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	<title>Other Times &#187; Prima Texte</title>
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		<title>Other Times &#187; Prima Texte</title>
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		<title>Der lange Weg zu 4GB</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 01:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[photo credit: jeanmartin &#8220;Lass uns fotografieren gehen.&#8221;. Vier einfache Worte, die nur ein paar Stunden sp&#228;ter daf&#252;r sorgen sollten, dass mein bisher unersch&#252;tterlicher Glaube an die Segnungen der westlichen &#220;berflussgesellschaft geh&#246;rig in Frage gestellt werden sollte. In der Hoffnung das gute Abendlicht f&#252;r ein paar wohlausgeleuchtete Ruinenbilder auszunutzen, fuhren wir zur alten NSA Abh&#246;rstation auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a title="J&#228;ger" href="http://farm5.static.flickr.com/4147/4846084206_530fe9ed5b_z.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1470]"><img style="border: 0pt none;" src="http://farm5.static.flickr.com/4147/4846084206_530fe9ed5b_z.jpg" border="0" alt="J&#228;ger" width="620" height="413" /></a><br />
<small><a title="Attribution-NonCommercial-ShareAlike License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.flickr.com/photos/jeanmartin/4846084206/" target="_blank">photo</a> credit: <a href="http://www.flickr.com/photos/jeanmartin/" target="_blank">jeanmartin</a></small></p>
<p>&#8220;Lass uns fotografieren gehen.&#8221;. Vier einfache Worte, die nur ein paar Stunden sp&#228;ter daf&#252;r sorgen sollten, dass mein bisher unersch&#252;tterlicher Glaube an die Segnungen der westlichen &#220;berflussgesellschaft geh&#246;rig in Frage gestellt werden sollte.</p>
<p>In der Hoffnung das gute Abendlicht f&#252;r ein paar wohlausgeleuchtete Ruinenbilder auszunutzen, fuhren wir zur alten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsberg" target="_blank">NSA Abh&#246;rstation auf dem Teufelsberg</a>. Nicht das originellste Motiv und <a href="http://www.flickr.com/search/?q=teufelsberg&amp;w=all" target="_blank">bereits hundertfach</a> auf alle m&#246;glichen Formen von Film gebannt, aber was soll&#8217;s. Wer schon einmal auf dem Gel&#228;nde im Westen von Berlin war, der wei&#223;, dass der Zugang einiges an Phantasie erfordert, da der Zaun und die deutlich angebrachten &#8220;Zugang verboten&#8221; Schilder rund um das Privatgel&#228;nde eben diesen eigentlich verhindern sollen.</p>
<p>Nehmen wir, aus rechtlichen Gr&#252;nden, einmal an, dass wir diese Schilder gelangweilt ignorierten. Und nehmen wir weiterhin an, dass uns nach ca. 45 Minuten der &#252;berraschend doch anwesende Sicherheitsdienst zur Rede stellte, was wir denn auf dem Privatgel&#228;nde zu suchen h&#228;tten. In diesem Fall h&#228;tten wir diese Frage wohl durch wortloses Deuten auf die schussfertigen Kameras quittiert und w&#228;ren anschlie&#223;end vor die Wahl einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch oder Herausgabe der Speicherkarten gestellt worden. Kleine Erpressungen unter Freunden&#8230;<br />
<span id="more-1470"></span></p>
<p>Diesen Annahmen, denen in der kommenden Woche die Ausl&#246;sung der Speicherkarten gegen 30€ <span style="text-decoration: line-through;">Kaffeekassen-Zuschuss</span> Bearbeitungsgeb&#252;hr folgen wird, beendeten alle weiteren Fotopl&#228;ne des Abends zun&#228;chst recht abrupt. Doch halt. Wir waren hier schlie&#223;lich in Berlin. Weltstadt, Metropole und immer wach. Da musste es doch m&#246;glich sein, um zehn Uhr abends einen Laden zu finden, der notleidenden jungen Menschen eine SD-Karte verkaufen w&#252;rde.</p>
<p>Nicht ohne Grund war doch das Ladenschlu&#223;gesetz, seit jeher Gei&#223;el aller nachtaktiven Menschen, schon seit Jahren reformiert. Und hey, wir waren hier in der Stadt, in der die Bekloppten und Bescheuerten zu Hause sind, die zur Er&#246;ffnung eines <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PmCDwAC62Gc" target="_blank">Media Markts die &#214;ffnung der Berliner Mauer nachspielen</a> &#8211; wohlgemerkt ebenfalls mitten in der Nacht. Wir fassten wieder neuen Mut und begannen mit der Suche.</p>
<p>Was folgte war eine Stunde voller Kapitalismusern&#252;chterung, die herbe Dellen in den Glauben an den freien Markt in unseren jungliberalen Herzen schlug*. Nicht ein Elektronikfachmarkt, nicht ein Fotofachgesch&#228;ft hatten mehr ge&#246;ffnet und auch Kaiser&#8217;s f&#252;hrte keine SD-Karten &#8211; daf&#252;r gabs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kasserolle" target="_blank">Kasserollen</a> f&#252;r nur 200 Treueherzchen plus 50€ Zuzahlung; aber was sollten wir damit mitten in der Nacht? Sollte es tats&#228;chlich unm&#246;glich sein, in der Gro&#223;stadt Berlin, zu zugegebenerma&#223;en ungew&#246;hnlicher Stunde, etwas so allt&#228;gliches wie eine SD-Karte zu erstehen?</p>
<p>Als auch die Auskunft keinen weiteren Rat wu&#223;te (ja, die haben wir tats&#228;chlich angerufen) und der von dieser vermittelte 24h-Copyshop sich als Sackgasse erwies (&#8220;SD-was?&#8221;), blieben als letzte Hoffnung die mehr oder weniger gut sortierten Sp&#228;tverk&#228;ufe Berlins. Diese Bastion des sp&#228;tabendlichen Bierbezugs begegnete unserer Herausforderung mit einer Mischung aus ungl&#228;ubigen Blicken, mitleidigem Grinsen und gesch&#228;ftst&#252;chtigem Anbieten von 24er Kodakfilmen, die leider nicht in unsere digitalen Boliden passten &#8211; kein Gesch&#228;ft zu machen.</p>
<p>Kurz vor der Aufgabe stehend, versuchten wir unser Gl&#252;ck ein letztes Mal in einer dieser Mischungen aus B&#228;cker, Sp&#228;ti und Kneipe, die in den letzten Jahren teilweise die reinen Sp&#228;tverk&#228;ufe abgel&#246;st haben. Mit wenig Hoffnung, dass sich zwischen den 2,50€-Weinen, Sternburg-Sixpacks und den Zimtschnecken eine SD-Karte verstecken w&#252;rde, trug ich mein Begehr vor. Doch zu meiner gro&#223;en &#220;berraschung reagierte der junge Mann hinter der Backwarenauslage nicht mit der erwarteten mitleidigen Absage. Im Gegenteil: Nach kurzer Pause, in der es sichtlich hinter seinen Augen arbeitete, verwies er mich an einen anderen, nicht mehr ganz so jungen Mann, der es sich gerade mit einem Bier gem&#252;tlich gemacht hatte.</p>
<p>Er stellte sich als der Inhaber des &#8220;An- und Verkaufs&#8221; auf der gegen&#252;berliegenden Stra&#223;enseite heraus und war bereit seinen Laden f&#252;r uns noch einmal aufzuschlie&#223;en. Das Ergebnis &#252;berraschte uns wohl ebenso wie alle von uns bis dahin befragten Ladenbesitzer, denn zu diesem Zeitpunkt war schon l&#228;ngst der Weg das Ziel. Wir rechneten mittlerweile mit allem aber nicht damit, dass wir die Suche tats&#228;chlich noch mit einer SD-Karte in der Hand abschlie&#223;en w&#252;rden. Jedoch:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/08/speicher2.png" rel="lightbox[1470]"><img class="size-full wp-image-1474  aligncenter" title="4GB" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/08/speicher2.png" alt="" width="150" height="200" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Dass die Fotos, die ich in dieser Nacht anschlie&#223;end noch schoss, fast alle nicht zu gebrauchen sind, ist eigentlich egal. Schlie&#223;lich wei&#223; ich jetzt an wen ich mich wenden muss, wenn ich mal mitten in der Nacht 4m Kupferdraht, drei Sicherungen und Zelda 2 f&#252;r den GameBoy-Color brauche &#8211; hatte der gute Mann n&#228;mlich auch alles rumliegen. Und wer wei&#223;, wenn ich ganz nett in der B&#228;ckerei gegen&#252;ber frage, macht er vielleicht wieder elf Uhr nachts f&#252;r mich auf.</p>
<p style="text-align: left;"><small>*nicht wirklich</small></p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1470&amp;md5=c405f033da7c1034a1dc74077ec772a7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eigenhirntherapie</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/07/16/eigenhirntherapie/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 20:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Weltherrschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Bild: Idhren In Mark Twains &#8220;Die Abenteuer des Huckleberry Finn&#8221; treffen Huckleberry Finn und Jim w&#228;hrend ihrer Reise auf zwei Betr&#252;ger, genannt der Herzog und der K&#246;nig. Ihre adlige Abstammung ist nur eine von vielen L&#252;gen, die sie w&#228;hrend der im Buch beschriebenen Episoden auftischen. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Auff&#252;hrung von schlechten Theaterst&#252;cken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a title="amazing randi at helsinki 2010 6" href="http://farm5.static.flickr.com/4034/4686384580_a16a6ddcf3_m.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1443]"><img class="aligncenter" style="border: 0pt none;" src="http://farm5.static.flickr.com/4034/4686384580_a16a6ddcf3_z.jpg" border="0" alt="amazing randi at helsinki 2010 6" width="620" height="413" /></a><small><a title="Attribution-ShareAlike License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" align="absmiddle" /></a> Bild: <a title="Idhren" href="http://www.flickr.com/photos/9248805@N04/4686384580/" target="_blank">Idhren</a></small></p>
<p>In Mark Twains &#8220;Die Abenteuer des Huckleberry Finn&#8221; treffen Huckleberry Finn und Jim w&#228;hrend ihrer Reise auf zwei Betr&#252;ger, genannt der Herzog und der K&#246;nig. Ihre adlige Abstammung ist nur eine von vielen L&#252;gen, die sie w&#228;hrend der im Buch beschriebenen Episoden auftischen. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Auff&#252;hrung von schlechten Theaterst&#252;cken, mit denen sie die Einwohner kleinerer St&#228;dte um ihr Geld prellen. Sie sind eine literarische Verk&#246;rperung der legend&#228;ren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlangen%C3%B6l" target="_blank">Schlangen&#246;lverk&#228;ufer</a> des Wilden Westens, die von Ort zu Ort zogen und den ungebildeten Siedlern des Westens Schlangen&#246;l als Heilmittel f&#252;r alle denkbaren Krankheiten verkauften. Der Trick funktionierte, da die Betr&#252;ger zu dem Zeitpunkt, als ihre Opfer merkten, dass das Schlangen&#246;l ihre Beschwerden nat&#252;rlich nicht lindern konnte, l&#228;ngst &#252;ber alle Berge waren.</p>
<p>Schon damals wird das &#8220;Gesch&#228;ftsmodell&#8221; dieser Betr&#252;ger davon gest&#252;tzt worden sein, dass jeder schon von der Tante eines entfernten Verwandten geh&#246;rt hat, dass der Nachbar eines Schwagers seinen Blasenstein mit der Hilfe der Elixiere dieser reisenden Quacksalber geheilt hat. Solche H&#246;rensagen-Geschichten, die aus vermeintlich vertraulichen Quellen stammen, sind integraler Bestandteil jedes langfristigen Betrugs, der darauf basiert, Leuten Geld aus den Taschen zu ziehen auf einem Gebiet, &#252;ber das diese selber nicht viel wissen.</p>
<p>Heute in unserer modernen Gesellschaft, in der Jeder etliche Jahre Schuldbildung genossen hat, erscheinen uns solche Geschichten und die Opfer in ihnen mindestens naiv, wenn nicht gar dumm. Wie konnten Huckleberry und Jim solchen windigen Gesellen aufsitzen? Wer konnte je wirklich annehmen Schlangen&#246;l bewirke irgendetwas im menschlichen K&#246;rper? Das passiert uns heute garantiert nicht mehr mit all unserem modernen Wissen. Nun, der Herr auf dem Foto da oben ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/James_Randi" target="_blank">James Randi</a>; einer der wohl bekanntesten Skeptiker der Welt und er erz&#228;hlt bereitwillig jedem, der bereit ist zuzuh&#246;ren, &#252;ber die modernen Schlangen&#246;le, die auch heute noch an gutgl&#228;ubige Menschen verkauft werden mit dem Versprechen, so gut wie alle Krankheiten heilen zu k&#246;nnen. Sie hei&#223;en eben heute nur anders.</p>
<p><span id="more-1443"></span></p>
<p>Eines der Lieblingsthemen von Randi ist die Hom&#246;opathie. Auf dem Foto ist er gerade dabei, eine stattliche Anzahl von hom&#246;opathischen Schlaftabletten (Hauptwirkstoff laut Packung: Koffein) zu schlucken &#8211; weit mehr als die laut Packung verordnete maximale Dosis. Eine Demonstration der Wirkungslosigkeit mindestens des verwendeten Pr&#228;parats, die Randi mittlerweile zu quasi jeder Gelegenheit wiederholt und vorzuf&#252;hren bereit ist. Das angenehme dabei ist, dass Randi einer derjenigen ist, die v&#246;llig unaufgeregt und entspannt &#252;ber die Wirkungslosigkeit der Hom&#246;opathie reden k&#246;nnen. Eine Gabe, die nicht jedem heutzutage zuteil zu sein scheint.</p>
<p>Der Vorteil, den wir heute gegen&#252;ber Huckleberry Finn und den armen Seelen des Wilden Westens haben, ist einerseits, dass Huckleberry Finn eine erfundene Figur ist, so dass wir dank Mark Twain mehr Einsicht haben in die Betr&#252;gereien des vermeintlichen Adels und zum anderen sind all diese Geschichten lange her. Genug Zeit um die Behauptungen der Schlangen&#246;lverk&#228;ufer zu untersuchen und zu wissen, dass die Behauptungen nicht wahr waren. Diese Vorteile haben wir jedoch nicht, wenn es darum geht, Betr&#252;gereien gleicher Art zu erkennen, die uns als vermeintliche Wissenschaft begegnen. Wir haben keinen Mark Twain im Ohr, der uns die andere Seite zufl&#252;stern kann, wenn unser Hausarzt uns das Wundermittel &#8220;v&#246;llig ohne Nebenwirkungen&#8221; empfiehlt. Wir wissen nichts &#252;ber die ganzen bunten Verpackungen und wohlklingenden Namen, die unser Apotheker uns aufstapelt, wenn wir uns &#252;ber die Kopfschmerzen beschweren, die uns das letzte Medikament bereitet hat.</p>
<p>Nicht hilfreich ist dabei, dass die modernen Verk&#228;ufer von modernen Schlangen&#246;len ebenfalls dazu gelernt haben. <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/03/auch-hinter-der-sanften-medizin-steht-eine-harte-industrie.php" target="_blank">Sie sind organisiert</a> &#8211; sie haben Lobbies in der Politik, sie haben Geld. Es gibt keine Sheriffs, die aufgeflogene Betr&#252;ger aus der Stadt jagen (im g&#252;nstigsten Fall). Wir sind selbstverantwortlich, weil wir jahrelang daf&#252;r gek&#228;mpft haben in einer individuellen Gesellschaft leben zu d&#252;rfen. Mit dieser Freiheit entsteht jedoch auch die pers&#246;nliche Verantwortung, sich zu informieren. Die Unm&#246;glichkeit sich &#252;ber alles, was in unserer modernen Welt existiert, zu informieren, f&#252;hrt uns wieder zur&#252;ck zu den vermeintlich vertrauensw&#252;rdigen Quellen. Pl&#246;tzlich ist sie wieder da: Die Tante eines entfernten Verwandten, die geh&#246;rt hat, dass der Nachbar eines Schwagers seinen Blasenstein mit den Globuli seines Hausarzts geheilt hat.</p>
<p>Jeder hat diese Geschichten in seinem Freundeskreis &#8211; sie sind &#252;berall. Akupunktur h&#228;tte dies, Hom&#246;opathie h&#228;tte das &#8211; ganz wirklich hat mein Horoskop mir geholfen, ehrlich. Diese Diskussionen enden meist auf zwei Weisen &#8211; die Skeptiker dieser Praktiken nicken entweder h&#246;flich und wechseln schnell das Thema (<a href="http://dilbert.com/strips/comic/2010-06-01/" target="_blank">aus verschiedenen Gr&#252;nden ratsam</a>) oder der Abend endet in einer hitzigen Debatte &#252;ber &#8220;Intoleranz&#8221;, &#8220;engstirniger Weltsicht&#8221;, &#8220;Wissenschaftsfeindlichkeit&#8221; und &#8220;Dummheit&#8221; (Quiz f&#252;r zwischendurch: Welches der vier Totschlagargumente ist wohl welcher Seite zuzuschreiben?).</p>
<p>Ginge es nach mir, so w&#252;rden alle, die bei ernsthaften Krankheiten, gerade bei Kindern, ernsthaft homo&#246;pathische Mittel gegen&#252;ber Arzneien mit wirklicher Wirkung empfehlen oder verschreiben, mindestens f&#252;r unterlassene Hilfeleistung angezeigt. Gleich nach Impfgegnern und Leuten, die ihre Kinder zu sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masernparty" target="_blank">Masernparties</a> schicken. F&#252;r mich ist Homo&#246;pathie (ebenso z.B. wie Akupunktur) Scharlatanerie und es st&#246;rt mich, wenn meine Regierung es gesetzlichen Krankenkassen vorschreibt, Zuzahlungen an Leute zu leisten, die vor 200 Jahren noch von Stadt zu Stadt zogen und so taten als w&#228;ren ihre Elixiere Wunderheilmittel.</p>
<p>Was mich aber noch viel mehr st&#246;rt ist der Glaubenskrieg, der regelm&#228;&#223;ig, wenn das Thema mal wieder hochkocht, auf Seiten der Hom&#246;opathieverfechter und der -gegner gef&#252;hrt wird. Dank des Internets sind schnell ein paar Zeilen Halbwissen ins Blog getippt, auf der anderen Seite passiert das gleiche und schon innerhalb des ersten Absatzes wirds pers&#246;nlich. Da schreibt Johnny bei <a href="http://www.spreeblick.com/2010/07/14/homoophobie-die-placebo-debatte/" target="_blank">Spreeblick einen mehr als schwammigen Artikel</a> &#252;ber Homo&#246;pathie, vergisst dabei klar Stellung zu beziehen (ein gro&#223;er Fehler, wenn man es mit &#252;berzeugten Gegnern zu tun hat) und schon wird <a href="http://blog.esowatch.com/?p=1761" target="_blank">jede Zeile zerpfl&#252;ckt</a> als h&#228;tte Hitler gerade &#8220;Mein erneuter Kampf&#8221; ver&#246;ffentlicht. Dabei hatte der Text, der sicher nicht zu Johnnys besten geh&#246;rt, eigentlich einen ganz anderen Aufh&#228;nger, n&#228;mlich den, dass mit der aktuellen Debatte um Hom&#246;opathie von einigen anderen Problemen unseres Gesundheitssystems abgelenkt wird.</p>
<p>Diese Grabenk&#228;mpfe, die nicht nur v&#246;llig unn&#246;tig sondern auch kontraproduktiv sind, tragen leider dazu bei, dass <a href="http://www.mickler.de/fallbeispiele/homoeopathie-krebs-wurster.htm" target="_blank">die eigentlichen Spinner</a> wie die vern&#252;nftigen Menschen dastehen. Ich bin davon &#252;berzeugt, dass es jedem Menschen freisteht sein Geld f&#252;r jedes Wundermittel auszugeben, das er f&#252;r richtig h&#228;lt. Kauft er sich &#252;berteuerte Zuckerpillen oder l&#228;sst sich Nadeln ein paar Millimeter in seine Haut stechen in der &#220;berzeugung diese Dinge bringen ihn voran? So sei es. Das ist genau so sein Recht, wie es meines ist, das nicht zu tun. Wir m&#252;ssen ganz unbedingt die Sch&#228;rfe aus der Debatte herausnehmen und uns darauf besinnen, dass Placebos eben auch von Pharmakonzernen verkauft werden, auf deren Pr&#228;paraten keine &#8220;C30&#8243; Verd&#252;nnung steht.</p>
<p>Ich w&#252;rde es gerne sehen, wenn die Zuzahlungen f&#252;r moderne Schlangen&#246;le jeder Art und Form aus den Katalogen von gesetzlichen Krankenkassen verschwinden. Ebenso w&#252;rde ich mich freuen, wenn der Kampf um die Anerkennung von Quacksalberei aus den Parteiprogrammen der sog. gro&#223;en Parteien verschw&#228;nde. Nur werden diese Dinge alle nicht passieren, wenn alle Beteiligten wie ein aufgeregter H&#252;hnerhaufen umherflattern sobald jemand &#8220;Jehova&#8221; sagt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Aufkl%C3%A4rung" target="_blank">Die Aufkl&#228;rung</a> war doch eigentlich schonmal eine ganz gute Idee &#8211; warum nicht einfach entsprechend weitermachen? Dann klappt das alles schon. Und den Rest regelt der Markt, <a href="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE66B0CP20100712" target="_blank">nicht wahr Herr Westerwelle</a>?</p>
<p>&#220;brigens betreiben die M&#228;dels und Jungs von <a href="http://www.esowatch.com/" target="_blank">EsoWatch</a> neben einem aufgeregten Blog auch noch ein<a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Hauptseite" target="_blank"> gut gepflegtes Wiki</a>. Ein guter Ausgangspunkt, <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Hom%C3%B6opathie" target="_blank">sich selber zu informieren</a>.</p>
<p><small><br />
PS: Danke an Malte <a href="http://twitter.com/maltewelding/status/18672501693" target="_blank">f&#252;r die &#220;berschrift</a>.<br />
</small></p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1443&amp;md5=74c7272bc8c06251f53392a088a13b49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Endlich vorbei &#8211; das WM Finale</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/07/12/endlich-vorbei-das-wm-finale/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 22:09:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spanien &#8211; Niederlande 1:0 (n.V) Ich wei&#223; ja nicht, wie es Euch geht, aber ich bin froh, dass die WM vorbei ist. Ich bin froh, dass diese endlose Aneinanderreihung von mittelm&#228;&#223;igen Fu&#223;ballspielen, nur ab und an unterbrochen von Perlen, ein Ende hat.  Ich hatte mir ja vorgenommen jedes mir m&#246;gliche Spiel zu sehen und wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/esp-ned.png" rel="lightbox[1410]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1414" title="esp-ned" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/esp-ned.png" alt="" width="620" height="227" /></a><strong>Spanien &#8211; Niederlande 1:0 (n.V)</strong></p>
<p>Ich wei&#223; ja nicht, wie es Euch geht, aber ich bin froh, dass die WM vorbei ist. Ich bin froh, dass diese endlose Aneinanderreihung von mittelm&#228;&#223;igen Fu&#223;ballspielen, nur ab und an unterbrochen von Perlen, ein Ende hat.  Ich hatte mir ja vorgenommen jedes mir m&#246;gliche Spiel zu sehen und wenn m&#246;glich immer ein zwei mittelkluge Zeilen dr&#252;ber zu schreiben. Das ist nicht ganz gelungen, auch weil es streckenweise dank der Parallel&#252;bertragungen der normalen Verfassung der Raum-Zeit widersprochen h&#228;tte, wenn ich alle Spiele gesehen h&#228;tte.</p>
<p>Nun ist es vorbei dieses &#8220;Fu&#223;ballfest&#8221;. Es war kein gro&#223;es und es wird wohl kein Spiel l&#228;nger als bis zum ersten Qualifikationsspiel der Deutschen gegen die Far&#246;er Inseln f&#252;r die EM 2012 in Erinnerung bleiben. Ganz passend war es da, dass auch das Finale kein unbedingt gutes Fu&#223;ballspiel war. Hart umk&#228;mpft und insbesondere in der Verl&#228;ngerung sehr spannend &#8211; aber nicht gut.</p>
<p><span id="more-1410"></span>Spanien nahm wie schon im Spiel gegen Deutschland die Favoritenrolle, die ihnen zugeschrieben wurde, dankbar an und zeigte einen ungew&#246;hnlich offensiven Fu&#223;ball w&#228;hrend sich die Niederlande auf konzeptlose Bodenk&#228;mpfe konzentrierten. Ein Foul reihte sich an das n&#228;chste und von <a href="http://twitter.com/othertimes/status/18292538849" target="_blank">Minute zu Minute wurde klar</a>, <a href="http://twitter.com/othertimes/status/18293098230" target="_blank">was auch Béla Réthy</a> treffend analysierte: Dieses Spiel wird nicht mit 22 Mann zu Ende gehen. Nach der ersten Halbzeit hatten fast alle Niederl&#228;nder bereits Gelb und die, die noch nicht Gelb hatten, waren so neidisch, dass sie diesen Makel in der zweiten Halbzeit auszugleichen versuchten. Dazwischen wurde in sch&#246;ner Regelm&#228;&#223;igkeit mal gefahrlos aufs Tor geschossen was zu langen Abst&#246;&#223;en f&#252;hrte, die manchmal zu Gro&#223;chancen f&#252;hrten, die Robben vergeben durfte.</p>
<p>Auch Villa hatte auf Seiten Spaniens robben-eske Chancen, entschied sich jedoch lieber die Schu&#223;festigkeit von de Jongs K&#246;rper zu testen, was gerechterweise eigentlich nicht mehr n&#246;tig gewesen w&#228;re, denn de Jong h&#228;tte zu diesem Zeitpunkt schon l&#228;ngst unter der Dusche &#252;ber <a href="http://eskup.elpais.com/Imagenes/23/FF/1278875080-eeab544a35d40e23539d5b2f725bcd25.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1410]">das nachdenken m&#252;ssen</a>, was Béla Réthy &#8220;versuchte K&#246;rperverletzung&#8221; nannte. Dass diese &#252;bertriebene H&#228;rte in der Halbzeitpause ausgerechnet von Oliver Kahn als &#8220;einem WM Finale angemessen&#8221; relativiert wurde &#8211; <a href="http://p3.focus.de/img/gen/F/X/HBFXGqra_Pxgen_r_467xA.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1410]">nunja</a>.</p>
<p>Mittendrin in diesem Get&#252;mmel aus Fouls, krampfhaften Chancen und dem Auslassen der selben pfiff Schiri Webb unversehens nach 93 gespielten Minuten ab und es ging in die Verl&#228;ngerung. In der 109. Minute hatte Heitinga dann die Schnauze voll, zog den wieder einmal durchgebrochenen Iniesta an der Schulter zu Boden und wurde mit dem vorzeitigen Platzverweis belohnt. Damit hatten sowohl ich als auch Béla Réthy Recht mit unseren Vorhersagen und damit kann man ja eigentlich zufrieden sein. Achja, ein Tor fiel dann tats&#228;chlich auch noch. Als alle schon irgendwie das Elfmeterschie&#223;en planten und die mitgereisten Royals beider L&#228;nder bereits hektisch die Reiserouten ihrer Privatjets f&#252;r die R&#252;ckreise umlegten, stand auf einmal Iniesta nicht im Abseits, weil Braafheid noch Bodenturnen im eigenen Strafraum &#252;bte. Ein Schu&#223;, ein Strich, EinsNull.</p>
<p>Das 1:0 wurde sowohl von Spanien als auch von den Niederl&#228;ndern erfolgreich in den Abpfiff verwaltet und schon war Spanien Weltmeister. Irgendwie gerecht und irgendwie auch in Ordnung. Gl&#252;ckwunsch nach Spanien &#8211; vielleicht d&#252;rfen wir anderen ja demn&#228;chst auch mal wieder mitspielen. Das war alles in allem schon sehr &#252;berzeugend, was Ihr da vorgetragen habt bei dieser WM. Selten sch&#246;n anzusehen, aber effektiv und erfolgreich.</p>
<p>In erster Linie freue ich mich aber, dass nun der Wahnsinn in den Medien um hellseherische Kraken, nervende Vuvuzelas und Bundesverdienstkreuze f&#252;r L&#246;w ein Ende hat. Ich freue mich, dass nun bald wieder die Liga losgeht &#8211; frei von ZDF Fanexperten, ohne schwachsinnige Diskussionen um innere Reichsparteitage und so ganz ohne Fanmeilen. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=-eJcnuztiZM" target="_blank">Das wird sch&#246;n</a>.</p>
<p>Tsch&#252;&#223; S&#252;dafrika.</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1410&amp;md5=e42a030006a13c1280a5237587f1305b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Uruguay &#8211; Niederlande 2:3</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 22:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[G&#228;be es das Konzept &#8220;Gerechtigkeit&#8221; im Fu&#223;ball, es w&#252;rde durch dieses Spiel symbolisiert. Uruguay, mit der Verl&#228;ngerung gegen Ghana in den Knochen, spielte tr&#228;ger, doppelte aber tapfer Robben und Sneijder und versuchte zu verheimlichen, dass ihnen nach vorne nicht viel einfiel. Die Niederlande, den Sieg gegen Brasilien im R&#252;cken, spielte mit Selbstbewu&#223;tsein auf und tat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/niederlande.png" rel="lightbox[1383]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1384" title="niederlande" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/niederlande.png" alt="" width="620" height="413" /></a></p>
<p>G&#228;be es das Konzept &#8220;Gerechtigkeit&#8221; im Fu&#223;ball, es w&#252;rde durch dieses Spiel symbolisiert. Uruguay, mit der Verl&#228;ngerung gegen Ghana in den Knochen, spielte tr&#228;ger, doppelte aber tapfer Robben und Sneijder und versuchte zu verheimlichen, dass ihnen nach vorne nicht viel einfiel. Die Niederlande, den Sieg gegen Brasilien im R&#252;cken, spielte mit Selbstbewu&#223;tsein auf und tat so als seien die furchtbaren Spiele vor Brasilien nie passiert. Das Konzept ging f&#252;r beide auf, die Niederlande ging in F&#252;hrung, Uruguay glich aus &#8211; beide Tore fielen durch wundersch&#246;n getretene Sch&#252;sse &#8211; zur Halbzeit ein gerechtes Unentschieden.</p>
<p>Nach dem Wechsel &#246;ffneten beide Mannschaften ihr Spiel &#8211; ein Satz, f&#252;r den ich mir auch heute wieder die goldene Beckmann-Nadel am Band verdiene. Im Endeffekt reichten den Niederlanden vier Minuten aufmerksamer Fu&#223;ball, in denen sie zun&#228;chst ein Billardtor erzielten ehe Robben mit einem schulm&#228;&#223;ig abgeschlossenem Flankenangriff per Kopf das 3:1 erzielte. Das sah in dieser Phase alles schon ganz so aus, als wollten sie wirklich in dieses Finale w&#228;hrend Uruguay in dieser Phase mehr &#8220;auch auf dem Platz war&#8221;. Oscar Tabarez, der Trainer Uruguays, bewies Sinn f&#252;r Humor als er als Reaktion auf die pl&#246;tzlich so klare F&#252;hrung der Niederlande Forlan vom Platz nahm.</p>
<p>In den letzten f&#252;nf Minuten des Spiels wurden sowohl Forlan als auch Suarez, der dank der Roten Karte gegen Ghana dieses Spiel von der Trib&#252;ne sah, im Sturm Urugays vermisst, denn nach dem Anschlu&#223;treffer durch Pereira, legte Schiedsrichter Ravshan Irmatov die Empfehlung von &#8220;3 Minuten Nachspielzeit&#8221; des vierten Offiziellen, sehr gro&#223;z&#252;gig aus, was Uruguay zu einem f&#252;nfmin&#252;tigem Sturmlauf nutzte. Doch beide Topst&#252;rmer waren nicht mehr da: Gerechterweise verloren. Der Wechsel von Forlan war in meinen Augen ein klarer Fehler, die Rote Karte im Spiel zuvor eine Unsportlichkeit &#8211; auch hier die versp&#228;tete Gerechtigkeit.</p>
<p>Geht schon in Ordnung so.</p>
<p>Morgen hat dann Deutschland die freie Wahl ob ihnen ein Gegner angenehmer ist, der bisher keinen &#252;berzeugenden Fu&#223;ball gespielt hat und doch immer irgendwie das bessere Ergebnis auf seiner Seite hatte oder eine frustrierte Mannschaft aus Uruguay, die wohl f&#252;r ihren Stolz nochmal ordentlich rennen werden im Spiel um Platz drei. Beides unbequeme Gegner. Eins, zwei oder drei&#8230; Und dann ist da ja noch Spanien. Ob Ihr wirklich richtig steht&#8230;</p>
<p>Hach, so ein bisschen bin ich ja aufgeregt.</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1383&amp;md5=c8c58f94e2ca6ba9f934dc5ebe35412d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Flattr</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 18:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Weltherrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[bedenken]]></category>
		<category><![CDATA[flattr]]></category>
		<category><![CDATA[invites]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie bereits angek&#252;ndigt hier ein paar Gedanken zum Thema flattr. Wer nicht ganz unter einem Stein gelebt hat in den letzten drei Internetmonaten, der hat mitgekriegt, dass Peter Sunde und Linus Olsson vor einiger Zeit flattr aus dem Boden gestampft haben. Ein Mikrobezahldienst, mit dem man Inhalte, die einem im Netz gefallen haben, auch finanziell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/flattr.jpg" rel="lightbox[1350]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1352" title="flattr" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/flattr.jpg" alt="" width="620" height="414" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Wie <a href="http://www.othertimes.de/2010/06/29/if-you-dont-like-this-design-the-terrorists-win-other-times-neues-kleid/" target="_blank">bereits angek&#252;ndigt</a> hier ein paar Gedanken zum Thema <a href="https://flattr.com" target="_blank">flattr</a>. Wer nicht ganz unter einem Stein gelebt hat in den letzten drei Internetmonaten, der hat mitgekriegt, dass <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde" target="_blank">Peter Sunde</a> und Linus Olsson vor einiger Zeit flattr aus dem Boden gestampft haben. Ein Mikrobezahldienst, mit dem man Inhalte, die einem im Netz gefallen haben, auch finanziell belohnen kann (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=9zrMlEEWBgY" target="_blank">Erkl&#228;rvideo in 1:44</a>).</p>
<p>Nicht nur, dass flattr momentan vor allem in Deutschland rumgereicht wird, was sich an der eklatanten H&#228;ufung oft schlechter Wortspiele in deutschen Blog&#252;berschriften bemerkbar macht, es hat sich, laut den Einnahmeberichten, auch <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/flattr-einnahmen-im-juni/" target="_blank">durchaus</a> <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/07/01/flattr-der-erste-monat/" target="_blank">gelohnt</a> <a href="http://tim.geekheim.de/2010/07/02/flattr-zweiter-streich/" target="_blank">f&#252;r</a> <a href="http://twitter.com/spreeblick/status/17563110621" target="_blank">einige</a> <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/07/01/flattr_bringt_uns_99850_euro_im_jun/" target="_blank">Projekte</a>. Unabh&#228;ngig von den Verbandelungen mit Pirate Bay, was Peter Sunde ja dereinst mitgr&#252;ndete, habe ich noch ein paar andere Bauchschmerzen beim Thema flattr, die ich einmal festgehalten wissen will bevor ich erkl&#228;re, warum es vorerst doch einen flattr Button hier geben wird.</p>
<p><span id="more-1350"></span><strong>Die Bauchschmerzen</strong></p>
<p>Zun&#228;chst einmal w&#252;rde ich hier zwischen pers&#246;nlichen und generellen Bedenken unterscheiden. Pers&#246;nlich wollte ich othertimes.de immer werbefrei, linkexchangefrei und adwordfrei halten. Das hat sich auch nicht ge&#228;ndert und othertimes.de wird weiterhin frei von Werbung und Co. bleiben. Trotzdem wird meine kleine Gedankensammelstelle hier pl&#246;tzlich Einnahmequelle und ich wei&#223; nicht, ob mir das gef&#228;llt. Ich finde es ganz gro&#223;artig, dass es &#252;berhaupt Leute gibt, die lesen und anschauen wollen, was ich hier mache und ich wei&#223; noch nicht, ob ich es gut finde, wenn da jetzt eine neue, finanzielle Anerkennungsabstraktion dazukommt. Kommentare sind mir nach wie vor lieber. Das ist aber ganz pers&#246;nlich mein Problem und hat nichts mit flattr allgemein zu tun.</p>
<p>Viel eher in die Richtung der allgemeinen Kritik st&#246;&#223;t meine Bef&#252;rchtung, dass sich viele flattr Nutzer dazu verleiten lassen k&#246;nnten, f&#252;r einen Markt zu produzieren. Immer, wenn etwas gegen Geld abgerechnet wird und man nach einer Weile sieht, welche Produkte das meiste Geld einbringen, hat man potentiell den Drang im Kopf, &#228;hnliche Produkte wiederholt zu pr&#228;sentieren in der Hoffnung, diesen Erfolg zu wiederholen.</p>
<p>Was ich allerdings an Blogs sch&#228;tze ist ja gerade die M&#246;glichkeit alles, was einem in den Kopf kommt, zu schreiben und v&#246;llig frei von Themenvorgaben produzieren zu k&#246;nnen. Ich sehe eine l&#228;ngerfristige &#8220;Gefahr&#8221;, dass diese Unabh&#228;ngigkeit zumindest eingeschr&#228;nkt werden k&#246;nnte, um einem Markt gerecht zu werden, den man selber geschaffen hat. Diese Entwicklung f&#228;nde ich pers&#246;nlich schade.</p>
<p>Mein zweiter Hauptkritikpunkt liegt in der Art und Weise, wie momentan der flattr Button eingesetzt wird. Da Blogs eben gerne auch mal externe Inhalte einbinden (und das auch unbedingt sollen), ist mir der flattr Button unter diesen Inhalten nicht nur zutiefst unsympathisch, ich finde ihn dort auch falsch. Denn ich als Blogger habe ja keine wirkliche Leistung vollbracht, wenn ich mir ein Musikvideo von Youtube nehme und das hier einbinde.</p>
<p>Als Beispiel seien hier die <a href="http://www.spreeblick.com/2010/07/05/guten-morgen-190/" target="_blank">&#8220;Guten Morgen&#8221; Posts</a> von Spreeblick genannt &#8211; v&#246;llig wertfrei und ohne pers&#246;nliche Kritik. Unter solchen Posts w&#252;rde ich mir generell keinen flattr Button w&#252;nschen, denn das Geld, was damit verdient wird, und seien es auch nur Cents, kommt ja weder denen zugute, die die Musik geschrieben haben noch denen, die das Video gedreht haben &#8211; den origin&#228;ren Inhalt also produzierten. Auch das ist wieder nur meine Meinung und es soll jeder machen, wie er es f&#252;r richtig h&#228;lt, aber ich finde die momentan herrschende &#8220;Alles oder Nichts&#8221;-Mentalit&#228;t beim Einsatz des flattr Buttons bedenklich und in Teilen falsch.</p>
<p><strong>Warum also doch auch hier der Knopf?</strong></p>
<p style="text-align: left;">Der Hauptgrund, warum er entgegen allen Bedenken, doch hier gelandet  ist, ist, dass mir die Grundidee sehr sympathisch ist und wenn flattr  dazu beitragen kann, dass sich Leute, deren Inhalte ich sch&#228;tze, einen  kleinen Obulus nebenher verdienen k&#246;nnen, dann finde ich das gut. Und  wenn das dann z.B. die Miete f&#252;r <a href="http://tim.geekheim.de/" target="_blank">Tim  Pritloves</a> Podcaststudio einbringt, dann haben da ja alle etwas  davon, die Tims Podcasts sch&#228;tzen. Wenn sich schon niemand anders darum  k&#252;mmert, dass es vern&#252;nftige Bezahldienste f&#252;r das Internet gibt, dann  m&#246;chte ich zumindest diejenigen unterst&#252;tzen, die es bisher meiner  Meinung nach grunds&#228;tzlich richtig machen. Und das ist momentan flattr.</p>
<p style="text-align: left;">Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich den flattr Knopf doch erstmal hier eingebaut. Ich werde ihn jedoch nur unter Posts setzen, die auch zu 100% von mir stammen oder die Teilinhalte verwenden, die es mir erlauben mit ihnen potentiell Geld zu verdienen (Creative Commons Lizenzen auf flickr ist da ein Stichwort). Sollte dies nicht der Fall sein oder sollte ich unbedingt dieses eine Bild von flickr verwenden wollen, welches ich nicht kommerziell nutzen darf, dann werde ich den Button f&#252;r dieses Posts deaktivieren. Ebenso f&#252;r Posts, die Videos beinhalten, deren Urheberrecht nicht bei mir liegt. Das finde ich fair.</p>
<p style="text-align: left;">Meine pers&#246;nlichen Bauchschmerzen kann ich mir mit diesem Vorgehen jedoch auch weiterhin nicht nehmen und sollte ich irgendwann keine Lust mehr auf flattr haben, fliegt er genauso schnell raus, wie er gekommen ist.</p>
<p>Versprochen.</p>
<p>Falls jetzt nach diesen Zeilen jemand noch Invites haben m&#246;chte, dann habe ich hier noch drei Invite-Codes rumliegen. Einfach in den Kommentaren melden.</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1350&amp;md5=ea128a45c42f101ae816866c0ed9380d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Argentinien &#8211; Deutschland &#8211; 0:4</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/07/03/argentinien-deutschland-04/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 19:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich so: Na wollen wir doch mal sehen &#8211; Argentinien stark, Deutschland stark. Das wird bestimmt ein gutes Spiel. Alle anderen so: Schlaaaaaaaaaaaaaaand. Ich so: 1:0 nach einem Standard? Nach einem Standard?? Alle anderen so: OMFGYeahGeil! Ich so: L&#228;sst sich gut an. Argentinien spielt nicht gut, Deutschland macht ihr Spiel kaputt. Im Mittelfeld sind Maradonas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/public_viewing.jpg" rel="lightbox[1363]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1365" title="public_viewing" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/public_viewing.jpg" alt="" width="620" height="414" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: Na wollen wir doch mal sehen &#8211; Argentinien stark, Deutschland stark. Das wird bestimmt ein gutes Spiel.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: Schlaaaaaaaaaaaaaaand.</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: 1:0 nach einem Standard? Nach einem Standard??</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: OMFGYeahGeil!</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: L&#228;sst sich gut an. Argentinien spielt nicht gut, Deutschland macht ihr Spiel kaputt. Im Mittelfeld sind Maradonas Mannen vollkommen abgemeldet.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: Yeeeeahhhh. Schlaaaaaaand &#8211; Noch ein Bier bitte.</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: Sehr gut &#8211; hinten aufpassen &#8211; Neuer sieht gut aus. Sicher auf und abseits der Linie. Das k&#246;nnte klappen heute. Jetzt nur nicht noch vor der Halbzeit den Ausgleich fangen.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: Proooooost!!!</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: Wow, die spielen ja sogar in der zweiten H&#228;lfte so weiter. Toller Fu&#223;ball.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: Klose dankt es L&#246;w, dass dieser ihn nach seinem dummen Platzverweis in der Vorrunde nicht aus der Startelf verbannt hat. 2:0. Sehr sch&#246;n!</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: Noch ein Bier &#8211; Schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaand!! JAAAAA!</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: WTF? Hat Arne Friedrich gerade ein Tor geschossen?? Heute ist alles m&#246;glich.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: &#8230;ok, jetzt wirds albern. 4:0? Gegen Argentinien? Was spielen denn Maradonas Jungs da heute? Schei&#223;e, schon wieder eine Prognose vollkommen daneben gelangt.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle andern so: OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf OMFGWersollunsjetztnochaufhalten?WirsinddochschonsogutwieWeltmeister!!!!11Elf</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich so: Und vorbei. Da lacht selbst Merkel auf der Trib&#252;ne mal nach all den Wochen. Sehr gut gespielt Deutschland &#8211; Chapeaux! Weltmeisterlich gar &#8211; aber soll ich wirklich nochmal irgendetwas prognostizieren?</p>
<p style="text-align: left;"><em>Alle anderen so: Huuuuuuuuup!</em></p>
<p style="text-align: left;">Ich glaube ich bin innerlich tot.</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1363&amp;md5=a05bf0ab4504fa45db62f8141d866ac2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Endlich WM Fu&#223;ball &#8211; Die ersten Viertelfinals</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/07/03/endlich-wm-fussball-die-ersten-viertelfinals/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 01:07:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieht man es positiv, dann ist genau eine meiner zuletzt ge&#228;u&#223;erten Prognosen eingetroffen: Die, dass wahrscheinlich alle meine zuletzt ge&#228;u&#223;erten Prognosen sich nach den Viertelfinals als falsch herausstellen w&#252;rden. Sieht man es negativ, dann muss man heute wohl festhalten, dass ich als Tippgeber f&#252;r Fu&#223;ballspiele in etwa soviel tauge wie Reinhold Beckmann als Moderator eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sieht man es positiv, dann ist genau eine meiner zuletzt ge&#228;u&#223;erten Prognosen eingetroffen: Die, dass wahrscheinlich alle meine zuletzt ge&#228;u&#223;erten Prognosen sich nach den Viertelfinals als falsch herausstellen w&#252;rden. Sieht man es negativ, dann muss man heute wohl festhalten, dass ich als Tippgeber f&#252;r Fu&#223;ballspiele in etwa soviel tauge wie Reinhold Beckmann als Moderator eben dieser (kein Text ohne Beckmann-Seitenhieb).</p>
<p><strong>Brasilien : Niederlande &#8211; 1:2</strong></p>
<p>Was f&#252;r ein Spiel. Noch nie war ich so froh, mich bei der Einsch&#228;tzung einer Mannschaft so gr&#252;ndlich vertan zu haben, wie heute bei den Niederl&#228;ndern. Nachdem diese &#228;hnlich schlafm&#252;tzig begannen wie in der kompletten Vorrunde, wurde in diesem Spiel sp&#228;testens ab der 46. Minute endlich mal richtig Fu&#223;ball gespielt.</p>
<p>Das 1:0 f&#252;r Brasilien durch Robinho in der 10. Minute lie&#223; mich eigentlich vermuten, dass auch in diesem Spiel Brasilien seinen erfolgreichen Stil weiter durchziehen w&#252;rde: Hinten dicht und vorne gut. Der Pass von Melo durch die gesamte Hintermannschaft der Niederlande war ein Lehrst&#252;ck in Sachen Spiel&#252;bersicht aus dem Mittelfeld. Dazu ein grandioser Abschluss und Brasilien hatte das Spiel im Griff. Kakas Kunstschuss in der 31. Minute war ebenso zum Zunge-Schnalzen wie die Parade, mit der Stekelenburg ihn in h&#246;chster Not &#252;ber das Tor bef&#246;rderte.<br />
<span id="more-1358"></span><br />
Bei den Niederl&#228;ndern ging noch nicht viel zusammen, Robben zog immer mindestens zwei Verteidiger auf sich und konnte seinen linken Fu&#223; nicht recht hinter den Ball bringen. Van Bommel war zwar irgendwie da, wu&#223;te aber nicht so wirklich etwas mit sich anzufangen und Snejder verhaspelte sich ein ums andere mal an der eigenen Brillanz.</p>
<p>Man wird wohl viel munkeln, was genau in der Halbzeit in den Kabinen der beiden Teams passiert ist (vermutlich wird man das nicht, aber es passte als &#220;berleitung also pssst jetzt). Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit sahen eine niederl&#228;ndische Mannschaft, die pl&#246;tzlich begriffen zu haben schien, dass dieses Fu&#223;balldings ihnen doch eigentlich liegt und sie mal ganz gut darin waren. Gleichzeitig waren die Brasilianer nicht mehr mit ihrem eigenen System einverstanden. Sie waren zwar vorne immer noch gut, hinten jedoch nicht mehr so dicht.</p>
<p>W&#228;re da doch mal fr&#252;her jemand drauf gekommen: Gegenwehr. Das war Brasiliens Schw&#228;che. In der 53. Minute lie&#223; die komplette brasilianische Hintermannschaft Zuordnung Zuordnung sein und Melo verl&#228;ngert einen Freisto&#223; von Snejder ins eigene Tor: 1:1. Da standen sie dann da, denn das war ihnen so noch nicht passiert bei dieser WM. Ein Ausgleichstreffer &#8211; absurde Vorstellung. Und tats&#228;chlich zerbrach das vorher so effektive System Brasiliens an der erfolgreichen Gegenwehr der Niederl&#228;nder.</p>
<p>Die Zweik&#228;mpfe wurden zwar begonnen, aber nicht mehr erfolgreich zu Ende gef&#252;hrt. Auf einmal war immer ein niederl&#228;ndisches Bein in der N&#228;he, die Kombinationen waren nicht mehr furchteinfl&#246;&#223;end &#8211; Brasilien war geschockt. Und dann stand da Snejder. Irgendwie nahm ihn keiner so recht ernst als er in der 68. Minute, umringt von drei Verteidigern, einen verl&#228;ngerten Eckball auf den Kopf bekam. Und doch ging es ganz schnell. Den Ball, von Kujts Kopf kommend, brauchte er nur leicht in Richtung Tor zu nicken: 2:1 Niederlande.</p>
<p>Die wenigen Chancen, die man den Brasilianern zu diesem Zeitpunkt noch zugestand, wurden in 73. Minute dann endg&#252;ltig zunichte gemacht als Melo wegen Nachtretens zu Recht die Rote Karte sah &#8211; Brasilien nur noch zu zehnt und die Niederlande in der Schlu&#223;phase mit dem Gl&#252;ck des T&#252;chtigen: Das konnte nur schief gehen und das ging es auch. Brasilien unter Dunga scheidet aus dieser WM aus und ich bin mir sicher, dass Dunga diesen Posten nicht mehr lange inne haben wird &#8211; zu gro&#223; war die Kritik an seinem System bereits vorher. Schade drum, mir hat Brasilien gefallen bei dieser WM, eben ob des ungew&#246;hnlichen Fu&#223;balls f&#252;r eine brasilianische Mannschaft.</p>
<p>Prognose Niederlande (jaja, ich wei&#223;): Mit einer &#228;hnlichen Leistung schlagen sie Uruguay. Also Finale.</p>
<p><strong>Uruguay : Ghana &#8211; 4:2 (n.E.)</strong></p>
<p>Machen wir es kurz &#8211; das Spiel war &#252;ber 90 Minuten nicht nur vom Ergebnis her ausgeglichen. Uruguay dominierte die ersten 30 Minuten und hatte etliche Chancen zum F&#252;hrungstreffer. Warum sie diese nicht nutzten wissen alleine Forlan und Suarez. Die beliebte Sportfloskel &#8220;aus dem Nichts&#8221; wird gerne verwendet, wenn man nicht so recht beschreiben kann, warum etwas passiert und so fiel denn auch das 1:0 f&#252;r Ghana in der 45. Minute &#8220;aus dem Nichts&#8221;. Zwar hatte Ghana zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar Chancen auf der Haben-Seite, aber ihr Spiel erinnerte nicht im Geringsten an die k&#228;mpferischen Leistungen der Partien zuvor.</p>
<p>Nach dem Wechsel dauerte es nur zehn Minuten bis Forlan eine seiner vielen Chancen dann doch nutzte und in der 55. Minute per Freisto&#223; den Ausgleich erzielte. Zu sagen, dass ab diesem Zeitpunkt zwei Mannschaften gegeneinander spielten, die sich in Sachen Kampfgeist, Siegeswillen und Spielwitz nicht viel nahmen, w&#228;re leicht &#252;bertrieben aber nicht falsch. Es war ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten aber ohne z&#228;hlbaren Erfolg. Nach 93 Minuten ging es in die Verl&#228;ngerung, die nochmals 30 Minuten das selbe Schauspiel zeigte &#8211; nur langsamer.</p>
<p>Dann kam die 121. Minute. Unter dem Druck von Ghanas Sturmreihe, entschied sich Suarez denkbar ung&#252;nstig zu einem Handspiel auf der Linie des eigenen Tores. Rote Karte und Elfmeter f&#252;r Ghana &#8211; ein Alptraum f&#252;r Suarez, denn in seinen und den Augen wohl aller Zuschauer hatte er gerade Uruguay die WM gekostet. Doch Gyan konnte so viel Leid nicht ertragen, hatte Mitleid mit Suarez und schoss den alles entscheidenden Elfmeter gegen die Latte. Ein Pfiff und die Verl&#228;ngerung war vorbei. Was f&#252;r ein Moment. Wie leer man sich in so einem Moment als Fu&#223;baller f&#252;hlt, konnte man in Gyans Gesicht ablesen. Er war wohl in diesen Sekunden so alleine wie noch nie zuvor &#8211; obwohl Kevin-Prince Boateng versuchte, Aufbauarbeit in Form einer gewagten H&#252;pf-Tanz-Einlage um ihn herum zu leisten.</p>
<p>Welch bitteren Sinn f&#252;r Ironie und den gespielten Witz Milovan Rajevac, der Trainer Ghanas, hat, konnte man dann im folgenden Elfmeterschie&#223;en sehen. Er lie&#223; Gyan als ersten Sch&#252;tzen Ghanas antreten. In welcher verdrehten Trainerpsychologieschule diese Taktik gelehrt wird, w&#252;sste ich nur zu gerne. Doch Gyan bewies, wohl in erste Linie sich selbst, dass er Elfmeter auch verwandeln kann &#8211; im Gegensatz zu Mensah und Muslera, die beide vergaben und Uruguay so das Halbfinale erm&#246;glichten.</p>
<p>Prognose Uruguay: Mit einer Verl&#228;ngerung und dem nervenaufreibendem Schluss in den Knochen ist gegen die Niederlande im Halbfinale Schluss.</p>
<p>Was f&#252;r ein Krimi diese letzten Minuten waren. Genau dieses Gef&#252;hl hat mir bisher immer gefehlt bei dieser WM. Diese Momente, von denen man am n&#228;chsten Tag begeistert erz&#228;hlt. Die Szenen, die f&#252;r immer auf YouTube stehen werden und unz&#228;hlige Flamewars nach sich ziehen werden. Das waren sie. Bitte mehr davon.</p>
<p>Morgen steht um 16 Uhr wieder die Nation still &#8211; Deutschland gegen Argentinien. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LCtwVBhxzVs" target="_blank">Da war doch mal was</a>. Ich hoffe, der Zettel f&#252;r Manuel Neuer ist schon geschrieben.</p>
<p>Bis morgen Abend.</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1358&amp;md5=ab82c611e310acc4a39320c829211bd9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die WM Achtelfinals Teil 2</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 16:11:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie versprochen heute der zweite Teil der Achtelfinalnachlese, die aber deutlich k&#252;rzer ausfallen wird. Zum einen, weil ich eines der vier Spiele gar nicht gesehen habe, zum anderen, weil die drei, die ich sah, mich derart gelangweilt haben, dass ich eigentlich schon aus Rache &#252;ber sie nichts schreiben d&#252;rfte. Doch der Reihe nach. Niederlande : [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/spain.jpg" rel="lightbox[1338]"><img class="size-full wp-image-1339  aligncenter" title="spain" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/07/spain.jpg" alt="" width="500" height="364" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Wie versprochen heute der zweite Teil der Achtelfinalnachlese, die aber deutlich k&#252;rzer ausfallen wird. Zum einen, weil ich eines der vier Spiele gar nicht gesehen habe, zum anderen, weil die drei, die ich sah, mich derart gelangweilt haben, dass ich eigentlich schon aus Rache &#252;ber sie nichts schreiben d&#252;rfte. Doch der Reihe nach.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Niederlande : Slowakei &#8211; 2:1</strong></p>
<p style="text-align: left;">Bei Tippspielen ist das ja immer der &#8220;Ich habe keine Ahnung&#8221;-Tipp, da alle Spiele immer irgendwie 2:1 ausgehen. Nat&#252;rlich bis auf die, die nicht 2:1 ausgehen. Das geh&#246;rt ebenso zu den unverr&#252;ckbaren Fu&#223;ballweisheiten wie die Tatsache, dass die Niederlande bei dieser WM anscheinend den schrecklichsten Fu&#223;ball der Welt spielen d&#252;rfen und trotzdem immer gewinnen. Eine Qualit&#228;t, die jahrelang Deutschland nachgesagt wurde. Nun ist die niederl&#228;ndische Mannschaft nicht schlecht besetzt und Robben und van Bommel machten in dem Spiel auch einen leidlich guten Job; aber war ich der Einzige, der das Gef&#252;hl hatte, dass sie schon nach dem 1:0 durch Robben in der 18. Minute keine rechte Lust mehr hatten?</p>
<p style="text-align: left;">Die Slowakei schien noch m&#252;de von ihrem rauschenden Fest gegen Italien und gerade Vittek vergab Chancen, die er gegen Italien reihenweise gemacht h&#228;tte. Echte Fu&#223;ballmagazine schreiben &#252;ber das Spiel, was die Niederl&#228;nder spielten, gerne, dass &#8220;sie Ball und Gegner laufen lie&#223;en&#8221; und genau das trifft es auch. Gem&#252;tlich im 1:0 zur&#252;ckgezogen, lie&#223;en sie m&#252;de Slowaken rennen. Das tat dem Spiel nicht gut, es wurde langsam und zerfahren. In der 84. Minute hatte Snejder ein Einsehen und schob einen quergelegten Ball ins freie Tor nachdem Mucha im Tor der Slowaken nach einem Freisto&#223; schon &#252;berwunden war. Selten ein so gelangweiltes Tor gesehen. Dass die Slowakei in der Nachspielzeit dann noch den Anschlu&#223; per Elfmeter erzielte, interessierte Robben dann schon nicht mehr. Furchtbarer Fu&#223;ball.</p>
<p style="text-align: left;">Prognose Niederlande: Viertelfinalaus gegen Brasilien.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1338"></span></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Brasilien : Chile &#8211; 3:0</strong></p>
<p>Brasiliens Fu&#223;ball bei dieser WM wirkt durch den Verzicht auf Zuckerhut-Zauberei verwundbar und anf&#228;llig. Bis man mal gegen sie spielt. Das mu&#223;te auch Chile erfahren. Die st&#252;rmten relativ mutig drauflos und bissen sich ein ums andere Mal an der dichten Abwehr Brasiliens die Z&#228;hne aus. Irgendwann Mitte der ersten Halbzeit dann h&#246;rte das f&#252;r Brasilien auf, am&#252;sant zu sein und wie der gro&#223;e Bruder, der irgendwann von dem &#252;berm&#252;tigen Zankereien des Kleinen die Schnauze voll hat, fingen sie an Ernst zu machen. Juan und Luis Fabiano erzielten in Minute 34 und 38 relativ trocken und humorlos die 2:0 Halbzeitf&#252;hrung der Brasilianer. Nach dem Wechsel spielte Chile zwar weiterhin mutig mit, waren aber immer eine Spur zu hastig und &#252;bereifrig. Ganz im Gegensatz zu Robinho, der in der 59. Minute einen wundervollen Pass von Ramires zum 3:0 verwertete. Vorbei.</p>
<p>Oliver Kahn sagte abschlie&#223;end &#252;ber das Spiel Brasiliens, es w&#228;re &#8220;effektiv&#8221; gewesen. Und auch wenn er das nicht positiv gemeint hat: Da hat er Recht, der Oliver Kahn. Furchtbar effektiv.</p>
<p>Prognose Brasilien: Weltmeister.</p>
<p><strong>Paraguay : Japan &#8211; 5:3 (n.E.)</strong></p>
<p>Dieses &#8220;Spiel&#8221; war eine Beleidigung f&#252;r eine Weltmeisterschaft. Mehr will ich dazu eigentlich gar nicht schreiben. Die 120 Minuten regul&#228;re Spielzeit waren eine Qu&#228;lerei f&#252;r jeden, der nicht gerade im Stadion mit einer der beiden Mannschaften fieberte oder eine Vuvuzela blie&#223;. Grauenhafte Offensive gepaart mit vorsichtiger Defensive auf beiden Seiten, dazu grauenhaft schlechte Mittelfelder &#8211; ein Spiel, das in keinem Geschichtsband dieser WM je auftauchen sollte.</p>
<p>Das Elfmeterschie&#223;en schlie&#223;lich gewann Paraguay und niemand wei&#223; warum.</p>
<p>Prognose Paraguay: Viertelfinalaus gegen Spanien.</p>
<p><strong>Spanien : Portugal &#8211; 1:0</strong></p>
<p>Das Spiel Paraguay gegen Japan am Nachmittag vor diesem Spiel war eine solche Beleidigung f&#252;r mein Fu&#223;ballgeschmack, dass ich bei diesem Spiel ca. in der 10. Minute vor dem Fernseher einschlief. Als ich wieder aufwachte heulte Cristiano Ronaldo. Ein sch&#246;ner Abend also. Irgendwo habe ich die Statistik gelesen, dass Cristiano Ronaldo bei dieser WM 1 Tor aus 3 Torsch&#252;ssen gemacht hat, daf&#252;r aber 22 Hackentricks f&#252;r sich zu verbuchen wei&#223;. Mehr muss man dazu wohl nicht mehr sagen.</p>
<p>Prognose Spanien: Halbfinalaus gegen Argentinien.</p>
<p>Morgen geht es dann in die Viertelfinals und ich werde je nach Zeit wieder zur t&#228;glichen Berichtschreiberei zur&#252;ckkehren. Bei einem Spiel pro Tag sollte das machbar sein. Wahrscheinlich werden sich meine Prognosen nach den Viertelfinals alle als komplett falsch herausgestellt haben. Macht aber nichts. Ich bin ja nicht Rainer Holzschuh.</p>
<p>Bis morgen also.</p>
<p>———-</p>
<p>Fotonachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/jikatu/4748068741/in/set-72157624390828078/" target="_blank">IMG_9996</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/jikatu/" target="_blank">jikatu</a></p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1338&amp;md5=4eb8f2605d06e2f44e8ea41563ea022e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die WM Achtelfinals Teil 1</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/30/die-wm-achtelfinals-teil-1/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 17:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Fu&#223;ballruhetag der erste. Endlich mal nicht mehr dieser Zwang um 16 Uhr den Fernseher einschalten zu m&#252;ssen, um nicht doch eventuell DAS Spiel der WM zu verpassen. Denn bisher waren DIESE Spiele bei dieser WM ja eher rar. Zeit genug um einmal durchzuatmen und auf die Achtelfinals zur&#252;ckzublicken. Und ich verspreche, nicht weiter &#252;ber das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/06/fanmeile.jpg" rel="lightbox[1325]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1327" title="fanmeile" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2010/06/fanmeile.jpg" alt="" width="500" height="399" /></a></p>
<p>Fu&#223;ballruhetag der erste. Endlich mal nicht mehr dieser Zwang um 16 Uhr den Fernseher einschalten zu m&#252;ssen, um nicht doch eventuell DAS Spiel der WM zu verpassen. Denn bisher waren DIESE Spiele bei dieser WM ja eher rar. Zeit genug um einmal durchzuatmen und auf die Achtelfinals zur&#252;ckzublicken. Und ich verspreche, nicht weiter &#252;ber das Ausscheiden von England zu heulen.</p>
<p><strong>Uruguay : S&#252;dkorea &#8211; 2:1</strong></p>
<p>Drei &#8220;u&#8221; auf engstem Raum &#8211; so beschrieb <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WqAUnao1eCA" target="_blank">Funny van Dannen einst Uruguay</a>. Hie&#223;e ich Reinhold Beckmann, w&#252;rde ich diese Textzeile jetzt als Metapher f&#252;r das Spiel Uruguays verwenden und Mehmet Scholl w&#252;rde h&#246;flich l&#228;cheln. Nach der schnellen F&#252;hrung Uruguays lief S&#252;dkorea Sturmlauf um Sturmlauf in der Hoffnung, einer der verzweifelt geschlagenen B&#228;lle m&#246;ge sich ins Tor senken. Doch ein ums andere Mal verhinderte die hochgelobte Abwehr Uruguays, unter kr&#228;ftiger Zuhilfenahme des Ackers im Stadion von Port Elizabeth, den Ausgleich; bis in der 68. Minute ein Kopfball von Lee doch den Weg in die Maschen fand.</p>
<p>Nach dem Ausgleich verlegte sich S&#252;dkorea wieder auf h&#246;fliche Zur&#252;ckhaltung und &#252;berlie&#223; den wieder erwachten Uruguayern das Feld. Suarez hatte dann in der 80. Minute die Faxen dicke und schlenzte einen Ball, den er sich irgendwie selber vorgelegt hatte, ins lange Eck: 2:1 Uruguay. Nat&#252;rlich viel zu sp&#228;t f&#252;r S&#252;dkorea und es blieb beim Ausscheiden der aufopferungsvoll k&#228;mpfenden Asiaten, die im gesamten Turnier durchwachsen auftraten. Oft harmlos, technisch gut, taktisch zu sehr Einheitsbrei &#8211; das Achtelfinalaus passt. Uruguay setzt seine starke Serie fort und rechtfertigt seinen Gruppensieg mit der Qualifikation f&#252;rs Viertelfinale.</p>
<p>Prognose Uruguay: Halbfinalaus gegen Brasilien.</p>
<p><span id="more-1325"></span><strong>USA : Ghana &#8211; 1:2 (n.V.)<br />
</strong></p>
<p>Neben England das f&#252;r mich traurigste WM-Aus einer Mannschaft, die mich erstaunt, &#252;berrascht und f&#252;r sich gewonnen hat. Die USA spielten den Fu&#223;ball, den ich von England erwartet hatte: Sorglos, tapfer und streckenweise gewitzt nach vorne. Leider galt dies nur bis zum Ende der Vorrunde. Im Spiel gegen Ghana war davon nicht mehr viel zu sehen. Man merkte von dem sorglosen Selbstbewusstsein, was die Nordamerikaner noch bei den Spielen gegen England und Slowenien ausgezeichnet hat, nicht mehr viel. Ich wei&#223; nicht, ob es Respekt war oder die Angst, mit einer dummen Niederlage auszuscheiden &#8211; das Spiel war beh&#228;big und man lie&#223; Ghana zu viel spielen.</p>
<p>Ghana hatte mit Kevin-Prince Boateng, von dem ja gemunkelt wird, dass er Ballack die WM gekostet hat, einen Spieler auf dem Platz, den man in den 70er Jahren Torgarant genannt h&#228;tte. In der 5. Minute bekam er den Ball irgendwie vor die F&#252;&#223;e, zog kurzentschlossen ab und &#252;berraschte damit nicht nur Tim Howard im Tor der USA: 1:0 Ghana. Ein schnelles Gegentor; mit dieser Situation musste die USA bei dieser WM noch nicht umgehen und sie reagierten geschockt. Der hochgelobte Landon Donovan im Mittelfeld der USA schickt sich an, sich die Goldene Himbeere der WM zu erspielen. Planlos, gl&#252;cklos, torlos. In der zweiten H&#228;lfte gibt Ghana Sch&#252;tzenhilfe, Mensah foult Dempsey im Strafraum &#8211; zu Recht Elfmeter. Donovan trat an, lie&#223; den Ball vom rechten Pfosten ins Tor prallen und pl&#246;tzlich stand es 1:1. Damit hatte niemand mehr gerechnet, am allerwenigsten wohl Ghana, denn ab diesem Ausgleich liefen alle 22 Spieler auf dem Platz ein wenig aufgeschreckt &#252;ber den Platz und beruhigten sich erst wieder, als der Schiedsrichter zur Verl&#228;ngerung pfiff. In dieser war es wieder Ghana, die schneller begriffen, dass man so ein Spiel in erster Linie durch das Schie&#223;en von Toren gewinnt. Das 2:1 in der dritten Minute der Verl&#228;ngerung &#252;berraschte die USA abermals und genauso wie in den 90 Minuten zuvor liefen sie danach kopflos aufs Tor von Ghana &#8211; diesmal allerdings ohne Erfolg. Das, f&#252;r mich, viel zu fr&#252;he WM-Aus der Staaten.</p>
<p>Prognose Ghana: Viertelfinalaus gegen Uruguay.</p>
<p><strong>Deutschland : England &#8211; 4:1</strong></p>
<p>Achja. <a href="http://www.othertimes.de/2010/06/27/fuer-deutschland-sein-der-versuch-einer-spielbetrachtung-ohne-das-spiel-zu-betrachten/" target="_blank">Ich schrieb ja zuvor bereits</a>, dass ich den Sieg f&#252;r gerechtfertigt halte und das sehe ich auch immer noch so. Nachdem beide Mannschaften sich in den ersten 15 Minuten vorsichtig be&#228;ugten, schlug Manuel Neuer mit dem l&#228;ngsten Abschlag der Welt den Ball quasi in den Strafraum der Engl&#228;nder, Klose guckte Upson b&#246;se an und schob den Ball einfach mal in Richtung Tor als dieser daraufhin die Gegenwehr eingesch&#252;chtert einstellte. 1:0 nach zwanzig Minuten. Alles, was nicht h&#228;tte passieren d&#252;rfen aus Sicht von England, war eingetreten. Da die Reaktion von England ausblieb, entschloss sich Podolski in der 32. Minute James im Tor von England zu tunneln und es gelang ihm zuf&#228;llig auch: 2:0. Zu diesem Zeitpunkt erkannte England, dass man wohl doch besser nochmal was machen sollte und fing pl&#246;tzlich an, so etwas &#228;hnliches wie Fu&#223;ball zu spielen.</p>
<p>Upson k&#246;pfte in der 37. Minute halb neben, halb &#252;ber Neuer, dieser griff halb daneben, halb darunter und der Anschlusstreffer war da. Deutschland in der Folge sichtlich nerv&#246;s und folgerichtig fiel in der 38. Minute der 2:2 Ausgleich. Doch das Schiedsrichterteam hatte etwas dagegen und erkannte den Treffer nicht an, obwohl der Ball klar hinter der Linie aufkam, nachdem Lampard aus 17 Metern aufs deutsche Tor scho&#223;. Es ging mit 2:1 in die Pause und nur zwei Minuten nach dem nicht gegebenen Tor entbl&#246;dete sich quasi Jeder im deutschen Fernsehen von einer Revanche f&#252;r Wembley zu sprechen, was nat&#252;rlich kompletter Unsinn ist, aber wann hat das im deutschen Fernsehen schon jemals irgendjemanden von irgendetwas abgehalten.</p>
<p>Deutschland spielte nach dem Wechsel eine Seite aus dem Taktikbuch der S&#252;dkoreaner und zog sich weit zur&#252;ck, lie&#223; die Engl&#228;nder kommen. Diese nahmen das Angebot dankend an, dr&#252;ckten, hatten Pech im Abschlu&#223; und lie&#223;en sich letztendlich in der 67. Minute vom Duo M&#252;ller/Schweinsteiger nach allen Regeln der Kunst auskontern: 3:1 Deutschland. Der Drops war gelutscht, das hatte nicht nur Beckham auf der Bank der Engl&#228;nder erkannt. Die Mienen verfinsterten sich zusehends und das 4:1 f&#252;r Deutschland, wiederrum durch M&#252;ller, in der 70. Minute war sch&#246;n anzusehen und besiegelte das Schicksal des Heimatlands des Fu&#223;balls. Der Sieg der deutschen Elf geht in Ordnung und ich kann nichtmal schreiben, dass er um ein Tor zu hoch ausgefallen w&#228;re &#8211; zu sch&#246;n waren die beiden Tore M&#252;llers herausgespielt. So bleibt, wiedereinmal, die Hoffnung aufs n&#228;chste Mal f&#252;r England.</p>
<p>Prognose Deutschland: Viertelfinalaus gegen Argentinien.</p>
<p><strong>Argentinien : Mexiko &#8211; 3:1</strong></p>
<p>Das Spiel der Argentinier gegen Mexiko war ein gef&#228;hrliches &#8211; f&#252;r Deutschland. Dass Argentinien keine furchtbaren Schiedsrichterfehlentscheidungen oder Gastgeschenke der gegnerischen Abwehr braucht, um ein Spiel zu gewinnen, haben sie in der Vorrunde gezeigt. Dass sie diese trotzdem dankbar annehmen, haben sie im Spiel gegen Mexiko gezeigt. Niemand wei&#223; so richtig, welche Kontaktlinsen der Assistent vergessen hatte, er sollte sie jedoch beim Autofahren niemals herausnehmen. Aus gef&#252;hlten 30 Metern im Abseits k&#246;pfte Tevez in der 26. Minute unbehelligt ins Tor. Sieben Minuten sp&#228;ter dachte sich Osorio an der Strafraumgrenze, dass ein Abseitstor noch nicht ungerecht genug ist, schenkte dem heranst&#252;rmenden Higuain den Ball, deutete kurz in Richtung Tor uns lehnte sich bewundernd zur&#252;ck, als dieser das Geschenk sicher verwandelte: 2:0 Argentinien. Maradona an der Seitenlinie freute sich.</p>
<p>Nach dem Wechsel erzielte Tevez dann das einzige wirklich herausgespielte Tor der Argentinier und das 3:0 war dann auch Mexikos Todessto&#223;, was Maradona mit einem s&#252;ffisanten Grinsen wahrnahm. Die eingeleitete Siesta der S&#252;damerikaner bestrafte Hernandez in der 71. Minute und erzielte noch das 3:1 f&#252;r Mexiko, was Maradona mit leicht erboster Miene zur Kenntnis nahm. Am Ende wurde Argentinien seiner Favoritenrolle jedoch gerecht und auch wenn sie selber nicht viel daf&#252;r tun mussten, darf man sie nach diesem Spiel nicht untersch&#228;tzen. Ein 4:1 gegen harmlose Engl&#228;nder ist genau so wenig aussagekr&#228;ftig wie ein 3:1 mit zwei geschenkten Toren. Aber Maradona wei&#223; das sicher auch.</p>
<p>Prognose Argentinien: Finale.</p>
<p>Zu den restlichen vier Achtelfinals der letzten zwei Tage schreibe ich dann morgen noch irgendeinen Unsinn und bis dahin gehe ich die Ballpumpe &#246;len und die Béla Réthy freie Zeit genie&#223;en.</p>
<p>Bis morgen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Fotonachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/rene_berlin/4730713486/in/pool-1384501@N21/" target="_blank">IMG_2128</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/rene_berlin/" target="_blank">SpreePiX Berlin</a></p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1325&amp;md5=e5f483f1f31f7eedb56d67d617d7dcea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>F&#252;r Deutschland sein &#8211; Der Versuch einer Spielbetrachtung ohne das Spiel zu betrachten</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/27/fuer-deutschland-sein-der-versuch-einer-spielbetrachtung-ohne-das-spiel-zu-betrachten/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 16:16:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sieg geht in Ordnung. Das 2:2 war ein Tor, aber was soll&#8217;s schon. Diese zwei S&#228;tze muss ich schreiben, denn ich denke genau so. Gleichzeitig sollen sie die einzigen S&#228;tze sein, die ich zum Spiel schreiben werde. Wer mich kennt, wei&#223;, dass meine WM mit dem heutigen Nachmittag vorbei ist und ich mir, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Sieg geht in Ordnung. Das 2:2 war ein Tor, aber was soll&#8217;s schon. Diese zwei S&#228;tze muss ich schreiben, denn ich denke genau so. Gleichzeitig sollen sie die einzigen S&#228;tze sein, die ich zum Spiel schreiben werde. Wer mich kennt, wei&#223;, dass meine WM mit dem heutigen Nachmittag vorbei ist und ich mir, als leidgepr&#252;fter England Fan, die restlichen Spiele nun v&#246;llig ohne Emotionen anschauen kann.</p>
<p>Nein, dieser Text ist kein reiner WM Text. Er richtet sich an all die fr&#246;hlichen Menschen, die momentan die Fanmeilen dieser Republik bev&#246;lkern. Er richtet sich an all diejenigen, die mit den schwarz-rot-goldenen Farben auf der Wange momentan wieder dieses Gef&#252;hl der Freude empfinden, was ich seit Jahren bei &#8220;meinen&#8221; Engl&#228;ndern vergeblich suche. Er ist f&#252;r alle die Menschen, die jetzt was von Revanche f&#252;r Wembley reden, weil sie es nicht besser wissen. All diejenigen, die immer noch das Gerede von der Turniermannschaft glauben.</p>
<p>Seht Ihr, es ist so: Ich g&#246;nne Euch all die Freude und all den Jubel aus vollem Herzen. Diese deutsche Mannschaft macht auch mir Spa&#223; und wenn es nicht gerade gegen England ist, g&#246;nne ich ihr jeden Sieg. Und ihr d&#252;rft auch ohne Probleme heute nacht bis halb vier vor meinem Fenster feiern und Autokorsos fahren, denn schlie&#223;lich ist all das doch, warum wir 90 Minuten (plus x) vor den Fernsehern sitzen, in die Stadien pilgern und beten und fluchen.</p>
<p>Doch was ich Euch auf den Weg geben m&#246;chte ist die Bitte, all diese Freude und die Erinnerung an den Jubel &#252;ber das wundersch&#246;ne Doppelpack M&#252;llers im heutigen Spiel nicht zu vergessen. Macht es nicht so wie in all den Jahren bei jeder EM und WM zuvor und tragt diese Erinnerung weiter durch den Sommer. Denn dann haben wir alle etwas davon. Ihr, die Ihr &#8220;f&#252;r Deutschland seid&#8221; und wir, diese seltsame Spezies namens Fu&#223;ballfans.</p>
<p>Es ist doch so, liebe Sinologiestudentinnen im 14.Semester: Die zweij&#228;hrliche Bemalung Eurer lieblichen Wangen und der Besuch von &#8220;Public Viewing Spots&#8221;, weil doch der Schweini so niedlich aussieht, machen Euch nicht zu Fu&#223;ballfans. Sie machen Euch zu Sinologiestudentinnen, die f&#252;r Deutschland sind. Und das ist in Ordnung, denn mehr wollt Ihr nicht sein und mehr sollt Ihr auch gar nicht sein.</p>
<p>Nur, und jetzt kommt&#8217;s liebe Sinologiestudentinnen, wenn es im August wieder losgeht mit dem fu&#223;ballerischen Alltag und die Ligen dieser Republik wieder Fahrt aufnehmen, dann ist es ja meist vorbei mit Eurer Fu&#223;ballbegeisterung. Dann guckt Ihr die Fu&#223;ballfans in der Bahn wieder voller Verachtung an, wie sie da singen und sich auf Spiele freuen oder &#252;ber Siege jubeln. Vereinsfu&#223;ball &#8211; wie abartig. Dann st&#246;rt sie wieder; die Freude am Fu&#223;ball. Denn dann ist es ja die Freude der anderen und das Gef&#252;hl, pers&#246;nlich beleidigt zu sein, wenn &#214;zil den Pass von Schweini wieder nicht gekriegt hat, ist vergessen.</p>
<p>Drum meine Bitte an all die Menschen, die jetzt, zu Recht, feiern: Erinnert Euch an dieses Gef&#252;hl, wenn im Januar bei -5°C eine Gruppe singender Fu&#223;ballfans in Euren Bus einsteigt, r&#252;mpft nicht die Nase oder sch&#252;ttelt den Kopf. Das sind genau die Kutten, die neben Euch gerade die deutsche Mannschaft feiern. Das sind genau die 15j&#228;hrigen Ultras, deren Begeisterung ihr auf den Wiesen beim Public Viewing gerade herzallerliebst findet. Denn sie sind momentan, genau wie Ihr, f&#252;r Deutschland. Ihre Begeisterung ist die selbe und das Gef&#252;hl, was sie gerade empfinden, kennt Ihr von gerade jetzt.</p>
<p>Nur sp&#228;ter sind sie dann wieder Fu&#223;ballfans. Und Ihr nicht. Und das ist v&#246;llig in Ordnung. F&#252;r uns. Ich hoffe, bald auch f&#252;r Euch.</p>
<p>Ach und: Bitte bitte glaubt nicht alles, was Euch die Florian K&#246;nigs und Steffen Simons dieser Welt &#252;ber Fu&#223;ball erz&#228;hlen wollen, ok?</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1296&amp;md5=043629ba55e301c809b8f18ef9dc4519" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Entscheidend &#8211; WM Tage 12 + 13</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/24/entscheidend-wm-tage-12-13/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 10:07:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Machen wir es kurz. Ihr habt es ja alle gesehen, daher nur ein Schnellduchlauf &#8211; um mal Luft zu holen und die H&#228;lfte der Entscheidungen in Sachen Achtelfinale mal aus der Ferne zu betrachten. Uruguay: Gruppensieger &#8211; Achtelfinale. Unerwartet aber nicht unverdient. Prognose: Viertelfinalaus. Mexiko: Achtelfinale. Verdient. Prognose: Achtelfinalaus gegen Argentinien. S&#252;dafrika: Vorrundenaus. Haben im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Machen wir es kurz. Ihr habt es ja alle gesehen, daher nur ein Schnellduchlauf &#8211; um mal Luft zu holen und die H&#228;lfte der Entscheidungen in Sachen Achtelfinale mal aus der Ferne zu betrachten.</p>
<p><strong>Uruguay</strong>: Gruppensieger &#8211; Achtelfinale. Unerwartet aber nicht unverdient. Prognose: Viertelfinalaus.</p>
<p><strong>Mexiko</strong>: Achtelfinale. Verdient. Prognose: Achtelfinalaus gegen Argentinien.</p>
<p><strong>S&#252;dafrika</strong>: Vorrundenaus. Haben im letzten Spiel fast f&#252;r ein bisschen WM Magie gesorgt aber <span style="text-decoration: line-through;">Ribéry</span> Malouda hatte etwas dagegen. Prognose: Vuvuzela.</p>
<p><strong>Frankreich</strong>: Ohne Sieg nach Hause. Da bis auf <span style="text-decoration: line-through;">Ribéry</span> Malouda auch ohne Tor, kommt das Vorrundenaus v&#246;llig verdient. Prognose: Tr&#228;nen und Rotwein.</p>
<p><strong>Argentinien</strong>: Gruppensieger &#8211; ungeschlagen. Messi bisher noch ohne Tor. Prognose: Finale. Mindestens.<br />
<span id="more-1289"></span><br />
<strong>S&#252;dkorea</strong>: Achtelfinale. War wohl nur in der Gruppe so m&#246;glich. Prognose: Achtelfinalaus gegen Uruguay.</p>
<p><strong>Griechenland</strong>: Vorrundenaus. Viel zu wenig von allem. Wer im entscheidenden Spiel bei 0:1 R&#252;ckstand einen Abwehrspieler bringt, hat es nicht anders verdient. Prognose: Verpasste EM-Quali ohne Otto.</p>
<p><strong>Nigeria</strong>: Vorrundenaus. Wie Frankreich ohne Sieg nur mit mehr Toren und einer Niederlage weniger. Insofern doch nicht wie Frankreich. Prognose: Afrikacuphoffnungen.</p>
<p><strong>USA</strong>: Gruppensieger &#8211; v&#246;llig verdient. F&#252;r mich die &#220;berraschung des Turniers (neben Frankreich). Mit viel Herz gespielt und das auch noch gut (im Gegensatz zu Frankreich). Macht Spa&#223;. Prognose: Viertelfinalaus gegen Argentinien.</p>
<p><strong>England</strong>: Achtelfinale dank Defoe. Ach was soll ich noch gro&#223; schreiben? Prognose: Weltmeister (Herz); Viertelfinalaus gegen Uruguay (Kopf).</p>
<p><strong>Slowenien</strong>: Knapp nach Hause. Waren eigentlich schon im Achtelfinale bis Donovan gegen Algerien in der 92. Minute das 1:0 schoss. Schalke bem&#252;ht sich bereits um Partnerlandvertr&#228;ge. Prognose: Vorrundenaus bei der EM 2012.</p>
<p><strong>Algerien</strong>: Sieg- und torlos nach Hause. Die einzige Mannschaft, die schlechter ist als Frankreich bisher. Prognose: 7:0 Sieg gegen die Nationalmannschaft des S&#252;djemen im ersten Freundschaftsspiel nach der WM.</p>
<p><strong>Deutschland</strong>: Gruppensieger &#8211; dank &#214;zils Qualit&#228;t im entscheidenden Spiel solche Traumtore zu schie&#223;en. Mehmet Scholl sagt, man m&#252;sse vor England keine Angst haben &#8211; England empfindet das gegen&#252;ber Mehmet Scholl wohl &#228;hnlich. Prognose: Achtelfinalaus gegen England.</p>
<p><strong>Ghana</strong>: Achtelfinale &#8211; unerwartet aber verdient. Pers&#246;nlich freue ich mich dar&#252;ber, dass uns die BélaÂ  Réthys des deutschen Fernsehens jetzt noch einmal erkl&#228;ren k&#246;nnen, wer denn eigentlich daf&#252;r verantwortlich ist, dass Ballack nicht mitspielen kann. Prognose: Achtelfinalaus gegen die USA.</p>
<p><strong>Australien</strong>: Vorrundenaus. Viel zu harmlos. Hatte anfangs franz&#246;sische Z&#252;ge und der Sieg gegen Serbien im letzten Spiel war zu wenig. Prognose: Achtelfinale bei der WM 2014.</p>
<p><strong>Serbien</strong>: Mit einem Sieg und zwei Niederlagen nach Hause. Keine Schande in der Gruppe. Prognose: EM Qualifikation 2012.</p>
<p>Die erste H&#228;lfte der Achtelfinals steht somit fest. Ich freue mich besonders auf Sonntag, auch wenn ich Sonntag Abend diese Worte bereuen werde, wenn Podolski durch einen Gl&#252;cksschuss aus 38 Metern in der 89. Minute das 1:0 Achtelfinalaus Englands besiegelt hat.</p>
<p>Achja &#8211; Fu&#223;ball.</p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1289&amp;md5=330387dc0b16785333736066c5e1eb38" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nordkorea kapituliert &#8211; WM Tag 11</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/22/nordkorea-kapituliert-wm-tag-11/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 23:09:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich h&#228;tte einfach nichts sagen sollen. Einfach ruhig h&#228;tte ich sein sollen. Die WM in Ruhe lassen. Bescheiden weiter gucken und subtil meckern. Aber nein. Ich musste es ja heraus fordern. SiebenNull. F&#252;r Portugal. Sogar Cristiano Ronaldo durfte mal. Was f&#252;r ein Einstand in den Tag. Das Spiel gegen Portugal war f&#252;r Nord-Korea die letzte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich h&#228;tte einfach nichts sagen sollen. Einfach ruhig h&#228;tte ich sein sollen. Die WM in Ruhe lassen. Bescheiden weiter gucken und subtil meckern. Aber nein. Ich musste es ja heraus fordern. SiebenNull. F&#252;r Portugal. Sogar Cristiano Ronaldo durfte mal. Was f&#252;r ein Einstand in den Tag.</p>
<p>Das Spiel gegen Portugal war f&#252;r Nord-Korea die letzte Chance, den Aufenthalt im imperialistischen Ausland zu verl&#228;ngern und sie begannen im Gegensatz zu ihrem Spiel gegen Brasilien auch so als h&#228;tten sie das verstanden. Portugal hingegen schickte sich zun&#228;chst an,Â  an ihre Leistung vom 0:0 gegen die Elfenbeink&#252;ste anzukn&#252;pfen und das Favoritensterben bei dieser WM zu vervollst&#228;ndigen.</p>
<p>Nach einigen Alibi-Chancen des Aussenseiters, die diese, ganz der Underdog, links und rechts elegant liegen lie&#223;en, hatte Raul Meireles in der 28. Minute die Schnauze voll und er&#246;ffnete, was sich als Torreigen herausstellen sollte: 1:0 Portugal. Es wurden noch hier und da ein paar Chancen vergeben und es ging mit einer Fu&#223;ball-Welt, die in Ordnung war, in die Pause.<br />
<span id="more-1287"></span><br />
Nach dem Wechsel fand Nord-Korea quasi nicht mehr statt und bei den Portugiesen untermauerten Simao (53.), Hugo Almeida (56.), Tiago (60.), Liedson (81.), Cristiano &#8220;der Spiegel&#8221; Ronaldo (87.) und wiederum Tiago (89.) endlich auch mal den Favoritenanspruch Portugals. Mehr will ich dazu eigentlich auch nicht schreiben, zum Einen weil mehr eigentlich auch nicht passiert ist und zum Anderen weil ich trotz allem Portugal im Allgemeinen und Ronaldo im Besonderen immer noch nicht ausstehen kann. Dann doch lieber Ottmars Schweiz.</p>
<p>Betrachtet man die reine Statistik des Spiels Schweiz gegen Chile muss man zwangsweise annehmen, es handelte sich bei der Begegnung um das unfairste Spiel des gesamten Wettbewerbs: Neun gelbe und eine rote Karte stehen zu Buche. Hat man hingegen das Spiel gesehen, fanden sich diese zwar optisch durch ihre pure Anwesenheit auf dem Bildschirm wieder, auf dem Platz jedoch war mindenstens die H&#228;lfte dieser Karten, insbesondere die rote Karte in der 31. Minute gegen die Schweiz, vollkommen ungerechtfertigt.</p>
<p>Bis zu diesem Zeitpunkt ging das Hitzfeld&#8217;sche System mal wieder voll auf &#8211; vorsichtiges Mittelfeldspiel ohne gro&#223;en Drang zum Tor und wenn man doch mal zuf&#228;llig in den gegnerischen Strafraum gelangte, blo&#223; nicht zu genau zielen. Folgerichtig k&#246;pfte Grichling in der 26. Minute, in eleganter Harmlosigkeit ergeben, den Ball exakt neben das Tor der Chilenen und nannte das dann Chance. Es sollte die einzige der Schweizer in der ersten Halbzeit bleiben.</p>
<p>Aber auch Chile agierte &#8211; nennen wir es zur&#252;ckhaltend. Selbst nach der roten Karte gegen die Schweiz dauerte es bis zur 56. Minute bis zur ersten richtigen Chance der Chilenen. Sanchez durchbrach den Abwehrriegel der Schweizer, die nach der roten Karte noch vorsichtiger spielten, und lief allein auf Benaglio im Tor zu. Doch zum Gl&#252;ck f&#252;r die Schweiz erinnerte er sich rechtzeitig an die H&#246;flichkeit, mit der die schweizer Elf bis dato alle ihre Chancen vergeben hatte, und revanchierte sich entsprechend.</p>
<p>In der 75. Minute jedoch war die Chance dann doch zu &#252;berzeugend und selbst wenn er gewollt h&#228;tte, h&#228;tte Gonzalez den Ball wohl nicht mehr neben das Tor k&#246;pfen k&#246;nnen, als er v&#246;llig frei vor dem Schweizer Tor nur noch einzunicken brauchte: 1:0. Bis auf eine, nat&#252;rlich vergebene, Gro&#223;chance zum Ausgleich quasi mit Abpfiff, hatten sowohl Chile als auch die Schweiz in der restlichen Zeit nicht mehr viel zu bieten. Wen das 7:0 Portugals allzu sehr befl&#252;gelt hatte, den holte dieses Spiel sofort wieder auf den nackten Boden der WM Tatsachen zur&#252;ck: Hier wird vorsichtig und gestaffelt gespielt. Sturml&#228;ufe kann sich keiner erlauben.</p>
<p>Und dann kam Spanien. Der Nachbar hatte vorgelegt, doch das musste egal sein. Es galt sich selbst zu beweisen, dass man mehr konnte als abwartenden Siesta-Fu&#223;ball. In der Hoffnung, die Niederlage gegen die Schweiz h&#228;tte sich noch nicht bis zu Honduras herumgesprochen, begann man in dieser absurden Mischung aus selbstbewu&#223;tem Forechecking und konsequentem Zur&#252;ckhalten, die es J&#252;rgen Klopp so schwer macht, den spanischen Fu&#223;ball zu beschreiben.</p>
<p>Spaniens Gegner hat niemand so sch&#246;n zusammengefasst wie Fred, der eine &#228;hnliche &#220;bung wie ich hier bei Spreeblick veranstaltet -Â  nur ungleich eleganter und professioneller:</p>
<blockquote><p>&#8220;Zu sagen, Honduras folgte einem Spielplan, w&#228;re &#252;bertrieben. Die spielten das wie kleine Kinder Lego: man nimmt, was gerade kommt, steckt das irgendwie zusammen und behauptet am Schluss, es w&#228;r ein Flugzeug. Oder ein Pferd. Oder eine Ballsportart.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/21/spanien-honduras-20/" target="_blank">Spanien &#8211; Honduras auf Spreeblick </a></p></blockquote>
<p>Das 1:0 in der 17. Minute durch Villa kann man wohl Traumtor nennen. Gegen drei Abwehrspieler zieht er in den Strafraum und hat dann noch die &#220;bersicht, um den Ball in den rechten Winkel zu schlenzdreschen (das habe ich gerade f&#252;r diese Art Schu&#223; erfunden, denn es war weder das eine noch das andere aber eben auch nicht umgedreht &#8211; Ihr wisst schon.). Er schlenzdrosch also den Ball in den Winkel und irgendwie wu&#223;te man: Heute wird alles gut. Die Schweiz war weit weg und Honduras war &#8211; nunja &#8211; Honduras.</p>
<p>Nachdem sowohl Xavi als auch Fernando Torres an der neugewonnen Gl&#252;ckseligkeit teilhaben wollten, dies aber wohl aus pers&#246;nlichen Gr&#252;nden trotz herausragender Chancen nicht konnten, war es in der 51. Minute wieder Villa, der Honduras endg&#252;ltig besiegte. Nicht, dass da jemand dran gezweifelt h&#228;tte &#8211; am allerwenigsten wohl Honduras selber &#8211; aber wenn man dann schonmal da ist, kann man ja mal seiner Favoritenrolle gerecht werden. Dass Villa in der 62. Minute dann noch einen Elfmeter vergab, muss ja niemand wissen.</p>
<p>Spanien war zufrieden, Honduras wohl irgendwie auch &#8211; alles wird gut. Dieser WM Montag war ein Tag der Favoriten und in dem einzigen Spiel, in dem es keinen wirklichen Favoriten gab, gewann eben Chile. Das passt schon so. Nur dass ausgerechnet Cristiano Ronaldo nun&#8230; aber was solls.</p>
<p>Bis morgen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich bin m&#252;de &#8211; Das WM Wochenende</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/21/ich-bin-muede-das-wm-wochenende/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 14:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe WM, wir m&#252;ssen reden. Ich wei&#223;, wir hatten vereinbart, dass ich Dich komplett anschaue und zu jedem Spiel ein paar mitteloriginelle Zeilen aus meinem nicht vorhandenen Fu&#223;ballsachverstand quetsche. Der geschriebene Beckmann eben. Aber liebe WM, Teil dieses Deals war auch, dass Du gute Fu&#223;ballspiele bietest. Denn sind wir mal ehrlich: Spiele wie Ghana gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe WM, wir m&#252;ssen reden.</p>
<p>Ich wei&#223;, wir hatten vereinbart, dass ich Dich komplett anschaue und zu jedem Spiel ein paar mitteloriginelle Zeilen aus meinem nicht vorhandenen Fu&#223;ballsachverstand quetsche. Der geschriebene Beckmann eben. Aber liebe WM, Teil dieses Deals war auch, dass Du gute Fu&#223;ballspiele bietest. Denn sind wir mal ehrlich: Spiele wie Ghana gegen Australien oder Kamerun gegen D&#228;nemark, in denen f&#252;r mich so gar nichts auf dem Spiel steht (D&#228;nemark ist eben nicht England) sind einfacher zu ertragen, wenn flotter, ideenreicher Fu&#223;ball geboten wird.</p>
<p>Doch auch in den zur&#252;ckliegenden zwei Tagen war die fu&#223;ballerische Kost, die da &#252;ber den Bildschirm flimmerte, eher mau. Dass ein Fu&#223;ball, wie ihn zum Beispiel die Niederlande bisher boten, gegen Japan (1:0) zum vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale f&#252;hrte, empfindet mein Fu&#223;ballgeschmacksnerv als grobe Beleidigung. Dass Du dann versuchst diesen Fauxpas mit einem staubtrockenen Pausensnack wie Australien gegen Ghana wieder auszugleichen, kann man Dir maximal als guten Willen durchgehen lassen. Das 1:1 dieser beiden Mannschaften war in etwa so interessant wie die Revision der Bebauungspl&#228;ne des BBI zu studieren.</p>
<p>Und nat&#252;rlich ist das einzige Spiel des Samstags, was ich vor lauter Frust nicht schaue, weil ich genug vom ewig gleichen Fu&#223;ball habe, das Spiel der drei, welches ein bisschen Abwechslung bietet. Mal im Ernst liebe WM, das machst Du doch mit Absicht. Am Sonntag dann das gleiche Bild &#8211; das beste Spiel ist das Abendspiel, in dem Brasilien beweist, dass ihr neu gefundenes System sie zu einem ernstzunehmenden Titelaspiranten macht. Nur sch&#246;n anzusehen war das alles nicht.</p>
<p>Der ewig gleiche Fu&#223;ball im ewig gleichen System &#8211; nur marginal variiert. Wenn bei einer WM die spannendste Frage jedes Spiels die ist, ob der Trainer mit einer oder mit zwei Spitzen aus dem identisch aufgebauten Mittelfeld st&#252;rmen l&#228;sst, dann kommt nicht viel Spannung auf. Die Abwehrreihen sehen weltweit sowieso schon seit Jahren gleich aus. Das ist der moderne Fu&#223;ball &#8211; taktisch, diszipliniert, zur&#252;ckhaltend. Kurz: Furchtbar langweilig.</p>
<p>Und liebe WM, das macht auf Dauer keinen Spa&#223; und mir gehen mittlerweile die Floskeln aus, mit denen ich beschreiben kann, dass Mannschaft X doch sehr tief gestaffelt stand und beh&#228;big nach vorne spielte w&#228;hrend ihr Gegner eher vorsichtig spielte und eine stabile Abwehr aufbot. Selbst die Brasilianer kann man nicht mehr aus vollem Herzen hassen, da sie ihren Angriffsfu&#223;ball zugunsten einer geordneten Aufstellung aufgegeben haben.</p>
<p>Also liebe WM, ich habe mir das jetzt eine Woche lang angeschaut. Wenn sich das nicht bald &#228;ndert und mal das eine oder andere Feuerwerk abgefackelt wird, dann bin ich ernstlich verletzt.</p>
<p>Und daf&#252;r schreibe ich dann ab heute wieder t&#228;glich, ok?</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Achja&#8230; &#8211; WM Tag 8 (Teil 2)</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/18/achja-wm-tag-8-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 21:09:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[20:10 Uhr Schnitt. Und pl&#246;tzlich steht G&#252;nther Jauch, den man ohne Touchscreen vor der Brust oder Zettel in der Hand kaum erkennt, auf einem Stadtteilfest irgendwo in der L&#252;neburger Heide, wo eine 90er-Jahre Coverband mit Helmut Lotti als Frontmann &#8220;Football&#8217;s Coming Home&#8221; [...] in eine nicht existente Menge schreit. Jauch schunkelt, daneben schunkelt Kloppo. Gesichter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>20:10 Uhr</p>
<p>Schnitt. Und pl&#246;tzlich steht G&#252;nther Jauch, den man ohne Touchscreen vor der Brust oder Zettel in der Hand kaum erkennt, auf einem Stadtteilfest irgendwo in der L&#252;neburger Heide, wo eine 90er-Jahre Coverband mit Helmut Lotti als Frontmann &#8220;Football&#8217;s Coming Home&#8221; [...] in eine nicht existente Menge schreit. Jauch schunkelt, daneben schunkelt Kloppo. Gesichter wie B&#252;ttenreden.</p>
<p><a href="http://www.11freunde.de/liveticker/130707" target="_blank">11Freunde Liveticker</a></p></blockquote>
<p>Treffender kann man das Spiel der Engl&#228;nder heute Abend nicht beschreiben. Ein Volksfest in der L&#252;neburger Heide mit schlechter Coverband &#8211; mehr hatten die Jungs von der Insel nicht als Geburtstagsgeschenk f&#252;r ihren Trainer in petto.</p>
<p>Das war streckenweise grausig anzusehen und in den Phasen, in denen es nicht grausig anzusehen war, war es noch ein St&#252;ck schlimmer. Algerien hatte immer ein Bein zur Stelle, hatte auf die ideenlose Offensive der Engl&#228;nder immer eine Antwort. Zum gro&#223;en Stadionrock reichte das heute bei weitem nicht. Auch nicht als Vorband.</p>
<p>Das Spiel der ehemaligen Kolonie ein paar Stunden vorher war da schon ganz anders anzusehen. Die USA gefallen mir immer besser in diesem Turnier. Hungrig, mit Freude am Spiel und sich selbst nach 0:2 R&#252;ckstand nicht aufgebend, spielten die Nordamerikaner vor allem in der zweiten Halbzeit so manches slowenische Bein schwindlig. Der 1:2 Anschlu&#223;treffer war eines der Tore, die England so gerne schie&#223;en k&#246;nnen w&#252;rde: Glanzvoll und erinnerungsw&#252;rdig.</p>
<p>Dass sie dann in den Schlu&#223;minuten ungerechtfertigterweise um den Sieg gebracht wurden als der Schiedsrichter das 3:2 aus Gr&#252;nden aberkannte, die nur ihm gel&#228;ufig sind, ist schade f&#252;r die USA, h&#228;lt die Gruppe aber spannend. Wenn mir vor der WM jemand gesagt h&#228;tte, dass Slowenien nach zwei Spielen diese Gruppe anf&#252;hrt, h&#228;tte ich ihn wohl &#228;hnlich ausdruckslos angeschaut wie Rooney den Ball im heutigen Spiel der Engl&#228;nder.</p>
<p>Es kann nur besser werden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Deutschland besiegt Deutschland &#8211; WM Tag 8 (Teil 1)</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/18/deutschland-besiegt-deutschland-wm-tag-8-teil-1/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 15:31:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[W&#228;hrend sich auf Facebook* noch die Wut der deutschen Fans gegen&#252;ber des Schiedsrichters entl&#228;dt kann man nur ahnen, was Jogi L&#246;w gerade mit Podolski anstellt. Die Erwartungen waren hoch nach dem Spiel gegen Australien. Gerade weil alle bisher kriselnden Spieler im deutschen Sturm so &#252;berzeugend gespielt und ihre Tore gemacht haben. Hochgejubelt, Titelaspirant und klarer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend sich <a href="http://www.facebook.com/search/?flt=1&amp;q=Alberto+Undiano&amp;o=65" target="_blank">auf Facebook</a>* noch die Wut der deutschen Fans gegen&#252;ber des Schiedsrichters entl&#228;dt kann man nur ahnen, was Jogi L&#246;w gerade mit Podolski anstellt. Die Erwartungen waren hoch nach dem Spiel gegen Australien. Gerade weil alle bisher kriselnden Spieler im deutschen Sturm so &#252;berzeugend gespielt und ihre Tore gemacht haben.</p>
<p>Hochgejubelt, Titelaspirant und klarer Favorit &#8211; diese Rolle bekommt Deutschland im Jahr 4 nach Klinsmann immer noch nicht so recht. Entsprechend bescheiden startete L&#246;w in dieses Spiel. Klose stand vorne relativ allein herum &#8211; unterst&#252;tzt nur von Podolski, der seine Rolle als h&#228;ngende Spitze ein wenig zu ernst nahm.</p>
<p>W&#228;re &#214;zil ein Verlag, so w&#252;rde er nach diesem Spiel wohl ein Leistungschutzrecht bei der Bundesregierung beantragen. So richtig wu&#223;te man nicht, was er eigentlich zum Spiel der Deutschen beitrug, aber man hatte immer das Gef&#252;hl er w&#228;re wichtig. War er aber nicht.<br />
<span id="more-1275"></span></p>
<p>Dass Klose in der 37. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste, war nicht der Knackpunkt heute im deutschen Spiel. Auch das 1:0 f&#252;r Serbien nur eine Minute sp&#228;ter war es nicht. Sowohl vor als auch nach der 37. Minute hatte Deutschland Chancen. Nicht viele zwar, aber sie waren da. Podolski vergab sie, Klose vergab sie. Dass in der Abwehr Badstuber seinen direkten Gegenspieler Krasic ein ums andere Mal ziehen lie&#223;, f&#252;gte sich in das eher ungl&#252;ckliche Gesamtbild der deutschen Elf.</p>
<p>V&#246;llig unverst&#228;ndlich f&#252;r mich war die Entscheidung L&#246;ws nach der Halbzeit die fehlende Spitze nach der gelb-roten Karte gegen Klose nicht neu zu besetzen. Ohne Auswechslungen ging Deutschland in die zweite Halbzeit &#8211; f&#252;r mich ein Fehler (wo ist mein &#8220;Bundestrainer&#8221;-Shirt?). Dass Deutschland nun agieren musste, wusste auch Serbien und sie stellten sich folgerichtig tiefer in den Raum und warteten auf Konterm&#246;glichkeiten. Dabei ergaben sich f&#252;r Schweinsteiger (55. Minute) und Podolski (58., 59. Minute) die M&#246;glichkeiten zum Ausgleich, die allesamt ungenutzt verstrichen.</p>
<p>In der 60. Minute dann verhaltener Jubel auf den Fanmeilen der Nation. Nachdem Vidic im eigenen Strafraum seine Bewerbung als Torwart abgab und mit einem eindeutigen Handspiel Deutschland einen Elfmeter schenkte, war klar: Hier geht noch was. Nur hat das wohl keiner Podolski gesagt. Ein flach getretener Schuss auf halbrechts stellte f&#252;r Stojkovic im Tor der Serben kein Problem dar.</p>
<p>Ich m&#246;chte an dieser Stelle, ohne besonderen Grund, noch einmal hervorheben, dass Lukas Podolski in der zur&#252;ckliegenden Saison als St&#252;rmer genau 2 (zwei!) Tore erzielte w&#228;hrend z.B. Kevin Kuranyi derer 18 verzeichnet. Dass ein 3-Tore St&#252;rmer wie Klose gleichzeitig den Anfangself-Vorzug gegen&#252;ber z.B. Cacau (13 Tore) bekommt, ist dann nur konsequent durch L&#246;w.</p>
<p>In der 70. Minute hatte L&#246;w ein Einsehen und entschloss sich, doch noch f&#252;r so etwas wie Torgefahr zu sorgen. Marin und Cacau kamen f&#252;r &#214;zil und M&#252;ller. In der 77. Minute traute sich L&#246;w sogar Gomez einzuwechseln, was wohl als Zeichen f&#252;r die Verzweiflung zu diesem Zeitpunkt ausreichen sollte.</p>
<p>Serbien durfte auch noch zwei-, dreimal aufs deutsche Tor schie&#223;en, traf dabei Pfosten und Latte und sah insgesamt seit der 70. Minute so aus als w&#252;ssten sie, dass das heute klappt. Ebenso wirkten die deutschen Spieler so als w&#252;ssten sie, dass das heute schiefgeht. Podolski vergab in der 84. Minute noch eine gute Chance und hatte damit sein Tagewerk hinter sich.</p>
<p>Nun geht es gegen Ghana um alles. Kahn sagt, dass Ghana eine Wundert&#252;te sei &#8211; man w&#252;&#223;te nie genau was man zu erwarten habe. Sollten die Deutschen gegen die Wundert&#252;te Ghana so variabel spielen wie sie sich heute pr&#228;sentierten, wird das eine eher kurze WM.</p>
<p>Ich muss jetzt erstmal England die Daumen dr&#252;cken. Bis nachher zu Teil 2.</p>
<p><span style="color: #999999;"><span style="font-size: 11px;">*Nachtrag: Facebook hat die &#8220;Fan&#8221;-Page des Schiris mittlerweile gel&#246;scht &#8211; es gibt aber genug Gruppen mit &#228;hnlichem Thema, die beweisen, dass es nicht immer klug ist, RTL Zuschauer in Social Networks zu lassen. Eine kleine &#220;bersicht &#252;ber <a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/18/slowenien-usa-22/" target="_blank">die Originalseite findet sich bei Spreeblick</a>.</span></span></p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1275&amp;md5=0f9d39696f464ef92aa7c775f3596333" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Adieu &#8211; WM Tag 7</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/18/adieu-wm-tag-7/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 23:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute mussten wir uns gleich von drei Dingen bei dieser WM verabschieden: Der Torflaute, dem Umstand, dass Griechenland nie ein WM Spiel gewinnt und Frankreich. Nur eines dieser drei Dinge kam f&#252;r mich &#252;berraschend. Doch der Reihe nach. Das Mittagsangebot der FIFA fiel heute &#252;berraschend opulent aus, was die Torausbeute anging. Dabei ist es keineswegs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute mussten wir uns gleich von drei Dingen bei dieser WM verabschieden: Der Torflaute, dem Umstand, dass Griechenland nie ein WM Spiel gewinnt und Frankreich. Nur eines dieser drei Dinge kam f&#252;r mich &#252;berraschend. Doch der Reihe nach.</p>
<p>Das Mittagsangebot der FIFA fiel heute &#252;berraschend opulent aus, was die Torausbeute anging. Dabei ist es keineswegs so als w&#228;re das Spiel irgendwie herausragend gewesen &#8211; ganz im Gegenteil. S&#252;dkorea verstand es ganz fantastisch, ehrfurchtsvoll in der Gegend rumzustehen wobei sie sich sichtlich bem&#252;hten sich grob in der Gegend ihrer argentinischen Gegenspieler aufzuhalten, diese aber nicht weiter zu bel&#228;stigen.</p>
<p>Beeindruckt von so viel H&#246;flichkeit vers&#228;umte es der klare Favorit Argentinien dann zun&#228;chst das eine oder andere Tor zu schie&#223;en, so dass S&#252;dkorea dies freundlicherweise &#252;bernahm. Das Eigentor in der 16. Minute ungl&#252;cklich zu nennen w&#228;re zu nett, es war schlicht d&#228;mlich. Argentinien sagte artig danke und nutzte in der 33. Minute eine weitere Unachtsamkeit in der Hintermannschaft S&#252;dkoreas zum 2:0, was diese mit einem freundlichen L&#228;cheln quittierten.<br />
<span id="more-1272"></span></p>
<p>Bei so viel H&#246;flichkeit auf dem Platz wollte dann auch Demichelis nicht unfreundlich erscheinen und schenkte Chung-Yong Lee in der 46. Minute den Ball. Es h&#228;tte mich nicht gewundert wenn er dazu noch in Richtung Tor gedeutet und ihm aufmunternd auf den R&#252;cken geklopft h&#228;tte: Das 2:1 mit dem Pausenpfiff. F&#252;r die zweite H&#228;lfte hatten sich die S&#252;dkoreaner augenscheinlich vorgenommen, nicht mehr ganz so hart und offensiv zur Sache zu gehen wie noch in H&#228;lfte eins. Auch die Manndeckung und das fr&#252;he St&#246;ren wurden nun g&#228;nzlich aus dem Spiel genommen und man beschr&#228;nkte sich auf das ehrfurchtsvolle Anstaunen von Messi, Higuain und Tevez. Die nahmen die Einladung zum Trainungsspiel dankend an und erh&#246;hten in der 76. und 80. Minute auf 4:1 wobei jeweils Higuain die gut herausgespielten Chancen verwerten durfte. Messi wartet damit aus medienrechtlichen Gr&#252;nden bis zum Achtelfinale.</p>
<p>Mit f&#252;nf Toren in einem Spiel war die Messlatte f&#252;r das zweite Spiel weit oben angesiedelt. Dabei spielten mit Griechenland und Nigeria zwei Mannschaften gegeneinander, die nicht gerade daf&#252;r bekannt sind, Torfestivals zu feiern. Alles, was das ZDF im Vorfeld des Spiels interessierte war demzufolge auch, ob nun Otto Rehhagel seinen Job als griechischer Nationaltrainer beh&#228;lt oder nicht. Ein Schicksalsspiel.</p>
<p>Griechenland begann, wie Griechenland solche Spiele eben beginnt: Bed&#228;chtig und zur&#252;ckhaltend. Rehhagel hatte es tats&#228;chlich geschafft seine Mannschaft nochmals defensiver einzustellen und wartete an der Seitenlinie ebenso gespannt wie seine Abwehrreihen, was denn da nun kommen m&#246;ge von Nigeria. Die suchten von Anfang an das griechische Tor und in der 16. Minute flog ein langer Freisto&#223; in eben jene Richtung und senkte sich hinter Tsorvaz in die Maschen w&#228;hrend der zusammen mit seiner gesamten Hintermannschaft noch abwartete welcher Kopf denn nun noch an den Ball k&#228;me: 1:0 Nigeria. Alles sah nach einem Debakel f&#252;r die Griechen aus. Mal wieder.</p>
<p>Doch Kaita verwechselte in der 33. Minute die Sportart, in der er bei dieser WM antrat und wurde f&#252;r eine T&#228;tlichkeit vom Platz gestellt. Nigeria nur noch zu zehnt und pl&#246;tzlich sah man etwas, was so bei einer WM und eigentlich auch bei noch keiner EM zu sehen war: Offensivdrang im griechischen Spiel. Einfach so. Von alleine. Nun muss man fairerweise dazu sagen, dass Griechenland sich in 80 Jahren WM Geschichte der Neuzeit abgesehen von diesem Jahr nur ein einziges Mal f&#252;r eine WM-Endrunde qualifizert hat und sie 1994 ohne ein einziges Tor in der Vorrunde ausschieden. Insofern schrieb Salpingidis in der 44. Minute griechische Fu&#223;ballgeschichte als er das erste WM Tor seines Landes scho&#223;. Und was f&#252;r ein wichtiges Tor es war.</p>
<p>Nach der Pause, noch freudentrunken von ihrem Tor, spielten die Griechen tats&#228;chlich so etwas wie Angriffsfu&#223;ball was Nigeria mit erstauntem Abwarten konterte. Griechenland kam. Und kombinierte in den gegnerischen Strafraum als h&#228;tten sie nie etwas anderes getan. Allein bei der Chancenverwertung war es dann doch wieder die alte griechische Mannschaft, die sich eher ein Bein abhacken w&#252;rde als in einem internationalen Wettbewerb ein Tor zu erzielen, das nicht aus einer Standardsituation entstanden ist. Doch wider besseren Wissens und allen Unkenrufen zum Trotz nutzte Torosidis in der 71. Minute einen Fehler von Enyeama im Tor der Nigerianer und erzielte das 2:1 f&#252;r Griechenland &#8211; nicht nur der erste WM-Sieg der Griechen &#252;berhaupt sondern auch das erste gedrehte Spiel nach R&#252;ckstand in dieser WM. Nun m&#252;ssen sie gegen Argentinien beweisen, dass dies nicht nur eine einmalige Aktion war &#8211; was schwer genug sein wird. Aber vielleicht bleibt Otto Rehhagel ja doch in Griechenland. Und vielleicht hat er heute in der zweiten Halbzeit gesehen, was ihm seinen Job sichern k&#246;nnte. Offensive. Nur ab und zu, ok Otto?</p>
<p>Damit waren zwei der eingangs erw&#228;hnten drei Dinge gegessen. Es gab sieben Tore in zwei Spielen &#8211; Rekord f&#252;r diese WM. Und Griechenland hatte gewonnen &#8211; Rekord f&#252;r alle WMs bisher. Bleibt noch Frankreich.</p>
<p>Ach Frankreich.</p>
<p>Ich will Dich ja m&#246;gen. Wirklich, ich habe alles versucht. Ich halte Henry weiterhin f&#252;r einen begnadeten Strafraumspieler &#8211; leider sieht das Dein Trainer anders. Dass Ribery durchaus guten Fu&#223;ball spielen kann, hat man diese Saison bei den Bayern gesehen. Auch Toulalan, Abidal und Gallas &#8211; alles Ausnahmespieler, die jederzeit in jedem Club Europas f&#252;r gutes Geld mit offenen Armen empfangen werden. Warum also f&#228;llt es dieser gut besetzten Mannschaft so schwer, auch nur annehmbaren Fu&#223;ball zu spielen? Von &#8220;gut&#8221; redet ja schon keiner mehr.</p>
<p>Mexiko spielte in diesem Spiel alles, was man von Frankreich erwartet hatte. Schnell, sicher und clever von hinten durchs Mittelfeld. Vorne hapert es, aber sie haben halt keinen Henry. Den hatte aber auch Frankreich nicht, denn er durfte sich dieses Spiel von der Bank anschauen. Warum das so war wei&#223; nur Domenech, dessen Abschied vom Trainerstuhl Frankreichs nach diesem Spiel wohl beschlossene Sache sein d&#252;rfte.</p>
<p>Dass die allererste Chance der Franzosen in der 54. Minute durch einen Fernschuss von Malouda auf dem Spielberichtsbogen steht, zeigt wie pomadig und uninspiriert diese franz&#246;sische Elf heute spielte. Folgerichtig erzielte Hernandez zehn Minuten sp&#228;ter das 1:0 wobei die komplette franz&#246;sische Hintermannschaft vergeblich auf Abseits spielte. In der 79. Minute foulte Abidal im eigenen Strafraum Barrera und es gab Elfmeter f&#252;r Mexiko: 2:0. Nun wei&#223; man als Spieler, dass Protest gegen eine einmal ausgesprochene Entscheidung eines Schiedsrichters eigentlich unn&#252;tz ist. Gerade einen Elfmeterpfiff wird kein Schiedsrichter der Welt zur&#252;cknehmen, weil sich die Beschuldigten beschweren. Und doch sind Proteste gegen Elfmeterpfiffe fest eingeplanter Bestandteil jedes Fu&#223;ballspiels, das ist man sich als Mannschaft einfach schuldig. Heute jedoch blieb jeglicher Protest der Franzosen aus &#8211; keiner rannte auf den Schiri zu und tat wenigstens so, als versuchte er ihn umzustimmen. In dieses Verhalten nun die Selbstaufgabe der Franzosen reinzuinterpretieren hie&#223;e, das Bewerbungsformular als ZDF Reporter auszuf&#252;llen, aber es passte einfach zum Spiel der Equipe Tricolore: M&#252;de, uninspiriert und abwesend.</p>
<p>Mit dem Schlu&#223;pfiff stand fest: Frankreich hatte 2:0 verloren und f&#228;hrt nach dem Spiel gegen S&#252;dafrika nach Hause. Wenn alles so kommt wie es jetzt aussieht, k&#246;nnen sie dann zusammen mit den S&#252;dafrikanern die WM von der Seitenlinie aus weiterverfolgen. Nichts Neues also f&#252;r Henry. Ich werde es nie verstehen.</p>
<p>W&#228;hrend ich mich hier noch dar&#252;ber freue, dass diese WM endlich ein wenig Fahrt aufnimmt, schl&#228;ft die deutsche Nationalmannschaft dem Spiel gegen Serbien morgen Mittag entgegen. Mit dem erwarteten Sieg k&#246;nnen sie sich f&#252;r das Achtelfinale qualifizieren und ein Entscheidungsspiel gegen Ghana vermeiden. F&#252;r mich wichtiger jedoch ist das Abendspiel, in dem England die Schmach des 1:1 gegen die USA vergessen machen m&#246;chte und gegen Algerien antritt, die ihrerseits nach der 0:1 Niederlage gegen Slowenien vor dem selben Schicksal wie Frankreich stehen.</p>
<p>Ich erwarte einen &#228;hnlich munteren Tag wie heute &#8211; hoffentlich mit besserem Ausgang als f&#252;r Frankreich heute.</p>
<p>Bis dahin.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ottmar gegen alle &#8211; WM Tag 6</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/17/ottmar-gegen-alle-wm-tag-6/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 22:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Spiel wie Honduras gegen Chile w&#228;re f&#252;r die meisten Deutschen unter Nicht-WM-Umst&#228;nden wohl so interessant wie das Training der zweiten Frauenmannschaft des VfL Plauen. Was schade ist, denn ich bin mir sicher, dass die zweite Frauenmannschaft des VfL Plauen guten Fu&#223;ball spielt. Und auch Honduras gegen Chile war nicht so schlecht wie man vorher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Spiel wie Honduras gegen Chile w&#228;re f&#252;r die meisten Deutschen unter Nicht-WM-Umst&#228;nden wohl so interessant wie das Training der zweiten Frauenmannschaft des VfL Plauen. Was schade ist, denn ich bin mir sicher, dass die zweite Frauenmannschaft des VfL Plauen guten Fu&#223;ball spielt. Und auch Honduras gegen Chile war nicht so schlecht wie man vorher gedacht h&#228;tte.</p>
<p>Sicherlich: Torchancen waren rar, Strafraumszenen selten und der Aufbau einiger Spielz&#252;ge besonders von Honduras l&#246;sten keine Begeisterungsst&#252;rme aus. Dabei &#252;bersieht man jedoch, dass gerade Chile in diesem Spiel &#228;u&#223;erst clever zu Werke ging. Aus einer (Achtung Fu&#223;ballfloskel) kompakten Hintermannschaft spielten sie schnell und klug nach vorne, setzten zumindest im Mittelfeld immer nach und sorgten so f&#252;r nett anzusehenden Fu&#223;ball.</p>
<p>In der 34. Minute wurde das belohnt und Honduras mu&#223;te das einzige Tor der Partie gegen sich verkraften. Wie gestern Nordkorea blieben sie nach dem R&#252;ckstand ihrem System treu, was allgemein aus einer 7-Mann Abwehrkette bestand und durch drei defensive Mittelfeldspielern und einem Torwart abgesichert wurde. Das &#228;ngstliche 7-2-1; seit jeher ein Klassiker des unkreativen Defensivfu&#223;balls. Chile verwaltete, verpasste das 2:0 ein ums andere Mal und ging nach 90 Minuten als gerechter, wenn auch glanzloser Sieger vom Platz.</p>
<p><span id="more-1267"></span>Und dann kam Ottmar Hitzfeld. Als Nationaltrainer der Schweiz wartete der Europameister Spanien auf ihn. Noch w&#228;hrend Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl den Zuschauern der ARD erkl&#228;rten, dass Spanien den Ball liebt, am liebsten gar nicht mehr hergeben will und auch ansonsten sehr ballverliebt spielt, gab wohl auf die Schweizer Elf niemand so wirklich etwas. Alexander Frei, der einzige Schweizer Nationalspieler, den man in Deutschland auch auf den Fanmeilen kennt, war nicht dabei und was bitte sollten Huggel, Ziegler und Barnetta denn gegen Sergio Ramos, Silva und Iniesta ausrichten?</p>
<p>Nun, sie richteten nicht nur aus, sie stellten sich sogar ein &#8211; und zwar auf das Spiel der Spanier. Und das sehr gut (nach dieser WM werde ich in der Formulierungsh&#246;lle schmoren). Wie erwartet begannen die Spanier druckvoll und spielten das, was Reinhold Beckmann voraus gesagt hatte. Ballbesitz, abwarten und nach vorne auf die eigene Technik und die Fehler des Gegners vertrauen. Dumm nur, wenn der Gegner keine macht. Die Schweizer Abwehrreihen, Beckmann nennt das 4-2-2-1-1, standen vern&#252;nftig gestaffelt und hielten immer im richtigen Moment das richtige Bein vor den richtigen Spanier.</p>
<p>Taktisch perfekt ausgerichtet, zeigte die Schweiz die gro&#223;e Schw&#228;che im Spiel der Spanier: Wenn man auf Fehler des Gegners wartet, muss man diese dann auch ausnutzen. Denn es ist ja nicht so, dass die Spanier gar keine Chancen hatten. Nur hatte auch Benaglio im Tor der Schweiz anscheinend einen gl&#228;nzenden Tag und hielt Iniesta und Villa auf Trab. Nach der ersten Halbzeit ahnte man, dass es Spanien heute mindestens ebenso schwer haben wird wie ihr Nachbarland Portugal gestern.</p>
<p>Doch Fernandes, der 24j&#228;hrige Mittelfeldspieler der Schweiz, hatte noch eine gr&#246;&#223;ere &#220;berraschung f&#252;r den Europameister vorbereitet. In der 52. Minute verknoteten sich im spanischen Strafraum zwei Abwehrspieler mit dem eigenen Torwart und Fernandes, dem der Ball vor die F&#252;&#223;e fiel, sorgte mit seinem 1:0 f&#252;r eine Art Schockzustand bei den Spaniern. Was dann folgte, beschrieb Mehmet Scholl nach dem Spiel mit den Worten &#8220;Es gibt Tage, da weisst Du, dass es heute nicht klappt.&#8221;. Je weiter die Uhr auf die magische 90 zustrebte desto mehr wurde die Ungeduld und die Panik in den spanischen Gesichtern deutlich. Doch auch die fantastische Nachspielzeit von f&#252;nf Minuten konnte nichts mehr daran &#228;ndern: Die WM 2010 hatte ihre erste kleine Sensation. Die Schweiz besiegt Spanien mit 1:0.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann das alles Zufall gewesen sein und die Schweizer k&#246;nnen einen verdammt guten, die Spanier einen verdammt schlechten Tag erwischt habe &#8211; m&#246;glich. Was ich aber an taktischer Disziplin und Einstellung bei der Schweizer Elf gesehen habe, n&#246;tigt mir Respekt ab. Das hatte schon griechische Z&#252;ge von 2004 &#8211; damals wurde Griechenland wider besseren Wissens Europameister weil sie es verstanden das Spiel s&#228;mtlicher &#8220;Gro&#223;en&#8221; zu zerst&#246;ren und immer mind. ein Tor zu machen. Sollte Hitzfeld seine Schweizer &#228;hnlich eingestellt haben und sollten diese es verstehen das System so auch durchzuhalten steht ihnen mindestens das Achtelfinale offen.</p>
<p>Am Abend spielte dann noch S&#252;dafrika gegen Uruguay (0:3) und wenn dieses Spiel eines offenbarte, dann dass die Mannschaften wohl begriffen haben, dass sie den zweiten Gruppenspieltag, der mit dieser Partie er&#246;ffnet wurde, nicht mehr so vorsichtig angehen d&#252;rfen. Gerade die vielen Unentschieden in den Partien bisher werden wohl daf&#252;r sorgen, dass wir in den kommenden Tagen offenere und offensivere Spiele sehen werden.</p>
<p>Das waren jetzt zwei Vorhersagen in einem Post &#8211; das kann ja eigentlich nur schief gehen. Auf einen Umstand w&#252;rde ich jedoch wetten: Selbst wenn S&#252;dafrika nach der Niederlage heute gegen Uruguay vorzeitig ausscheiden sollte, werden die Vuvuzelas, auf die der Hass erstaunlicherweise immer noch w&#228;chst, nicht aus den Stadien verschwinden.</p>
<p>Reinhold Beckmann w&#252;rde diesen Text jetzt mit den Worten beenden, dass es morgen f&#252;r sowohl Frankreich als auch Mexiko im Spiel dieser beiden Nationen in der Gruppe A schon um alles geht. Und wer w&#228;re ich denn, ihm da zu widersprechen?</p>
<p>Bis dahin also.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>DiktaTor &#8211; WM Tag 5</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 16:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mittlerweile bin ich durchaus gezeichnet von dem selbst auferlegten Anspruch jedes Spiel der WM anzuschauen. Einerseits sind die Spiele bisher zu schlecht als das man sie gesund im Dreierpack jeden Tag &#252;berstehen w&#252;rde, andererseits ist es eben auch nicht leicht die dreimal 90 Minuten jeden Tag in einen vern&#252;nftigen Zeitrahmen zu pressen. Daher war gestern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mittlerweile bin ich durchaus gezeichnet von dem selbst auferlegten Anspruch jedes Spiel der WM anzuschauen. Einerseits sind die Spiele bisher zu schlecht als das man sie gesund im Dreierpack jeden Tag &#252;berstehen w&#252;rde, andererseits ist es eben auch nicht leicht die dreimal 90 Minuten jeden Tag in einen vern&#252;nftigen Zeitrahmen zu pressen.</p>
<p>Daher war gestern der erste Tag an dem ich ein Spiel verpasste &#8211; Neuseeland gegen die Slowakei fand f&#252;r mich in Hintergrund meines Friseurs statt. So las ich erst nach dem Spiel, dass das 1:1 f&#252;r Neuseeland ein tolles Ergebnis ist, da sie ein Tor schossen. Das ist sch&#246;n. Es sind ja auch immer die kleinen Siege, die eine WM so speziell machen. Wenn schon nichts anderes.<br />
<span id="more-1263"></span>Danach spielte Portugal gegen die Elfenbeink&#252;ste. Die erste Halbzeit dieses Spiels verbrachte ich damit, mich dar&#252;ber zu &#228;rgern, dass der &#252;bersch&#228;tzteste Mittelklassefu&#223;baller der Welt Cristiano Ronaldo immer noch von allen Medien zu einem guten Fu&#223;baller hochgejubelt wird. Das ist er nicht. War er nie. Und wird er auch nie. Cristiano Ronaldo ist die Art Fu&#223;baller, die wir damals auf dem Bolzplatz gehasst haben, da sie mit einer Arroganz ihre drei auswendig gelernten Kunstst&#252;cke vorf&#252;hrten, die auch nicht durch Gel in den Haaren oder rasierten Beinen gerechtfertigt wurde.</p>
<p>Nicht mannschaftsdienlich sondern egoistisch spielt Cristiano Ronaldo und wenn er dann auf eine Mannschaft wie die Elfenbeink&#252;ste trifft, die geschlossen auftritt, dann ist er nach 25 Minuten frustriert und schwalbt sich durchs Mittelfeld mit einem Gesicht als h&#228;tte man ihm gerade das gesammelte Unrecht dieser Erde angetan. Und ja, ich habe gerade aus &#8220;schwalbt&#8221; geschrieben. Achja: Das Spiel ist &#252;brigens 0:0 ausgegangen, was f&#252;r Portugal schon ein kleiner Fehlstart war. Mal wieder.</p>
<p>Am Abend dann kam der erste Auftritt der sogenannten &#8220;geheimnisvollsten Mannschaft&#8221; des Turniers. Was erstmal klingt als w&#252;rde im Tor ein Einhorn stehen und die Abwehrreihe aus Hexen mit schwarzen Katzen auf dem Buckel bestehen, ist eigentlich nur die Nationalmannschaft Nordkoreas. Von Béla Réthy habe ich gelernt, dass Nordkoreaner diszipliniert sind. Auch lachen tut er nicht, der Nordkoreaner. Alles ganz ernst da.</p>
<p>Der Gegner h&#228;tte demnach unterschiedlicher nicht sein k&#246;nnen. Brasilien steht f&#252;r Spa&#223; am Spiel, Freude am Sturm und Sambatore. Soweit das Klischee, was sich seit Jahren h&#228;lt. Was dann w&#228;hrend des Spiels auf dem Platz stand war eine gefestigte brasilianische Mannschaft, die zum ersten Mal seit ich denken kann mehr Gewicht auf die Defensive als auf die Offensive legt. Weg vom Hurra-Fu&#223;ball, der sich mehr um Tore k&#252;mmerte als den eigenen Strafraum. Hin zu geordnetem Aufbau mit klugen P&#228;ssen aus dem Mittelfeld und stabiler Abwehrreihe. Das hatte ich so nicht erwartet und ich mu&#223; zugeben, dass es mir gefallen hat.</p>
<p>Nach 55 Minuten hatte dann Maicon genug vom bis dato ergebnislosen Disziplinfu&#223;ball und zauberte das 1:0 hinter den Nordkoreanischen Torwart &#8211; der Glanz war kurzzeitig zur&#252;ck im brasilianischen Spiel. Aus einem Winkel, der physikalisch kurzzeitig unm&#246;glich schien, drosch er den Ball quasi von der Grundlinie ins Tor Nordkoreas. Wer glaubte, dass diese ihr Spiel nun &#246;ffnen w&#252;rden, sah sich im Irrtum. Als w&#228;re nichts passiert spielten sie ihr System weiter, was in der 72. Minute durch das 2:0 f&#252;r Brasilien bestraft wurde.</p>
<p>Zwar f&#252;hlte sich das Spiel die gesamte zweite Halbzeit &#252;ber so an als h&#228;tte Brasilien auch ohne das 2:0 gewonnen (viel zu harmlos agierte Nordkorea), zeigte in der 89. Minute Yun-Nam Ji, dass Nordkorea Tore schie&#223;en kann. Zur &#220;berraschung der chinesischen Fans im Stadion (Nordkorea schickte Abordnungen von chinesischen Fans anstelle von eigenen Landsleuten), schickte die Elf aus der kommunistischen Diktatur ein klares Zeichen an Portugal: Wir k&#246;nnen Tore schie&#223;en.</p>
<p>Da gerade die Schweiz gegen Spanien gewonnen hat, mache ich hier Schlu&#223; und schreibe lieber &#252;ber den heutigen Tag weiter &#8211; ist eh interessanter.</p>
<p>Man m&#246;ge mir das billige Wortspiel in der &#220;berschrift verzeihen.</p>
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		<title>Das gef&#252;hlte NullNull &#8211; WM Tag 4</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/15/das-gefuehlte-nullnull-wm-tag-4/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 17:07:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der vierte WM Tag war nicht dienlich wenn es darum geht, die Faszination Fu&#223;ball zu erkl&#228;ren. Zwar waren die Spiele auf dem Papier nett anzusehen aber leider blieb es durchweg bei diesem Eindruck. Irgendwie haben es alle drei Spiele an diesem Tag geschafft, mich zu entt&#228;uschen. Das Spiel, was ich f&#228;lschlicherweise in meinem Kopf seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der vierte WM Tag war nicht dienlich wenn es darum geht, die Faszination Fu&#223;ball zu erkl&#228;ren. Zwar waren die Spiele auf dem Papier nett anzusehen aber leider blieb es durchweg bei diesem Eindruck. Irgendwie haben es alle drei Spiele an diesem Tag geschafft, mich zu entt&#228;uschen.</p>
<p>Das Spiel, was ich f&#228;lschlicherweise in meinem Kopf seit Wochen als Beneluxderby abgeheftet habe, entt&#228;uschte zun&#228;chst geopolitisch als ich erfuhr, dass D&#228;nemark kein Teil der Beneluxstaaten ist &#8211; subtil dadurch angedeutet, dass in dem Wort Benelux kein &#8220;D&#228;&#8221; vorkommt. Das Spiel der Nicht-Benelux-D&#228;nen gegen die Benelux-Niederlande klang f&#252;r mich nach der Konfrontation zweier alter europ&#228;ischer K&#246;nigsh&#228;user, nach Traditionen, die aufeinandertreffen, nach aufopferungsvollem Kampf (D&#228;nemark) gegen technische &#220;berlegenheit (Niederlande) &#8211; kurz: Nach Fu&#223;ballmagie.</p>
<p><span id="more-1259"></span>Was dann auf dem Platz zustande kam, war eine durchaus &#252;berlegene niederl&#228;ndische Mannschaft, die nach dem Eigentor der D&#228;nen geschickt ihre bis dato an den Tag gelegte Einstellung, Chancen im Minutentakt zu vergeben, ablegte und so etwas wie Siegeswillen entwickelten. D&#228;nemark hingegen lies s&#228;mtlichen aufopferungsvollen Kampf, den ich ihnen vorher angedichtet habe, vermissen und ergab sich mehr oder weniger kampfunwillig in sein Schicksal. Das kam denn auch in Form von Kuijt, der in der 85. Minute den angesprochenen sp&#228;rlich entwickelten Siegeswillen der Niederl&#228;nder in das 2:0 manifestierte. Kein sch&#246;nes Spiel, viel Mittelfeldgepl&#228;nkel und nicht mal das gute Mittelfeldgepl&#228;nkel, was man sich gerne anschaut. W&#228;re das Eigentor der D&#228;nen nicht dazwischengekommen h&#228;tte dieses Spiel garantiert sein geplantes 0:0 gefunden.</p>
<p>In der Hoffnung etwas Spielfreude auf den Bildschirm zu zaubern, hatte der Fu&#223;ballgott nach den k&#252;hlen Nordeurop&#228;ern die Partie Kamerun gegen Japan auf den Spielplan gesetzt. Kamerun &#8211; wer erinnert sich nicht mit Freude an diese mit Spielwitz und beneidenswertem Tempo ausgestattete Elf? In der Afrikameisterschaft immer ganz vorne mit dabei, international immer nur ungl&#252;cklich gescheitert &#8211; ich versprach mir viel. Dazu Japan. (Zugegeben wei&#223; ich &#252;ber den asiatischen Fu&#223;ball in etwa soviel wie &#252;ber den europ&#228;ischen, was nicht viel ist, nur f&#228;llt es mir da noch schwerer wenigstens so zu tun.)</p>
<p>Die 90 Minuten plus insgesamt sechs Minuten WSN (WM-Standard-Nachspielzeit: zweimal drei Minuten), die dann stattfanden waren einer WM unw&#252;rdig. Der Fu&#223;ball, der von den beiden Teams geboten wurde, wirkte wie mein Abiball als alle frisch absolvierten Ex-Sch&#252;ler ihr, in den Wochen zuvor m&#252;hevoll gelerntes, Standardtanzwissen unter den Augen aller Eltern vorf&#252;hren mussten. Tapsig, unsicher und wenn mal einer was traf, dann eher zuf&#228;llig. So fiel dann zwar ein Tor f&#252;r Japan, aber so richtig wu&#223;te niemand ob das auch so gewollt war oder eher zuf&#228;llig die richtigen Schritte ausgef&#252;hrt wurden. Auch hier w&#228;re 0:0 das gerechtere Ergebnis gewesen, wobei beide Mannschaften eigentlich eher sofort vom noch laufenden Wettbewerb ausgeschlossen werden m&#252;ssten &#8211; wegen Vergewaltigung des Begriffs &#8220;Fu&#223;ball&#8221;.</p>
<p>Zu meinem gro&#223;en Leidwesen hatte dann wieder RTL die &#220;bertragung des Spiels Italien gegen Paraguay gekauft. Dass ich vom RTL Sportteam in etwa so viel halte wie von Christiano Ronaldo, erw&#228;hnte ich ja schon und die Paarung K&#246;nig/Klinsmann bewies auch bei diesem Spiel, dass 90 Minuten Fu&#223;ball zu moderieren keine leichte Aufgabe ist &#8211; nett ausgedr&#252;ckt.</p>
<p>Die Italiener stehen ja in Fu&#223;balldeutschland unter st&#228;ndigem Betrugsverdacht und sind mithin eher unbeliebt. Ihr Fu&#223;ball gilt als verschlagen, dreckig und sie sind stets verd&#228;chtig, sich durchs Turnier zu wurschteln ohne richtig gut zu spielen. Diese Meinung mu&#223; man nicht teilen. Man k&#246;nnte auch sagen die italienische Mannschaft besteht aus abgekl&#228;rten Spielern, die es verstehen, jedes gegnerische System kaputt zu machen und clever auf Fehler der jeweils anderen Mannschaft zu warten, um aus diesen Fehlern ein bis zwei eigene Tore zu machen. Mir ist Italien wie so viele andere Mannschaften auch leidlich egal und ich kann beiden Sichtweisen je nach Stimmung und Gegner etwas abgewinnen.</p>
<p>Paraguay ging nach einem Freisto&#223; durch ein ansehnliches Kopfballtor 1:0 in F&#252;hrung. Dass sie dabei ausgerechnet in bester italienischer Manier aus null Chancen ein Tor machten, wird diejenigen, die Italien im Fu&#223;ball zum Teufel w&#252;nschen, gefreut haben. Dass Italien in der 63. Minute ein typisch italienisches Tor zum 1:1 Ausgleich schoss als de Rossi einen Torwartfehler nach einer Ecke ausnutzte, wird diejenigen, die Italien im Fu&#223;ball zum Teufel w&#252;nschen, ge&#228;rgert haben.</p>
<p>Mir war es egal. Ich war zu diesem Zeitpunkt so gelangweilt wie schon lange nicht mehr bei einer WM. Die beiden Tore im letzten Spiel bringen beiden Mannschaften nichts, die Art wie beide Tore fielen war f&#252;r den jeweils Anderen &#228;rgerlich und beide Teams brachten nach dem Ausgleich trotz gleichwertiger Bem&#252;hungen nichts mehr zustande. Manchmal kann Ausgeglichenheit im Fu&#223;ball furchtbar sein. Ein gef&#252;hltes 0:0.</p>
<p>Hoffen wir zusammen, dass wenigstens Brasilien noch Tore schie&#223;en kann, denn obwohl ich deren Art, Fu&#223;ball zu spielen, nicht leiden kann (siehe Argentinien und Christiano Ronaldo), erhoffe ich mir wenigstens das eine oder andere &#252;berzeugende Tor.</p>
<p>Bis dahin.</p>
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		<title>Podolski, Klose, M&#252;ller, Cacau &#8211; WM Tag 3</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 23:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Vorfilm des heutigen WM Tages bestand aus dem bis dato z&#228;hesten Spiel des Turniers, welches Algerien und Slowenien mehr mit- als gegeneinander bestritten und das 1:0 endete (wehe es sagt jetzt wieder jemand was &#252;ber Torwarte und dumme Fehler). Als Hors d&#8217;oeuvre wurde anschlie&#223;end Serbien gegen Ghana serviert &#8211; ein Spiel das per Elfmeter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Vorfilm des heutigen WM Tages bestand aus dem bis dato z&#228;hesten Spiel des Turniers, welches Algerien und Slowenien mehr mit- als gegeneinander bestritten und das 1:0 endete (wehe es sagt jetzt wieder jemand was &#252;ber Torwarte und dumme Fehler). Als Hors d&#8217;oeuvre wurde anschlie&#223;end Serbien gegen Ghana serviert &#8211; ein Spiel das per Elfmeter entschieden wurde und sich auch &#252;ber 90 Minuten so anf&#252;hlte als m&#252;sste es per Elfmeter entschieden werden. Zwar war der Sieg Ghanas im Endeffekt verdient, wirklich zwingend sah das aber alles nicht aus. Jedenfalls alles nichts, was den Hauptakteuren des heutigen Abends Zukunfts&#228;ngste bescheren m&#252;&#223;te.</p>
<p>Viele Fragezeichen standen neben der Aufstellung Jogi L&#246;ws &#8211; war doch Ballack nicht dabei, was Oliver Schmidt, der ein paar Stunden vorher das Spiel Ghanas im ZDF moderierte, nicht m&#252;de wurde bei jedem Ballkontakt Kevin-Prince Boatengs zu erw&#228;hnen. Fast ebenso viele Fragezeichen standen f&#252;r mich hinter den F&#228;higkeiten Australiens, die ich dunkel als &#8220;gar nicht so schlecht&#8221; in Erinnerung hatte und eigentlich noch als st&#228;rksten Gegner der deutschen Gruppe eingesch&#228;tzt hatte.<br />
<span id="more-1251"></span>Diese Vermutung hielt exakt 8 Minuten und zersprang mit dem ersten Tor durch Podolski (ausgerechnet), der nach einem Pass von M&#252;ller mit der Eleganz eines r&#246;mischen Kriegselefanten aufs Tor drosch, was Schwarzer im Tor Australiens mit der Rettung seines Handgelenks quittierte und die Hand eher halbherzig zum Ball bewegte: 1:0.</p>
<p>Klose &#252;bte sich zu diesem Zeitpunkt noch in seiner angeborenen Entt&#228;uschungspose und vergab gleich zwei Gro&#223;chancen. In der 27. Minute jedoch hatte Schwarzer ein Einsehen mit dem ewigen Talent des deutschen Sturms und ging nach einer Flanke von Lahm eher halbherzig zum Ball, erm&#246;glichte Klose so ein sch&#246;n anzusehendes Kopfballtor und beendete vorerst die vermutete Mini-Krise des deutschen Sturms: 2:0.</p>
<p>Sp&#228;testens jetzt zeigte sich, dass meine Erinnerung, die Australien als mittelgute Fu&#223;ballmannschaft verortete, zumindest heute nicht zutreffen sollte denn obwohl die deutsche Mannschaft gegen Ende der ersten Halbzeit mit der Verwaltung des Vorsprungs begann, hatte man nie das Gef&#252;hl die &#8220;Socceroos&#8221; w&#228;ren hier imstande, irgendeine Art von Gefahr auszustrahlen.</p>
<p>Nach der Pause sorgten M&#252;ller mit einem sch&#246;nen Drehschu&#223; und der gerade eingewechselte Cacau f&#252;r den 4:0 Endstand. Realistisch betrachtet fiel der Sieg vielleicht um ein Tor zu hoch aus, denn &#214;zil und Klose wechselten sich auch nach der Pause darin ab, gut herausgespielte Angriffe elegant an der Strafraumgrenze versanden zu lassen. Nach dem Platzverweis gegen die Australier in der 56. Minute hatten diese s&#228;mtliche Restgegenwehr sowieso eingestellt und lie&#223;en sich an der Hand in Richtung WM Fehlstart f&#252;hren. So fielen die vergebenen Chancen der deutschen Mannschaft nicht weiter ins Gewicht und selbst Jogi L&#246;w zog es vor Freude das Sakko aus. Ein gelungener Einstand.</p>
<p>Schrieb ich hinsichtlich der &#220;bertragungsversuche von RTL am ersten Tag noch &#252;ber die Béla-Réthy-Haftigkeit Florian K&#246;nigs, zeigte heute abend der echte Béla Réthy, dass er selbst die Eleganz podolskischer Sturml&#228;ufe mit traumwandlerischer Sicherheit verbal zu unterlaufen vermag. So sah er in &#214;zil das ein ums andere Mal eine Bereicherung f&#252;r die deutsche Mannschaft da dieser &#8220;nicht die deutschen Tugenden verk&#246;rpert&#8221; &#8211; allein was genau er damit meinte bleibt wohl f&#252;r immer sein Geheimnis*. Von der F&#252;llmenge des fu&#223;ballerischen Phrasenschweins, das Béla Réthy heute abend im Alleingang f&#252;llte, k&#246;nnte man Kevin-Prince Boateng wohl locker einen guten Medienanwalt bezahlen, der ihm Gegendarstellungen in allen gro&#223;en deutschen Medien ausficht.</p>
<p>Aber ach &#8211; es ist mittlerweile m&#252;&#223;ig sich &#252;ber Sportreporter aufzuregen. Wahrscheinlich geh&#246;rt eine schlechte bis phasenweise dumme Berichterstattung genauso dazu wie die unvermeidbare grenzdebile Schlagzeile der BILD morgen und die nun aber auf jeden Fall sichergestellte Finalteilnahme Deutschlands (&#8220;Wer soll uns denn jetzt noch schlagen?&#8221;). Es ist eben doch nur ein Sandkasten f&#252;r die Gro&#223;en.</p>
<p>Daher f&#252;r heute abend der Abschied mit den Worten eines der Gr&#246;&#223;ten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Group D for Deutschland. Ausgezeichnet, fabelhaft, gro&#223;artig, oberaffentittengeil&#8221;<br />
<a href="http://twitter.com/stephenfry/status/16096626955">Stephen Fry</a></p></blockquote>
<p>Ein Engl&#228;nder lobt die deutsche Elf &#8211; unvorstellbar, wenn das mal andersrum&#8230; aber lassen wir das.</p>
<p>Bis morgen.</p>
<p style="font-size: smaller;"><span style="color: #808080;">*Nachtrag: Da ich gerade die Diskussion um angebliche Nazivergleiche w&#228;hrend der ZDF &#220;bertragung lese, m&#246;chte ich klarstellen, dass ich mit dem genannten Beispiel Béla Réthy nat&#252;rlich nicht am rechten Rand verorten m&#246;chte &#8211; ich hielt seine Aussagen schlicht f&#252;r dummen Mist.</span></p>
 <p><a href="http://www.othertimes.de/?flattrss_redirect&amp;id=1251&amp;md5=c1f5d2c32f7fc562c6e50820d358dcca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.othertimes.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>England, Deine Torh&#252;ter &#8211; WM Tag 2</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/13/england-deine-torhueter-wm-tag-2/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 09:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Man muss als Englandfan schon eine sehr hohe Toleranz gegen&#252;ber Spott und H&#228;me besitzen. Nicht das ich mir viel ausrechne &#8211; immerhin muss ich ja dankbar sein, dass sie dabei sind nach dem Debakel 2008 bei, oder besser vor der EM. Aber das h&#228;tte nun wirklich nicht sein m&#252;ssen. Dabei waren die Umst&#228;nde fast perfekt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss als Englandfan schon eine sehr hohe Toleranz gegen&#252;ber Spott und H&#228;me besitzen. Nicht das ich mir viel ausrechne &#8211; immerhin muss ich ja dankbar sein, dass sie dabei sind nach dem Debakel 2008 bei, oder besser vor der EM. Aber das h&#228;tte nun wirklich nicht sein m&#252;ssen.<br />
Dabei waren die Umst&#228;nde fast perfekt: Das erste mal echte Fu&#223;ballatmosph&#228;re genossen im <a href="http://www.oscar-wilde-irish-pub.de/" target="_blank">Oscar Wilde in Berlin</a>. Gef&#252;hlte 8 Fans pro Quadratmeter, stickige Luft, kaltes Bier &#8211; angerichtet f&#252;r einen sch&#246;nen Fu&#223;ballabend. Aber ach&#8230;</p>
<p>Die Spiele der Griechen gegen S&#252;dkorea und der Nigerianer gegen Argentinien sind mir nur noch schwammig in Erinnerung &#8211; Weltmeisterschaftsstandardware irgendwo zwischen mittelgutem Fu&#223;ball und der Erkenntnis, dass man keinen der Spieler der s&#252;dkoreanischen Mannschaft kennt. Griechenlands Start in die WM unterbot sogar noch die franz&#246;sische Leistung des Vorabends und Argentinien erarbeitete sich einen Pflichtsieg ohne wirklich zu &#252;berzeugen.</p>
<p><span id="more-1247"></span>Mir pers&#246;nlich geht der s&#252;damerikanische Hurrafu&#223;ball Ã  la Argentinien und Brasilien seit Jahren gegen den Strich und so war es aus einem perfiden &#8220;Mir doch egal&#8221;-Blickwinkel nett zu sehen, dass sie sich phasenweise gegen Nigeria schwer taten. Mehr als diese kleine Schadenfreude wird mir aber bei dieser WM nicht gegeben sein, denn obwohl sie nur 1:0 gewannen werden wir Argentinien bei dieser WM wohl recht lange sehen m&#252;ssen &#8211; die gesamte Offensive wirkte &#252;ber 90 Minuten auf mich zu gut und abgekl&#228;rt und h&#228;tte Nigerias Enyeama im Tor nicht einen fast perfekten Tag gehabt w&#228;re der Sieg wohl um einiges h&#246;her ausgefallen.</p>
<p>Und damit sind wir bei dem Thema, &#252;ber das sich alle Deutschen und die paar Amerikaner, denen &#8220;Soccer&#8221; nicht egal ist, heute das Maul zerreissen k&#246;nnen: Dem Torwart. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Green" target="_blank">Robert Green</a>, der Torwart der englischen Nationalmannschaft wird heute Nacht wohl der einsamste Mensch der Fu&#223;ballwelt gewesen sein. Mit einem einzigen Patzer st&#252;rzte er das Heimatland des Fu&#223;balls in ein eher peinliches 1:1 gegen die Nation, in der Fu&#223;ball ein Highschoolsport f&#252;r M&#228;dchen ist.</p>
<p>Es f&#228;llt mir schwer &#252;ber dieses Spiel objektiv zu schreiben &#8211; zu sehr klingen die &#8220;U!S!A!&#8221; Rufe der amerikanischen Fans vom Nachbartisch gestern abend noch nach. Zu sehr schmerzt es mich, dass es wieder mal der englische Torwart war, der ein eigentlich gutes, wenn auch nicht vollends &#252;berzeugendes Spiel, der englischen Mannschaft zunichte gemacht hat. &#8220;It&#8217;s your game!&#8221; war nach Abpfiff im Oscar Wilde der meistgeh&#246;rte Satz und die volle H&#228;me einer Nation, die sich nach 1950 &#252;ber vierzig Jahre f&#252;r keine WM Endrunde qualifizierte, wurde wohl nie sinnvoller in drei Worte verpackt.</p>
<p>So bleibt wieder nur die Hoffnung, dass gegen Algerien und Slowenien die beiden Pflichtsiege eingefahren werden und im Achtelfinale dann alles wieder gut ist. Bis zu Rooneys unvermeidlicher roter Karte und dem Ausscheiden im Viertelfinale wenigstens.</p>
<p>Ich gehe jetzt noch ein bisschen mit dem Fu&#223;ballgott hadern, vermeide den ganzen Tag s&#228;mtliche Anrufe meiner Freunde (H&#228;me und Spott!) und freue mich auf Deutschland gegen Australien heute Abend.</p>
<p>Bis dahin: Gnaaaaaaah!</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>S&#252;dafrikaMexiko vs. UruguayFrankreich</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2010/06/11/suedafrikamexiko-vs-uruguayfrankreich/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 20:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der erste Tag der WM 2010 ist offiziell beendet und die Erwartungen waren ungef&#228;hr ebenso hoch wie der vermutete Absatz von Ohrenst&#246;pseln rund um die zwei Stadien der heutigen Spiele. Doch der Reihe nach. Die Ehre, die deutschen Fernsehzuschauer zur WM 2010 zu begr&#252;&#223;en, hatte das erfahrene Sturmduo Netzer-Delling und sie erledigten diese Aufgabe mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Tag der WM 2010 ist offiziell beendet und die Erwartungen waren ungef&#228;hr ebenso hoch wie der vermutete Absatz von Ohrenst&#246;pseln rund um die zwei Stadien der heutigen Spiele. Doch der Reihe nach.</p>
<p>Die Ehre, die deutschen Fernsehzuschauer zur WM 2010 zu begr&#252;&#223;en, hatte das erfahrene Sturmduo Netzer-Delling und sie erledigten diese Aufgabe mit der Routine jahrelangen Fl&#252;gelspiels im Fu&#223;ballfernsehen. Das ist deswegen wichtig zu erw&#228;hnen, da das zweite Spiel des Tages von RTL &#252;bertragen wurde, die bei dieser Gelegenheit bewiesen, dass sie bei allen Sportarten, die nicht Formel1 sind, eher in der Regionalliga spielen.</p>
<p>Die ersten Halbzeiten beider Spiele gl&#228;nzten durch erfrischende Harmlosigkeit aller beteiligten Akteure. So verga&#223;en sowohl Mexiko als auch Frankreich &#252;ber 45 Minuten, dass sie in ihre respektiven Spiele als klare Favoriten gehen sollten. Gerd Gottlob, der das erste Spiel f&#252;r die ARD kommentierte, sprach dies in feinster ARD-Fu&#223;ballreportermanier der Stimmung im Stadion zu und sah die Mexikaner als durchweg beeindruckt an.</p>
<p>Gemeint waren hier in erster Linie die allgegenw&#228;rtigen Vuvuzuelas, die traditionellen Fantrompeten im s&#252;dafrikanischen Fu&#223;ball. Man mu&#223; kein Prophet sein um vorherzusehen, dass diese l&#228;nglichen Tr&#246;ten ab morgen die Berichterstattung im deutschen Boulevard dominieren werden. Ich finde sie ja ganz gro&#223;artig, da sie auf einfachste Art und Weise das Soundkonzept der anwesenden Medien durcheinanderbringen und dabei so herrlich harmloser Ausdruck von Freude am Spiel sind. Sie sind eben nicht die uns&#228;glichen Klatschpappen, die von DFB und Co. in Deutschland so gerne im Stadion verteilt werden und zu Recht in einen ganz speziellen Nebenhof der H&#246;lle verbannt werden sollten. Es ist eine Tradition, die <a href="http://www.southafrica.info/2010/vuvuzela.htm" target="_blank">von den Fans kam</a> und ich kann so etwas nur unterst&#252;tzen.</p>
<p><span id="more-1239"></span>W&#228;hrend S&#252;dafrika sich in der zweiten Halbzeit ihres Spiels darauf besann, dass es wohl doch nicht ganz so nebens&#228;chlich w&#228;re das eine oder andere Tor zu schie&#223;en, blieb Frankreich diese Erkenntnis auch in der zweiten Halbzeit schuldig. So scho&#223; Tshabalala (was f&#252;r ein Name!) f&#252;r die Gastgeber das erste Tor des Turniers &#8211; und was f&#252;r eines. Schon alleine f&#252;r diesen Torschu&#223; hat es sich gelohnt 55 Minuten mit der Fernbedienung rumzufummeln, weil die WM Tonregie nicht mit dem best&#228;ndigen Vuvuzelal&#228;rm umzugehen wu&#223;te und man st&#228;ndig damit besch&#228;ftigt war die Tonschwankungen auszugleichen. Einzig Marquez konnte die best&#228;ndigen Fanfaren kurzfristig zum Erliegen bringen als er den einzigen Komplettaussetzer der s&#252;dafrikanischen Elf zum Ausgleich nutzte und so allen Medienvertretern die fast schon fertig getippten Sensationsberichte verdarb. So bleibt wieder nur der L&#228;rm der Plastiktrompeten, &#252;ber den wir in den n&#228;chsten Wochen wohl mehr als &#252;ber Lena lesen werden m&#252;ssen.</p>
<p>Leider zeigten sich weder Frankreich noch Uruguay in der zweiten Halbzeit &#228;hnlich gn&#228;dig. Was als lahmer Kick in der ersten Halbzeit nicht ganz fair aber doch zutreffend umschrieben werden konnte, entwickelte sich in der zweiten Halbzeit zum franz&#246;sischen Krampf. Uruaguay mu&#223;te nicht, Frankreich konnte nicht &#8211; &#252;ber 45 Minuten neutralisierte sich das franz&#246;sische Mittelfeld selber und kamen sie einmal gef&#228;hrlich vor das Tor des vermeintlichen Underdogs, verspr&#252;hten sie die Gef&#228;hrlichkeit von Lukas Podolskis linkem gro&#223;en Zeh. Uruguay &#8211; Frankreich 0:0. So schreibt man wohl Fehlstart.</p>
<p>Ein Wort m&#246;chte ich hier aber noch &#252;ber die &#220;bertragung von RTL loswerden. Mir ist durchaus bewu&#223;t, dass G&#252;nther Jauch bei RTL alles machen mu&#223;, was mehr Grips verlangt als die dritte Wiederholung des Familiengerichts. Und das er durch einen Fu&#223;ballabend leiten kann, wissen wir <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torfall_von_Madrid" target="_blank">seit 1998</a>. Leider hielt RTL es aber f&#252;r eine gute Idee, ihm J&#252;rgen Klopp an die Seite zu stellen, der schon bei der WM 2006 in Deutschland s&#228;mtlichen vertr&#228;umten Hausfrauen einen Knoten in die Unterhose quatschte und glanzvoll bewies, dass er zwar ein mittelm&#228;&#223;iger Zweitligatrainer ist, im Fernsehen als Moderator aber ungef&#228;hr so viel zu suchen hat wie J&#252;rgen Klinsmann als Experte im Stadion. RTL ersparte uns beides nicht und zu allem &#220;berflu&#223; wurde das Spiel neben J&#252;rgen Klinsmann von Florian K&#246;nig kommentiert, was dieser mit einer unglaublich schmerzvollen Béla-Réthy-Haftigkeit tat und mit Stilbl&#252;ten wie &#8220;Wichtig ist [...] am Ende das Resultat&#8221; (sic!) bewies, dass er besser bei der Moderation von Autorennen aufgehoben ist &#8211; mit 90 Minuten Fuball war er klar &#252;berfordert.</p>
<p>Alles in allem ein durchwachsener Einstieg in die WM 2010 &#8211; zu viel schwacher Fu&#223;ball, ungewohnte &#220;bertragungsatmosph&#228;re (Vuvuzelas) -Â  daf&#252;r aber ein gro&#223;artiges Tor und sp&#252;rbare Freude am Spiel der Fans in den Stadien. Morgen geht es dann richtig los und ich f&#252;r meinen Teil freue mich auf England:USA.</p>
<p>Bis dahin: Tshabalala!</p>
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		<title>Zuk&#252;nftig</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 19:46:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Weltherrschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab und an, wenn ich in dieser absurden Parallelwelt namens &#8220;echtes Leben&#8221; mit Leuten rede, dann schauen diese mich ganz verschw&#246;rerisch an und raunen, wie entt&#228;uscht sie doch von diesem ganzen 2000er Quatsch w&#228;ren. Erst kam das Jahr 2000 an sich; immerhin seit Jahrzehnten die Leitzahl f&#252;r alles, was Science Fiction hie&#223; und nachdem diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab und an, wenn ich in dieser absurden Parallelwelt namens &#8220;echtes Leben&#8221; mit Leuten rede, dann schauen diese mich ganz verschw&#246;rerisch an und raunen, wie entt&#228;uscht sie doch von diesem ganzen 2000er Quatsch w&#228;ren. Erst kam das Jahr 2000 an sich; immerhin seit Jahrzehnten die Leitzahl f&#252;r alles, was Science Fiction hie&#223; und nachdem diese Barriere &#252;berwunden war, leben wir nun im Jahr 2010 und haben immer noch keine fliegenden Autos und eine einfache Erk&#228;ltung wirft weiterhin die st&#228;rksten M&#228;nner um.</p>
<p>Meist blinzele ich diese Menschen dann verst&#228;ndnislos an, schalte den iPod aus und mu&#223; nochmal nachfragen, weil ich gerade durch den neuesten Podcast abgelenkt war, den ich am Morgen noch schnell runtergeladen hatte. Bzw. eigentlich war das gar nicht ich, sondern mein Computer, der die neuesten Episoden nicht nur automatisch herunterl&#228;dt, sondern auch noch auf ein Ger&#228;t synchronisiert, mit dem ich 80GB Entertainment mit mir rumtragen kann (und damit schon wieder eine Generation hinterherhinke). Ich selber chatte w&#228;hrenddessen drahtlos von meinem Telefon aus mit Menschen, die um die Zeit gerade in den USA sp&#228;t ins Bett gehen.</p>
<p><span id="more-1154"></span>Nach dem Aufstehen kann ich mir, wiederrum von meinem Telefon aus, Empfehlungen f&#252;r Konzerte oder Kinoprogramme am gleichen Abend abrufen, w&#228;hrend ich dank meines Festplattenrecorders zeitversetzt die Nachrichten anschauen kann, die ich leider verschlafen habe. In der S-Bahn h&#246;re ich dann die bereits erw&#228;hnten Podcasts, w&#228;hrend ich mit meinem eBook Reader die ebenfalls drahtlos synchronisierte Tageszeitung lese. Nebenbei twittere ich meine aktuelle Laune, damit die Menschen, mit denen ich mich im Verlauf des Tages treffen werde, gleich wissen, woran sie sind.</p>
<p>Mir steht auf dem Weg durch die Stadt ein breites Angebot an Essen zur Verf&#252;gung, das nicht l&#228;nger als 2 Minuten braucht, bis es mir verzehrfertig &#252;berreicht wird und es gibt in immer mehr St&#228;dten Fahrr&#228;der, die ich mir via Telefon ausleihen kann. In fast allen Bars gibt es WLan, in den Krankenh&#228;usern stehen Ger&#228;te, die in der Lage sind, Diagnosen zu unterst&#252;tzen, die genauer sind als alles bisher dagewesene und die &#246;ffentlichen Verkehrsmittel bef&#246;rdern t&#228;glich soviele Menschen, wie zur Zeit der V&#246;lkerwanderung unterwegs waren (v&#246;llig ungepr&#252;fte Behauptung &#8211; wehe ich krieg&#8217; b&#246;se Geschichtslehrerkommentare).</p>
<p>Ich verdiene mein Geld mit Arbeit, die noch vor 15 Jahren unn&#246;tig war und besch&#228;ftige mich mit Problemen, von denen vor 20 Jahren noch nie irgendjemand geh&#246;rt hat. Meine Kaffeemaschine wei&#223;, wie ich meinen Kaffee mag, mein K&#252;hlschrank wei&#223;, wann er Milch f&#252;r mich nachbestellen mu&#223;, ich kann quasi &#252;berall mit einer Plastikkarte bezahlen und das Wissen der Welt ist ein paar Tastendr&#252;cke entfernt. Mein Fernseher lernt durch meine Sehgewohnheiten meien Vorlieben kennen und zeichnet mir meine Lieblingsshows automatisch auf. Flugzeuge und Autos sind schneller und dabei sicherer als je zuvor und es ist in vielen Bereichen selbstverst&#228;ndlich, dass man Projekte mit Leuten abspricht, die um die halbe Welt verteilt sind.</p>
<p>W&#228;hrend ich dann &#252;ber all diese Dinge nachdenke, sind meine Gespr&#228;chspartner meist schon entnervt weggegangen, weil sie mich ja eigentlich fragen wollten, ob ich mal ihren Drucker einrichten kann oder warum ihr Firefox in letzter Zeit so langsam geworden ist. Aber das h&#246;re ich dann meist nicht, weil ich &#252;berlege, warum ich eigentlich noch keinen dieser Toaster habe, die einem das aktuelle Wetter ins Wei&#223;brot brennen.</p>
<p>Aber stimmt schon&#8230; diese Schei&#223; Zukunft kommt auch nie. Nur diejenigen, die beim Lesen dieses Textes nicht einmal dachten &#8220;Wie? DAS geht?&#8221;, k&#246;nnen wohl nachempfinden, warum ich solche Unterhaltungen nicht gerne f&#252;hre. Das ist alles so wahnsinnig und abgefahren da drau&#223;en &#8211; wer braucht da bittesch&#246;n fliegende Autos? Und Erk&#228;ltungen sind doch auch nur in den ersten sieben Tagen so richtig schlimm. Danach h&#228;lt mans doch aus.</p>
<p>Ach und&#8230; an diejenigen, die diesen Text gelesen haben und bei den Stellen mit der S-Bahn und den Millionen t&#228;glichen Fahrg&#228;sten zweimal entnervt aufgelacht haben: Ich wei&#223; <a href="http://www.berlin.de/" target="_blank">wo Ihr wohnt</a>!</p>
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		<title>Google Wave &#8211; inklusive Invites</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 08:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Weltherrschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Gef&#252;hlt wieder mal als der letzte Mensch der Welt hatte ich neulich nun auch endlich das goldene Ticket im virtuellen Briefkasten. Google l&#228;sst mich in seine Traumfabrik und ich darf endlich die Wunder dieses Konglomerats aus eMail, Wiki, Instant Messenger und einer Softeismaschine ausprobieren (auch wenn ich genau DEN Knopf jetzt noch nicht gefunden habe). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/10/wave_icon_small.png" rel="lightbox[1121]"><img class="alignright size-full wp-image-1126" style="margin-left: 5px;" title="wave_icon_small" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/10/wave_icon_small.png" alt="wave_icon_small" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Gef&#252;hlt wieder mal als der letzte Mensch der Welt hatte ich neulich nun auch endlich das goldene Ticket im virtuellen Briefkasten. Google l&#228;sst mich in seine Traumfabrik und ich darf endlich die Wunder dieses Konglomerats aus eMail, Wiki, Instant Messenger und einer Softeismaschine ausprobieren (auch wenn ich genau DEN Knopf jetzt noch nicht gefunden habe). Die M&#246;glichkeiten sind endlos &#8211; the sky is the limit. Sagt zumindest Google.</p>
<p>Wer die letzten Monate lieber ein gutes Buch als das Internet gelesen hat, der wei&#223; wahrscheinlich so richtig nichts mit Google Wave anzufangen. Nun k&#246;nnte man unter <a href="http://wave.google.com" target="_blank">http://wave.google.com</a> das lange Video schauen, was ich auch jedem empfehlen kann. Aber ich kenn Euch doch. Die junge, hippe Generation hat keine Zeit sich knapp zwei Stunden eine Technikpr&#228;sentation anzuschauen, weil nebenan auf Youtube eine niedliche Katze niest und man unbedingt noch diesen Tweet faven muss. Und nachher hat&#8217;s dann wieder niemand so richtig verstanden &#8211; Banausen.</p>
<p>F&#252;r diese Menschen habe ich hier mal die kurze Erkl&#228;rung in Videoform ausgegraben, die dazu noch richtig nett gemacht ist:</p>
<p><span id="more-1121"></span></p>
<p style="text-align: center;"><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/rDu2A3WzQpo&showsearch=0" width="400" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rDu2A3WzQpo" /></object></p>
<p style="text-align: left;">Wer sich jetzt in diesem Szenario wiedererkannt hat, der darf sich nun freuen. Ich hab ja den eigentlichen Sinn dieses kleinen Texts hier schon ganz geschickt in der &#220;berschrift versteckt: Ja, ich habe noch drei (3!) Invites &#252;brig.</p>
<p style="text-align: left;">Ich bin kein gro&#223;er Fan von &#8220;first come, first served&#8221;, will die hier aber auch nicht so billig Link-heischend verlosen à la &#8220;Nur ein ReTweet und Ihr seid dabei&#8221;. Darum folgende Bedingung: Wenn Ihr eine der drei Einladungen bekommen wollt, dann m&#252;sst Ihr etwas Sch&#246;nes finden oder selber machen und es hier in den Kommentaren verlinken. Wenn Ihr ein eigenes Blog habt, dann schreibt Ihr einen sch&#246;nen Text, bindet ein tolles Youtube Video ein, malt ein sch&#246;nes Bild &#8211; irgendwas, was toll ist und einem den Tag vers&#252;&#223;t. Schnappt Euch den Link zu dem entsprechenden Beitrag und bindet ihn in den Kommentaren hier ein. Habt Ihr kein eigenes Blog oder keine Lust auf soviel Umstand, postet Euren Beitrag einfach direkt als Kommentar hier drunter.</p>
<p style="text-align: left;">Ich entscheide dann in v&#246;lliger Allmacht und ganz alleine, wer den tollsten Beitrag geleistet hat und die drei kriegen dann eine Einladung. Ist das fair? Oder mach ich das viel zu kompliziert? Hey, Kritik kann man ja auch &#252;ben, wenn sie mir gef&#228;llt &#8211; wer wei&#223;&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Einsendeschlu&#223;&#8221; w&#252;rde ich mal auf <strong>Sonntag (18.10.)</strong> festlegen &#8211; falls bis dahin genug Beitr&#228;ge gekommen sind. Und nun: Los gehts &#8211; werdet kreativ.</p>
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		<title>Freiheit statt Angst 2009</title>
		<link>http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 18:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Weltherrschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein bisschen verunsichert war ich ja schon, als ich zum Potsdamer Platz kam. Man konnte nicht genau auseinanderhalten, wer Demonstrant und wer staunender Tourist war. Auf die &#228;ngstlich wirkende Frage seiner Freundin, was denn hier los sei antwortete ein dialektisch klarer Nicht-Berliner &#8220;Ach, das sind nur diese linken Schleimer&#8230;&#8221; woraufhin er dann mit ihr im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1997.jpg" rel="lightbox[1008]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1009" title="IMG_1997" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1997-300x199.jpg" alt="IMG_1997" width="352" height="232" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ein bisschen verunsichert war ich ja schon, als ich zum Potsdamer Platz kam. Man konnte nicht genau auseinanderhalten, wer Demonstrant und wer staunender Tourist war. Auf die &#228;ngstlich wirkende Frage seiner Freundin, was denn hier los sei antwortete ein dialektisch klarer Nicht-Berliner &#8220;Ach, das sind nur diese linken Schleimer&#8230;&#8221; woraufhin er dann mit ihr im Hotel Ritz-Carlton verschwand. Klare Positionsbestimmung also schonmal: Ich w&#252;rde heute mal wieder ein linker Schleimer sein. Gibt schlimmeres.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Strecke war sch&#246;n ausgesucht und an diesem Wochentag und bei diesem Wetter war Aufmerksamkeit garantiert. Das Orange der Piraten war die klar dominierende Farbe der Demo.</p>
<div id="attachment_1012" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1977.jpg" rel="lightbox[1008]"><img class="size-thumbnail wp-image-1012 noframe" title="IMG_1977" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1977-150x150.jpg" alt="Piraten" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Piraten</p></div>
<p style="text-align: justify;">&#220;berall sah man mindestens ein T-Shirt, eine Fahne oder sonstige Devotionalien, die mit dem Segel der Piraten geschm&#252;ckt waren. Ein beeindruckendes Aufgebot. Dagegen war zum Beispiel der Auftritt der Jungen Liberalen eher, nunja, klein. Irgendwie habe ich mich vor Ort kurz ge&#228;rgert, dass Leute wie Frank Bsirske auf einer Demo gegen &#220;berwachung reden. Doch mit einer Nacht Abstand kann ich das nur als pers&#246;nliche Antipathie gegen Gewerkschaftler abtun. Im Endeffekt verschafft das der ganzen Sache nur Pr&#228;senz bei einer vielleicht bis dato noch nicht erschlossenen Zielgruppe.</p>
<div id="attachment_1013" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_2111.jpg" rel="lightbox[1008]"><img class="size-thumbnail wp-image-1013 noframe" title="IMG_2111" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_2111-150x150.jpg" alt="Junge Liberale" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Junge Liberale</p></div>
<p style="text-align: justify;">&#220;berhaupt kam es mir so vor als w&#228;re das Alterspektrum dieses Jahr deutlich erweitert worden, was aber ein komplett subjektiver Eindruck ist. Aber ich behaupte einfach mal, dass es langsam gr&#246;&#223;er wird als die &#8220;Nerds&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Es war ein sch&#246;ner, lauter und bunter Zug, der sich da durch Berlins Zentrum ergoss. Trotz einiger <a href="http://vimeo.com/6548644" target="_blank">unsch&#246;ner Vorkommnisse</a>, zu denen <a href="http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/138631/index.html" target="_blank">mittlerweile ermittelt wird</a>, w&#252;rde ich den Samstag als gelungen bezeichnen und freue mich, dass B&#252;rgerrechte und der &#8220;Kampf&#8221; f&#252;r Freiheit und Grundrechte noch immer so viele Leute auf die Stra&#223;e bringen. Politikverdrossenheit &#8211; pah!</p>
<p style="text-align: justify;">Und n&#228;chstes Jahr, lieber AK Vorrat, bitte bei der Auftaktkundgebung die Lautst&#228;rke einfach ein bisschen hoch, ok? Obwohl die eher leise B&#252;hne f&#252;r mich f&#252;r <a href="http://twitter.com/liveblick/status/3933717260" target="_blank">den Tweet des Tages</a> gesorgt hat, war es doch recht anstrengend die Redner zu verstehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Klick gibts noch ein paar Impressionen. Bis zum n&#228;chsten Jahr.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-1008"></span>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1997/' title='IMG_1997'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1997-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="IMG_1997" title="IMG_1997" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1977/' title='IMG_1977'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1977-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Piraten" title="IMG_1977" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_2111/' title='IMG_2111'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_2111-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Junge Liberale" title="IMG_2111" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1931/' title='IMG_1931'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1931-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="IMG_1931" title="IMG_1931" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1940/' title='IMG_1940'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1940-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="IMG_1940" title="IMG_1940" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1945/' title='IMG_1945'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1945-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="IMG_1945" title="IMG_1945" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1951/' title='IMG_1951'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1951-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="IMG_1951" title="IMG_1951" /></a>
<a href='http://www.othertimes.de/2009/09/13/freiheit-statt-angst-2009/img_1953/' title='IMG_1953'><img width="150" height="150" src="http://www.othertimes.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_1953-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="IMG_1953" title="IMG_1953" /></a>
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</p>
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<p style="text-align: justify;">
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		<title>End of an era</title>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 22:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie? Das war es? Das waren zehn Jahre? Ich sch&#252;ttele ungl&#228;ubig den Kopf; mehr zu mir selber. Neben mir schreien die Leute. Noch ein einziges Mal. Nur noch magische vier Minuten&#8230; Ich habe sie vor gut zehn Jahren durch Frank kennengelernt. Frank kannte immer alle Bands gut f&#252;nf Monate vor allen anderen. Frank lebte daf&#252;r, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie? Das war es? Das waren zehn Jahre? Ich sch&#252;ttele ungl&#228;ubig den Kopf; mehr zu mir selber. Neben mir schreien die Leute. Noch ein einziges Mal. Nur noch magische vier Minuten&#8230;</p>
<p>Ich habe sie vor gut zehn Jahren durch Frank kennengelernt. Frank kannte immer alle Bands gut f&#252;nf Monate vor allen anderen. Frank lebte daf&#252;r, Musik zu entdecken, die hier noch niemand kannte. Meist konnte man ihm am breiten Grinsen ansehen, dass er mal wieder eine Perle entdeckt hatte. Jeder Junge in der Schule hasste Frank f&#252;r dieses Grinsen, jedes M&#228;dchen liebte ihn f&#252;r seine Mixtapes.</p>
<p><span id="more-857"></span>Auf einem dieser Mixtapes h&#246;rte ich sie dann zum ersten Mal. Zehn Jahre. Nicht zu fassen.<br />
Es war die Art von Band, die erobert werden will. Keine Single in Deutschland auf dem Markt, keine Radiopr&#228;senz &#8211; nicht die besten Vorzeichen. Und doch habe ich sie in mein Herz geschlossen. Damals. Dank Frank.</p>
<p>Wie ich jetzt hier zwischen dem ewig knutschenden P&#228;rchen und dem introvertierten Fanboy stehe und diese Momente in meinem Kopf in den begeisterten Rufen der Leute untergehen, die nach noch einer Zugabe verlangen, wird mir bewusst, wie sehr ihre Musik meine letzten Jahre bestimmt hat. K&#252;ssen, tanzen, weinen &#8211; das komplette Spektrum habe ich zu ihrer Musik durchlebt.</p>
<p>Frank hat das Tape damals nie zur&#252;ck bekommen, es liegt immer noch irgendwo in einer Kiste mit der Aufschrift &#8220;Fr&#252;her&#8221; in meinem Schrank. Mittlerweile habe ich alle ihre Alben auf meinem iPod in &#8220;ann&#228;hernd CD Qualit&#228;t&#8221; &#8211; fein s&#228;uberlich selbst von den CDs ins MP3 Format &#252;bertragen. Bei ihnen darf das niemand anders f&#252;r meine Ohren als ich selber. Ich erinnere mich noch genau wie ich beim Einstellen der 256 kbit f&#252;r ihr vorletztes Album dachte, dass es langsam Zeit w&#228;re aufzuh&#246;ren. Das war vor zweieinhalb Jahren und ich war &#252;bergl&#252;cklich als vor einem halben Jahr ihr neues Album rauskam. Ich kannte alle Texte innerhalb einer Woche und wollte weinen als bekannt wurde, dass mein &#8220;Wunsch&#8221; von damals mit diesem Album Wirklichkeit wurde. Ich habe mich fast zwei Monate gehasst, das damals gedacht zu haben.</p>
<p>Die Karte f&#252;r heute abend war schnell gekauft. Die Halle ist klein, das Set war normal &#8211; nichts Besonderes.</p>
<p>Ein normales Konzert. Nur eben das letzte.</p>
<p>Um wieviel &#228;rmer meine Welt morgen sein wird, wei&#223; ich noch nicht. Jetzt, hier, in dieser Sekunde will ich das auch gar nicht wissen. Ich l&#228;chele das P&#228;rchen neben mir an, singe den allerletzten Song mit dem Fanboy neben mir mit, der wohl das allererste Mal auf einem Konzert seine Arme nicht verschr&#228;nkt und tats&#228;chlich laut mitsingt &#8211; es ist mein Lieblingslied. Von ihrem dritten Album. Es ist gro&#223;artig.</p>
<p>Und morgen ist soweit hin.</p>
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		<title>GAU</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 01:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Klick und es ist dunkel. Ich schrecke hoch. Die Musik ist aus, die Lampen sind dunkel, ich h&#246;re den K&#252;hlschrank in der K&#252;che unruhig glucksen. Ist wahrscheinlich mindestens genauso besorgt wie ich gerade, der &#196;rmste. Der zun&#228;chst aufkommenden Vermutung, dass es die Sicherung zerlegt hat, gibt ein Blick aus dem Fenster keine Nahrung. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Klick und es ist dunkel. Ich schrecke hoch. Die Musik ist aus, die Lampen sind dunkel, ich h&ouml;re den K&uuml;hlschrank in der K&uuml;che unruhig glucksen. Ist wahrscheinlich mindestens genauso besorgt wie ich gerade, der &Auml;rmste. Der zun&auml;chst aufkommenden Vermutung, dass es die Sicherung zerlegt hat, gibt ein Blick aus dem Fenster keine Nahrung. Die Strasse ist dunkel. Stromausfall.</p>
<p><span id="more-647"></span>Ruhig bleiben, denke ich bei mir. Was soll schon sein? Passiert ab und an mal, dauert nie lange. Wird schon. Ein hektischer Blick auf die Akku-Lade-Anzeige des Laptops zeigt, dass mir noch 2,5 Stunden bleiben, bis auch dieses St&uuml;ckchen Restenergie aus meiner Wohnung verflogen ist. Was soll ich tun? Es aufsparen f&uuml;r sp&auml;ter? Was ist, wenn der Stromausfall doch l&auml;nger dauert? Nur was will ich dann mit meinem Laptop?</p>
<p>Erstaunlich, wie schnell man beginnt, sich existenzielle Fragen in Extremsituationen zu stellen. Vor 15 Minuten war mein Laptop noch so ungef&auml;hr das Erste, was ich im Falle einer Blitzevakuierung gegriffen h&auml;tte. Noch vor Wechselunterw&auml;sche. Und nun frage ich mich, was mir 2,5 Stunden Akkulaufzeit bringen w&uuml;rden im &Uuml;berlebenskampf. Ich meine, so ohne WLan&#8230;</p>
<p>Immerhin wei&szlig; ich jetzt, wie das fr&uuml;her gewesen sein muss. Also nicht ganz fr&uuml;her. Bisschen sp&auml;ter. Eben als es keine konstante Stromversorgung gab, was wei&szlig; ich denn wann das war. Ich habe auch gerade andere Sorgen. W&auml;rme zum Beispiel. Immerhin sind drau&szlig;en Minusgrade und sooo toll isoliert sind diese Altbauten auch nicht. Hat man nun davon. Hip und trendy will man sein und dann erfriert man im Winter in der eigenen Wohnung. Von wegen sanierter Altbau, EBK, Laminat und vollgefliesstes Bad&#8230; &quot;Todesfalle&quot; h&auml;tte in der Anzeige stehen sollen. Aber ist jetzt auch zu sp&auml;t.</p>
<p>Habe mich inzwischen entschlossen den Laptop-Akku aufzusparen. Es ist immerhin nicht unwahrscheinlich, dass mir die 2,5 Stunden Energie, die darin gespeichert sind, in der postnuklearen Welt, in der ich mich ab sofort zurechtfinden muss, eine gewisse Vormachtstellung unter meinen Mit&uuml;berlebenden sichern. Also sparen. In der Wohnung &uuml;ber mir flucht jemand. Wahrscheinlich war sein Akku gerade alle.</p>
<p>W&auml;hrend ich mich gedanklich auf das Leben in einer entmenschten, apokalyptischen Welt einstelle, stolpere ich zum K&uuml;hlschrank, um mich dem Vorhandensein von ausreichend Nahrung zu vergewissern. Ich entscheide schnell, dass vier Eier und ein abgelaufener Joghurt nicht ausreichen werden. Die sechs Scheiben Kn&auml;ckebrot, die im Vorratsfach &uuml;ber dem K&uuml;hlschrank mittlerweile auch schon zu lange darauf warten, gegessen zu werden, machen das letzte Abendmahl auch nicht runder. Sp&uuml;re wieder Verzweiflung aufsteigen. Was wird wohl schneller gehen? Erfrieren oder verhungern? Ich kann die Zeit, die seit dem Eintreten des Stromausfalls vergangen ist, mittlerweile schon nicht mehr richtig einsch&auml;tzen, tippe aber auf mehrere Stunden. Meinem eiskalten Zimmer zufolge k&ouml;nnten es auch gut Tage sein.</p>
<p>W&auml;hrend ich mich in meinem Zimmer umschaue, &uuml;berlege ich aus der alten Postertransportr&ouml;hre, die an der Wand lehnt, eine Kartoffelkanone zu basteln. Ich brauche etwas, um mich gegen die sicher bald eintreffenden pl&uuml;ndernden Horden zu verteidigen. Lange kann ich damit den w&uuml;tenden Mob zwar nicht abhalten, aber lieber so sterben als auf dem nackten Laminatboden erfrieren.</p>
<p>Ich fange gerade an, mit meinem Taschenmesser meine Schreibtischbeine zu Speeren anzuspitzen, da flackert die erste Lampe und das Radio beginnt wie gewohnt seinen Dienst zu verrichten. Der K&uuml;hlschrank blubbert erleichtert wieder los und ich wei&szlig; wie er sich f&uuml;hlt. So ganz knapp dem sicheren Tod entronnen zu sein, ist ein komisches Gef&uuml;hl. Laut meinem Radiowecker waren dies gerade die l&auml;ngsten zehn Minuten meines Lebens.</p>
<p>Man macht aber auch was mit&#8230;</p>
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		<title>Meine Nacht als Verschw&#246;rungstheoretiker</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 06:23:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[&#34;Es stimmt tats&#228;chlich&#8230;&#34; Dennis neigte sich mit gro&#223;er Miene zu mir &#252;ber den Tisch. Nachdem er mir einen Zettel, auf dem er jetzt ca. eine Viertelstunde rumgekritzelt hatte, r&#252;berschob, lehnte er sich in seinem Sessel zur&#252;ck und schaute mich mit diesem Blick an, den man nur von den richtigen Leuten im falschen Moment bekommt. Seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;Es stimmt tats&auml;chlich&#8230;&quot;</p>
<p>Dennis neigte sich mit gro&szlig;er Miene zu mir &uuml;ber den Tisch. Nachdem er mir einen Zettel, auf dem er jetzt ca. eine Viertelstunde rumgekritzelt hatte, r&uuml;berschob, lehnte er sich in seinem Sessel zur&uuml;ck und schaute mich mit diesem Blick an, den man nur von den richtigen Leuten im falschen Moment bekommt.</p>
<p>Seit Dennis all diese B&uuml;cher zum 11. September liest, konnte man mit ihm nicht mehr vern&uuml;nftig etwas trinken gehen. Und nun auch heute wieder?</p>
<p>Ich bestellte mir bei der vorbeihuschenden Bedienung ein neues Bier, was sie mit einem aufmunternden L&auml;cheln zur Kenntnis nahm. Sie zwinkerte mir im Weggehen mit einem Seitenblick auf Dennis zu. Hatte sie unser Gespr&auml;ch mitbekommen? Egal. Was also war diese gro&szlig;e Enth&uuml;llung, die mir nun, um halb zwei nachts, offenbart wurde? Dennis&#8217; einleitender Vortrag, den ich nur mit halben Ohr geh&ouml;rt hatte, drehte sich um allerlei Geheimb&uuml;nde, die den 11. September geplant und ausgef&uuml;hrt hatten. Als Beweis f&uuml;r diese Freimaurer-Illuminaten-Kirche hatte ihm eine dieser abstrusen Rechnungen gedient. 11 sei immerhin eine Primzahl, die Quersumme aus 2001 sei 3 &#8211; ebenfalls eine Primzahl. Und 3 mal 3 k&ouml;nnte jedes Kleinkind zu 9 multiplizieren: 11.9.2001. Meine hochgezogenen Augenbrauen st&ouml;rten Dennis zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr, so tief war er nun in seiner Welt.</p>
<p><span id="more-383"></span>&quot;H&ouml;r doch auf mit dem Schei&szlig; und lass uns gem&uuml;tlich noch einen trinken.&quot; &#8211; war, was ich h&auml;tte sagen sollen.</p>
<p>&quot;Na gut, zeig mal her..&quot; war, was ich sagte.</p>
<p>W&auml;hrend ich den Zettel widerwillig zu mir zog, erkl&auml;rte mir Dennis zum zweiten Mal, dass man die Mitglieder dieses omin&ouml;sen Geheimbundes daran erkennen k&ouml;nne, dass die Buchstaben ihrer Namen, ersetzt man sie durch die entsprechenden Zahlen (A = 1, B = 2 usw.), in der Summe eine Primzahl ergeben w&uuml;rde. Und er war nun nach tagelanger Recherche auf ein Gr&uuml;ndungsmitglied gesto&szlig;en.</p>
<p>Nagut. Ich war neugierig geworden. Er hatte mich. Ich schaute also auf den Zettel und konnte nicht glauben, dass Dennis das ernst meinte.</p>
<p>&quot;Das kannst Du nicht ernst meinen.&quot; &#8211; so klar hatte ich ihn ob seiner Theorien noch nie vor den Kopf gesto&szlig;en.</p>
<p>Auf dem Zettel stand in gro&szlig;en Druckbuchstaben der Name &quot;JESUS CHRIST&quot;. Er erkl&auml;rte mir, dass diese Verschw&ouml;rungen alle vom amerikanischen Kontinent ausgehen und man daher immer die englische Schreibweise f&uuml;r diese Art Untersuchungen nutzen m&uuml;sste. W&auml;hrend ich mich noch wunderte, dass er das alles tats&auml;chlich &quot;Untersuchungen&quot; nannte, erkl&auml;rte mir Dennis unn&ouml;tigerweise, dass die englische Schreibung von Jesus Christus eben Jesus Christ sei. Und die Zahlentsprechungen dieser Buchstaben erg&auml;ben 151 &#8211; ein Primzahl und eine hohe noch dazu. Und wenn man sich das mal &uuml;berlege machte das auch wunderbar Sinn, denn wenn es einer n&ouml;tig gehabt h&auml;tte einen Geheimbund zum Schutz f&uuml;r sich und seine Anh&auml;nger zu gr&uuml;nden, dann war das ja wohl der erste religi&ouml;s Verfolgte der Neuzeit &#8211; Jesus.</p>
<p>&quot;Und Du siehst Deine Argumentationsl&uuml;cken in dieser Theorie wirklich nicht?&quot; &#8211; war, was ich h&auml;tte sagen sollen.</p>
<p>&quot;Aha&#8230;&quot; war, was ich sagte.</p>
<p>Gedankenversunken starrte ich auf den Zettel. W&auml;hrend Dennis anfing mir einen langen Vortrag zu halten, wie es dazu kam, dass die christliche Weltverschw&ouml;rung ausgehend von Jesus zu Macht kam und deren Geschichte irgendwann in der Vort&auml;uschung der Anschl&auml;ge vom 11.September m&uuml;ndete, suchte ich fieberhaft einen Ausweg aus der anstehenden Diskussion. Dennis war mir lange genug auf den Sack gegangen mit diesen verschwurbelten Gedanken.</p>
<p>Ich schrieb meinen Namen unter den von Jesus und rechnete die Quersumme aus &#8211; 146. Mist. Dennis Name ergab 134. Ich fing langsam an, mich selbst daf&uuml;r zu hassen, dass er mich jetzt schon soweit hatte, dass ich mit ihm nachts in Bars rumsa&szlig; und bl&ouml;de Rechenspielchen mit Namen machte, die absolut nichts aussagten. Die Frage, warum es denn ausgerechnet die Quersumme sein musste, stellte ich ihm besser nicht. Ich wollte den Vortrag nicht unn&ouml;tig verl&auml;ngern. Immerhin war er mittlerweile bei den Kreuzz&uuml;gen angekommen und ich hatte gute Chancen vor sieben Uhr morgens hier raus zu sein.</p>
<p>Dann pl&ouml;tzlich musste ich grinsen. Ich hatte die L&ouml;sung. Ich rechnete es schnell nach und schob dann den Zettel wieder zu Dennis mit der beil&auml;ufigen Bemerkung, ich h&auml;tte soeben ein weiteres Mitglied gefunden. Er stockte kurz und nahm den Zettel. Sekunden sp&auml;ter wechselte die Farbe seines Kopfes in ein dunkles Rot und ich bin mir sicher, dass er mich ziemlich laut zur Sau gemacht h&auml;tte, w&auml;ren wir bei ihm zu Hause und nicht in einer Bar gewesen. So kn&uuml;llte er den Zettel zusammen, warf ihn mir wortlos vor die F&uuml;&szlig;e und st&uuml;rmte aus dem Lokal.</p>
<p>Ich grinste, bestellte die Rechnung und konnte endlich nach Hause.</p>
<p>Ich habe Dennis nun schon drei Jahre nicht mehr gesehen. Den Zettel habe ich noch. Und jedes Jahr am 11. September schaue ich kurz drauf und erinnere mich, wie ich damals Dennis l&uuml;ckenlos hergeleitet habe, dass SCOOBY DOO, dessen Quersumme 113, also eine Primzahl ist, Bestandteil der gro&szlig;en Weltverschw&ouml;rung sei, die Jesus damals ins Leben gerufen hat.</p>
<p>Manchmal bin ich gerne ein Arsch.</p>
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		<title>Am Wegesrand &#8211; Teil 1</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 21:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prima Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Tage im Dunkeln. In der K&#228;lte. Zwei Tage in der Gewissheit dorthin nie wieder zur&#252;ck zu wollen. Eigentlich. Denn das hatte ich mir schon einmal gesagt. Und da war noch Sommer. Jetzt ist Winter und diese Stadt macht mich fertig. Grau und kalt fri&#223;t sie ihre Kinder. Das ist nat&#252;rlich Bullshit. Die Stadt frisst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Tage im Dunkeln. In der K&auml;lte. Zwei Tage in der Gewissheit dorthin nie wieder zur&uuml;ck zu wollen. Eigentlich. Denn das hatte ich mir schon einmal gesagt. Und da war noch Sommer. Jetzt ist Winter und diese Stadt macht mich fertig. Grau und kalt fri&szlig;t sie ihre Kinder. </strong></p>
<p><img width="197" height="252" border="0" align="left" src="http://farm1.static.flickr.com/34/73632176_cab5ae3eb5_m.jpg" style="padding: 5px; margin-right: 5px;" alt="" />Das ist nat&uuml;rlich Bullshit. Die Stadt frisst niemanden. Sie liegt einfach nur da. Ich selber fresse mich auf. Und eigentlich ist mir auch nicht kalt. Und doch ist da dieses Gef&uuml;hl, daneben zu stehen. Ich k&ouml;nnte nichtmal so genau sagen, woneben. Objektiv betrachtet stehe ich gerade auf der Br&uuml;cke neben einem der sch&ouml;nsten M&auml;dchen, das ich je gesehen habe. Sie friert. Und l&auml;chelt nicht. Dabei w&auml;re es auf der Br&uuml;cke schlagartig einige Grad w&auml;rmer, wenn sie es t&auml;te. Das sehe ich in Ihrem Gesicht.</p>
<p><span id="more-232"></span>Sie wartet auf den Bus. Ich warte auch. Nur worauf wei&szlig; ich noch nicht. Neben mir, hinter mir, vor mir und irgendwie manchmal auch zwischen mir sind tausend Leute. Keiner schaut mich an und ich finde das gut so. Es ist nun schon eine Weile her, dass ich verstanden habe, worum es ging. Ich habe auf mein Leben gesehen und gesehen, dass es gut war.</p>
<p>Und jetzt stehe ich schon zum zweiten Mal in bedrohlich kurzem Abstand  in diesem Jahr neben der Stra&szlig;e, auf der jeder l&auml;uft. Ich wei&szlig;, ich bin dort falsch. Ich wei&szlig;, ich sollte mich zu dem wartenden M&auml;dchen stellen, sie anl&auml;cheln und in den Bus steigen. Ich w&uuml;rde nach Hause fahren und mich wohlf&uuml;hlen. Ich will nach Hause fahren und mich wohlf&uuml;hlen.</p>
<p><img src="http://farm1.static.flickr.com/89/280374352_d901b92814.jpg" alt="" /></p>
<p>Fr&uuml;her dachte ich immer, dass &quot;aufgeben&quot; nur was mit Sport oder Spielen zu tun hat. War man nicht gut genug, gab man eben auf. Man verlor das Spiel, aber das hie&szlig; nichts. Die Erkenntnis, dass man auch viel mehr aufgeben kann, wollte hart erarbeitet werden &#8211; und tr&ouml;stlich war sie auch nicht gerade. Der Bus kommt und h&auml;lt ger&auml;uschvoll neben uns. Ich sehe sie einsteigen und ein Gef&uuml;hl der Erleichterung huscht &uuml;ber ihre Gesichtsz&uuml;ge &#8211; W&auml;rme.</p>
<p>Ich bleibe stehen, schaue auf die Lichter der Stadt und fange an, die Melodie mitzusummen, die die Autos unter meiner Br&uuml;cke singen. Ihre Lichter zwischen den Gel&auml;nderpfosten geben den Takt vor und sie warten darauf, dass ich mitsinge. Jeder wartet in dieser Stadt. Obwohl immer Bewegung in den Stra&szlig;en ist, scheint jeder zu warten.</p>
<p>Mir f&auml;llt auf, wie pathetisch meine Gedanken klingen. Ich habe das Gef&uuml;hl, mich selber auslachen zu m&uuml;ssen deswegen. Es tut weh die Mundwinkel zu einem Lachen zu verziehen. Ich belasse es mit einem gequ&auml;lten Grinsen, von dem nur ich wei&szlig;, dass es eines sein soll. Pathos tut mir gut &#8211; auch diese Erkenntnis ist nicht tr&ouml;stlich. Daf&uuml;r weniger schmerzhaft.</p>
<p>Am Ende der Br&uuml;cke sitzt ein Mann, von dem ich nie wei&szlig;, wohin ich ihn einordnen soll. Er sitzt einfach nur da und verkauft Honig. Bei jedem Wetter. Es ist nichtmal besonderer Honig. Er kauft ihn bei Kaiser&#8217;s gegen&uuml;ber und verkauft ihn auf der Br&uuml;cke weiter. Ganz normaler Honig f&uuml;r je einen Euro mehr als bei Kaiser&#8217;s. Ich habe das Konzept seiner T&auml;tigkeit nie verstanden. Ich habe ihn aber auch nie gefragt, weil ich Angst habe, das R&auml;tsel f&uuml;r immer zu zerst&ouml;ren. Ich bin komisch manchmal.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fortsetzung folgt&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><font size="1">Um Mi&szlig;verst&auml;ndnissen vorzubeugen: Die Geschichten, die ich in der neuen Kategorie &quot;B/Stories&quot; einordne, sind alle frei erfunden und fiktiv. Im Gegensatz zu allen anderen Kategorien dieses Blogs bin &quot;ich&quot; hier nicht notwendigerweise ich.</font></p>
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