade, mit der Stekelenburg ihn in höchster Not über das Tor beförderte.
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Die WM Achtelfinals Teil 2

Wie versprochen heute der zweite Teil der Achtelfinalnachlese, die aber deutlich kürzer ausfallen wird. Zum einen, weil ich eines der vier Spiele gar nicht gesehen habe, zum anderen, weil die drei, die ich sah, mich derart gelangweilt haben, dass ich eigentlich schon aus Rache über sie nichts schreiben dürfte. Doch der Reihe nach.

Niederlande : Slowakei – 2:1

Bei Tippspielen ist das ja immer der “Ich habe keine Ahnung”-Tipp, da alle Spiele immer irgendwie 2:1 ausgehen. Natürlich bis auf die, die nicht 2:1 ausgehen. Das gehört ebenso zu den unverrückbaren Fußballweisheiten wie die Tatsache, dass die Niederlande bei dieser WM anscheinend den schrecklichsten Fußball der Welt spielen dürfen und trotzdem immer gewinnen. Eine Qualität, die jahrelang Deutschland nachgesagt wurde. Nun ist die niederländische Mannschaft nicht schlecht besetzt und Robben und van Bommel machten in dem Spiel auch einen leidlich guten Job; aber war ich der Einzige, der das Gefühl hatte, dass sie schon nach dem 1:0 durch Robben in der 18. Minute keine rechte Lust mehr hatten?

Die Slowakei schien noch müde von ihrem rauschenden Fest gegen Italien und gerade Vittek vergab Chancen, die er gegen Italien reihenweise gemacht hätte. Echte Fußballmagazine schreiben über das Spiel, was die Niederländer spielten, gerne, dass “sie Ball und Gegner laufen ließen” und genau das trifft es auch. Gemütlich im 1:0 zurückgezogen, ließen sie müde Slowaken rennen. Das tat dem Spiel nicht gut, es wurde langsam und zerfahren. In der 84. Minute hatte Snejder ein Einsehen und schob einen quergelegten Ball ins freie Tor nachdem Mucha im Tor der Slowaken nach einem Freistoß schon überwunden war. Selten ein so gelangweiltes Tor gesehen. Dass die Slowakei in der Nachspielzeit dann noch den Anschluß per Elfmeter erzielte, interessierte Robben dann schon nicht mehr. Furchtbarer Fußball.

Prognose Niederlande: Viertelfinalaus gegen Brasilien.

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Die WM Achtelfinals Teil 1

Fußballruhetag der erste. Endlich mal nicht mehr dieser Zwang um 16 Uhr den Fernseher einschalten zu müssen, um nicht doch eventuell DAS Spiel der WM zu verpassen. Denn bisher waren DIESE Spiele bei dieser WM ja eher rar. Zeit genug um einmal durchzuatmen und auf die Achtelfinals zurückzublicken. Und ich verspreche, nicht weiter über das Ausscheiden von England zu heulen.

Uruguay : Südkorea – 2:1

Drei “u” auf engstem Raum – so beschrieb Funny van Dannen einst Uruguay. Hieße ich Reinhold Beckmann, würde ich diese Textzeile jetzt als Metapher für das Spiel Uruguays verwenden und Mehmet Scholl würde höflich lächeln. Nach der schnellen Führung Uruguays lief Südkorea Sturmlauf um Sturmlauf in der Hoffnung, einer der verzweifelt geschlagenen Bälle möge sich ins Tor senken. Doch ein ums andere Mal verhinderte die hochgelobte Abwehr Uruguays, unter kräftiger Zuhilfenahme des Ackers im Stadion von Port Elizabeth, den Ausgleich; bis in der 68. Minute ein Kopfball von Lee doch den Weg in die Maschen fand.

Nach dem Ausgleich verlegte sich Südkorea wieder auf höfliche Zurückhaltung und überließ den wieder erwachten Uruguayern das Feld. Suarez hatte dann in der 80. Minute die Faxen dicke und schlenzte einen Ball, den er sich irgendwie selber vorgelegt hatte, ins lange Eck: 2:1 Uruguay. Natürlich viel zu spät für Südkorea und es blieb beim Ausscheiden der aufopferungsvoll kämpfenden Asiaten, die im gesamten Turnier durchwachsen auftraten. Oft harmlos, technisch gut, taktisch zu sehr Einheitsbrei – das Achtelfinalaus passt. Uruguay setzt seine starke Serie fort und rechtfertigt seinen Gruppensieg mit der Qualifikation fürs Viertelfinale.

Prognose Uruguay: Halbfinalaus gegen Brasilien.

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If you don’t like this design the terrorists win – Other Times neues Kleid

Gott was hatte ich das alte Design satt. Überladen, viel zu viel an allen Ecken und überhaupt zu viel vermeintliches Eye Candy. Darum habe ich mir jetzt was schlichtes, klares gebastelt und weil über Blogdesigns schreiben unglaublich langweilig ist, mach ich es kurz:

Neben den offensichtlichen Designänderungen habe ich angefangen die Kategorien abzuschaffen. Ich werde die ganzen Posts, die hier so über die Jahre angefallen sind, demnächst taggen und die Themennavigation auf Tags umstellen. Bis dahin fristen die Kategorien ein unscheinbares Dasein unter den Posts. Die zweite Sache, die ich vorübergehend abgeschafft habe, ist die Blogroll. Irgendwie kommt mir das Konzept überholt vor und ich überlege gerade an einer Möglichkeit die gleiche grundsätzliche Funktionalität in eine neue Art der Präsentation zu stecken. Also alle, die jetzt die Links auf ihre Blogs vermissen (ich habe da schon eMails bekommen): Kommt wieder.

Ansonsten herrscht hier nun ebenfalls testweise der totale Sellout: Ein Flattr Button unter jedem Post. Nicht, dass ich mir davon viel verspreche aber ich habe ihn mal testweise eingebaut. Dazu schreibe ich dann aber in den nächsten Tagen noch ein paar ausführlichere Gedanken auf. Ich bin noch nicht so ganz vom Konzept Flattr überzeugt und muss mir das mal von der Wieder-Neu-Blogger-Seele schreiben. Habt Ihr nun davon.

Vor ein paar Monaten hab ich mir aus Interesse mal ein Tumblelog angelegt, welches ich jetzt da oben einfach mal verlinke. Wer Lust hat, kann mir da followen, ich nutze es aber mehr als allgemeinen Tummelplatz. Für speziellere Followwünsche sind da rechts eine ganze Latte von Icons, unter denen man mich im Netz findet.

Wenn ich mal Zeit habe und eine gute Möglichkeit gefunden habe, meinen flickr Account in einem WordPress Blog zu präsentieren, werde ich das freischalten. Auch die Podcasts Geschichte ist nicht vergessen, muss aber noch ein bisschen warten – sowohl auf mich als auch auf ein paar andere Leute (ähem).

Nun aber genug davon, letztendlich ist es nur ein neues Layout – das Geschwurbel bleibt das gleiche. Nur eben jetzt wieder mehr. Und in hübsch.

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Exterminate

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Bei all dem Fußball-Hopplahop darf man ja nicht vergessen, dass an diesem Wochenende noch ein ganz anderes Finale stattfand. Bin schon ganz aufgeregt seit ich das Pling meines Torrentclients Festplattenrecorders eben hörte.

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Für Deutschland sein – Der Versuch einer Spielbetrachtung ohne das Spiel zu betrachten

Der Sieg geht in Ordnung. Das 2:2 war ein Tor, aber was soll’s schon. Diese zwei Sätze muss ich schreiben, denn ich denke genau so. Gleichzeitig sollen sie die einzigen Sätze sein, die ich zum Spiel schreiben werde. Wer mich kennt, weiß, dass meine WM mit dem heutigen Nachmittag vorbei ist und ich mir, als leidgeprüfter England Fan, die restlichen Spiele nun völlig ohne Emotionen anschauen kann.

Nein, dieser Text ist kein reiner WM Text. Er richtet sich an all die fröhlichen Menschen, die momentan die Fanmeilen dieser Republik bevölkern. Er richtet sich an all diejenigen, die mit den schwarz-rot-goldenen Farben auf der Wange momentan wieder dieses Gefühl der Freude empfinden, was ich seit Jahren bei “meinen” Engländern vergeblich suche. Er ist für alle die Menschen, die jetzt was von Revanche für Wembley reden, weil sie es nicht besser wissen. All diejenigen, die immer noch das Gerede von der Turniermannschaft glauben.

Seht Ihr, es ist so: Ich gönne Euch all die Freude und all den Jubel aus vollem Herzen. Diese deutsche Mannschaft macht auch mir Spaß und wenn es nicht gerade gegen England ist, gönne ich ihr jeden Sieg. Und ihr dürft auch ohne Probleme heute nacht bis halb vier vor meinem Fenster feiern und Autokorsos fahren, denn schließlich ist all das doch, warum wir 90 Minuten (plus x) vor den Fernsehern sitzen, in die Stadien pilgern und beten und fluchen.

Doch was ich Euch auf den Weg geben möchte ist die Bitte, all diese Freude und die Erinnerung an den Jubel über das wunderschöne Doppelpack Müllers im heutigen Spiel nicht zu vergessen. Macht es nicht so wie in all den Jahren bei jeder EM und WM zuvor und tragt diese Erinnerung weiter durch den Sommer. Denn dann haben wir alle etwas davon. Ihr, die Ihr “für Deutschland seid” und wir, diese seltsame Spezies namens Fußballfans.

Es ist doch so, liebe Sinologiestudentinnen im 14.Semester: Die zweijährliche Bemalung Eurer lieblichen Wangen und der Besuch von “Public Viewing Spots”, weil doch der Schweini so niedlich aussieht, machen Euch nicht zu Fußballfans. Sie machen Euch zu Sinologiestudentinnen, die für Deutschland sind. Und das ist in Ordnung, denn mehr wollt Ihr nicht sein und mehr sollt Ihr auch gar nicht sein.

Nur, und jetzt kommt’s liebe Sinologiestudentinnen, wenn es im August wieder losgeht mit dem fußballerischen Alltag und die Ligen dieser Republik wieder Fahrt aufnehmen, dann ist es ja meist vorbei mit Eurer Fußballbegeisterung. Dann guckt Ihr die Fußballfans in der Bahn wieder voller Verachtung an, wie sie da singen und sich auf Spiele freuen oder über Siege jubeln. Vereinsfußball – wie abartig. Dann stört sie wieder; die Freude am Fußball. Denn dann ist es ja die Freude der anderen und das Gefühl, persönlich beleidigt zu sein, wenn Özil den Pass von Schweini wieder nicht gekriegt hat, ist vergessen.

Drum meine Bitte an all die Menschen, die jetzt, zu Recht, feiern: Erinnert Euch an dieses Gefühl, wenn im Januar bei -5°C eine Gruppe singender Fußballfans in Euren Bus einsteigt, rümpft nicht die Nase oder schüttelt den Kopf. Das sind genau die Kutten, die neben Euch gerade die deutsche Mannschaft feiern. Das sind genau die 15jährigen Ultras, deren Begeisterung ihr auf den Wiesen beim Public Viewing gerade herzallerliebst findet. Denn sie sind momentan, genau wie Ihr, für Deutschland. Ihre Begeisterung ist die selbe und das Gefühl, was sie gerade empfinden, kennt Ihr von gerade jetzt.

Nur später sind sie dann wieder Fußballfans. Und Ihr nicht. Und das ist völlig in Ordnung. Für uns. Ich hoffe, bald auch für Euch.

Ach und: Bitte bitte glaubt nicht alles, was Euch die Florian Königs und Steffen Simons dieser Welt über Fußball erzählen wollen, ok?

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